19. Fränkische Schweiz-Marathon: Vier Favoriten am Start

Spannende Wettkämpfe um den Gesamtsieg erwartet

Der 19. Fränkische Schweiz-Marathon mit seinen vielfältigen Laufangeboten wird am Wochenende wieder rund 2.000 Teilnehmer ins Wiesenttal locken. So wird die leere Bundesstraße am autofreien Sonntag voller Leichtathleten sein, die auf dem Weg ins Ziel auch noch eine der schönsten Landschaften Deutschlands kennenlernen. Bei einem Pressegespräch erläuterten die Organisatoren des Landkreises Forchheim, worauf sich die Sportler und Zuschauer freuen dürfen.

Vier Marathon-Läufer werden den Sieg wohl unter sich ausmachen. In die äthiopische Phalanx aus Endisu Getachew (LAC Quelle Fürth), Addisu Tulu Wodajo (TV 48 Coburg) und Firaol Eebissaa (Atlemo Bruxelles) hat sich unmerklich auch ein Lokalmatador geschlichen. Patrick Weiler vom Team Memmert aus Roth fühlt sich in der Form seines Lebens. Und die Laufzeiten von 2:30 Stunden sowie der Bayerische Titel beim Halb-Marathon geben ihm recht. Ob es allerdings reicht, die Sieger der letzten drei Jahre vom Thron zu stoßen, das dürfte auch daran liegen, ob wirklich jeder bis zum Ende der mehr als 42 Kilometer durchhält. „Wer sich da die Strecke falsch einteilt und ein zu zügiges Tempo vorlegt, kann ganz schnell aus dem Rennen sein“, so Michael Cipura, der als Moderator in Ebermannstadt im Einsatz sein wird.

Schließlich lief Getachew ganz nah am Streckenrekord, während Wodajo einen Titel nach dem anderen bei den Volksläufer in der Region sammelte und Eebissaa auch schon das Kunststück fertigbrachte, zehn Minuten zu spät am Start zu sein und dennoch am Ende als Erster durchs Ziel zu sprinten. Neben den internationalen Stars stürzen sich aber auch viele lokale und regionale Marathonis ins Abenteuer. Bei den Damen läuft es auf ein „Marien- Duell“ hinaus. Die Kroatin Marija Vrajic, die auch schon einmal 100 Kilometer am Stück wegläuft oder bei Dauerläufen 24 Stunden auf den Beinen ist, und die Rumänin Maria Veliscu sind beide für Zeiten unter 3:00 Stunden gut. Das hat Erstere durch den Streckenrekord bewiesen; Letztere durch den Erfolg beim diesjährigen Fürth-Marathon.

Inzwischen werden die Zimmer rund um Ebermannstadt knapp. Obwohl sich noch nicht alle angemeldet haben, mit denen Organisator Toni Eckert rechnet. „Was wohl an den nicht so optimalen Trainingsbedingungen liegen mag. Es war in den vergangenen Wochen einfach zu heiß.“ Einige hätten deshalb wohl abgewartet, ob die Temperaturen auch am Wochenende über 30 Grad liegen könnten. „Davon ist nicht auszugehen. Wir rechnen daher mit mehr als 100 Nachmeldungen.“

Dafür hat die Idee, eine Oberfränkische Marathon-Krone zu vergeben, sich als Zugpferd entpuppt. Fast 40 Läufer haben sich der Herausforderung gestellt und sind am Obermain- Marathon durch ein Mittelgebirge und beim Frankenweg-Lauf über Stock und Stein gerannt.

Als Abschluss geht es beim Straßenlauf an der Neideck vorbei nicht so hügelig zu. „Dieser Dreikampf ist eher eine Wertung für vielseitige Sportler und weniger etwas für Spezialisten“, ist sich Frankenweg-Lauf-Veranstalter Michael Cipura sicher. Die besten Chancen auf den Gesamtsieg aller drei Rennen haben Brigitte Knapp vom TSV Neuhaus/Aisch und Uwe Bäuerlein vom TSV 1860 Staffelstein.

Damit alles rund läuft, sind rund 500-600 Ehrenamtliche im Einsatz. „Vom Rettungsdienst über das THW bis zu den Feuerwehren, die für Sicherheit und Ordnung sorgen. Da sind die zahllosen Helfer der Ortsvereine bei den Dorffesten noch gar nicht mitgezählt“, so Toni Eckert.

Nach zwei Jahren, in denen der Fränkische Schweiz-Marathon auch als Bayerische Marathon- Meisterschaft ausgeschrieben war, wird diese Wertung diesmal und auch in den kommenden beiden Jahren fehlen, da sie beim München-Marathon angesiedelt wird. „Das kostet uns knapp 40 Starter“, so Toni Eckert. Der Sportamtsleiter des Landkreises rechnet dennoch mit stabilen Teilnehmerzahlen und hofft darauf, in zwei Jahren die Bayerische Halbmarathon- Meisterschaft nach Ebermannstadt holen zu können.

Neu ist die Idee, Sportler/-innen, die immer wieder die Lauf-Schuhe und Inline-Skates-zum Fränkische Schweiz-Marathon schnüren, besonders zu ehren. Im Jubilee-Club finden sich bislang elf Sportlerinnen und Sportler, die beim Fränkische Schweiz-Marathon mehr als zehn Mal beim Marathonlauf oder Inline-Skating-Marathon erfolgreich ins Ziel gekommen sind.

Darunter auch Rudolf Höhn (PostSV Nürnberg) und Alfred Schmitt (SG Neunkirchen am Brand) sowie Petra Horch als Inline-Skaterin, die von Anfang an ununterbrochen am Fränkische Schweiz-Marathon teilnehmen.

Bereits am Samstag ist der Nachwuchs bei den Sparkassen-Bambini- und Schülerläufen in Bewegung. Außerdem dürfen künftige Marathon-Spezialisten schon einmal beim Zehntel- Marathon ihre Ausdauer testen. Am Sonntag sind dann auch noch die Inline-Skater, die Handbiker, die 10 Kilometer-Läufer und die Halb-Marathonis auf der Bundesstraße zu sehen.

Erstmals mischt sich auch die mehrfache Deutsche Meisterin und Paralympics-Teilnehmerin Yvonne Pijahn vom BPRSV Cottbus unter die Handbiker. Eine alte Bekannte hingegen ist Sabine Berg vom RSV Blau-Weiß Gera, die als Speed-Skaterin schon drei Mal Weltmeisterin geworden ist. Wer es eher gemütlich angehen lassen möchte, der ist bei einem der Straßenfeste in Weilersbach, Rüssenbach, Gasseldorf, Streitberg oder Behringersmühle gut aufgehoben.

Da kann man dann den Samba-Tänzerinnen zusehen, Blaskapellen anhören und sich abseits der Strecke an den landschaftlichen Schönheiten erfreuen.

Mehr zum autofreien Sonntag unter Tel. 09191-86-1013, zum Fränkische Schweiz-Marathon unter 09191-86-1046 und zu den Sperrungen unter 09191-86-3200. Außerdem gibt es umfangreiche Informationen im Internet unter www.fs-marathon.de.de.

Schreibe einen Kommentar