Pro­test­ak­ti­on gegen Innen­mi­ni­ster Herr­mann in Bamberg

Pres­se­mit­tei­lung von Akti­on Flucht Bamberg:

Protestplakat

Pro­test­pla­kat

In der Nacht von 31.7. auf den 1.8.2018 wur­den an meh­re­ren Orts­ein­gangs­schil­dern Bam­bergs Pla­ka­te ange­bracht, die Joa­chim Herr­mann direkt anspre­chen. Herr­mann wur­de in sei­ner Funk­ti­on als baye­ri­scher Innen- und Inte­gra­ti­ons­mi­ni­ster am 1. August zur Eröff­nung bzw. Umwid­mung des neu­en soge­nann­ten „AnkER Zen­trums“ in Bam­berg erwar­tet. Die­se Erwar­tung stütz­te sich auf eine Anfra­ge von Journalist*innen im baye­ri­schen Innenministerium.

Die Pla­ka­te for­dern Herr­mann im dop­pel­ten Sin­ne zur „Umkehr“ auf.Erstens zum tat­säch­li­chen Umkeh­ren an der Bam­ber­ger Stadt­gren­ze und damit zur Unter­las­sung der Eröff­nung des „AnkER Zentrums“.Zweitens – stell­ver­tre­tend für die gesam­te Par­tei­spit­ze der CSU – zur gei­sti­gen Umkehr sei­nes Den­kens und poli­ti­schen Han­delns bezüg­lich der Asyl­po­li­tik und der davon betrof­fe­nen Menschen.Diese gefor­der­te Wen­de hin zu einer huma­ne­ren Poli­tik unter­streicht das Pla­kat durch den Bezug auf Jesus Chri­stus, des­sen Leben und Leh­re zumin­dest dem Namen nach einen Leit­ge­dan­ken der CSU darstellen.

Der Text des Pla­kats, auf dem Innen­mi­ni­ster Herr­mann neben einer gro­ßen Jesus­sta­tue zu sehen ist, lautet:

„Joa­chim Herrmann!
Kehr um!
Kehr um und glaub an das Evangelium.“

Und wei­ter:

„Eure AnkER entmenschlichen“

Hier­bei lässt das Pla­kat offen, ob es sich dabei um einen halb iro­ni­schen, halb bit­te­ren Appell an die CSU han­delt, sie möge end­lich zumin­dest ihre eige­nen namens­ge­ben­den Wer­te ernst neh­men, oder ob das Pla­kat mit bit­te­rem Ernst unter Beru­fung auf das Leben und Wir­ken Jesu die Asyl­po­li­tik der CSU anklagt.

Tat­säch­lich ist Joa­chim Herr­mann heu­te Mor­gen nicht in Bam­berg erschienen.Sein Fern­blei­ben deu­ten wir als einen Ver­such den Pro­te­sten, die zur Umbe­nen­nung des „AnkER Zen­trums“ vor dem Gebäu­de­kom­plex statt­fan­den, Öffent­lich­keits­wir­kung zu ent­zie­hen, um die Anker­zen­tren nicht mit gesell­schaft­li­chem Wider­stand in Ver­bin­dung zu brin­gen. Den wün­schens­wer­ten Fall, dass Herr­mann erst am Orts­schild dem Auf­ruf zur Umkehr gefolgt ist, hal­ten wir für weit weni­ger wahrscheinlich.

Wir hof­fen, dass sich die ange­rei­sten offi­zi­el­len Vertreter*innen an sei­ner statt ange­spro­chen fühlten.

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