Cari­tas und Dia­ko­nie Bam­berg-Forch­heim befürch­ten Abwer­tung der Altenpflegeausbildung

Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­ver­ord­nung wegen Absen­kung der Anfor­de­run­gen kritisiert

Eine Abwer­tung der Alten­pfle­ge befürch­ten Cari­tas und Dia­ko­nie von der Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­ver­ord­nung für Pfle­ge­be­ru­fe, die am 28. Juni 2018 im Bun­des­tag beschlos­sen wur­de. Von Alten­pfle­ge­rin­nen und ‑pfle­gern wür­den künf­tig weni­ger Kom­pe­ten­zen ver­langt als von Pfle­ge­fach­kräf­ten und in der Gesund­heits- und Kin­der­kran­ken­pfle­ge. Dies scha­de dem Image der Alten­pfle­ge, statt die Attrak­ti­vi­tät des Berufs zu erhöhen.

Eine Absen­kung des Kom­pe­tenz­ni­veaus in der Spe­zia­li­sie­rung in Alten­pfle­ge erken­nen der Cari­tas­ver­band für die Erz­diö­ze­se Bam­berg und das Dia­ko­ni­sche Werk Bam­berg-Forch­heim in der neu gere­gel­ten Aus­bil­dung. Die prü­fungs­re­le­van­ten Kom­pe­ten­zen für den Abschluss als Alten­pfle­ge­rin oder Alten­pfle­ger lägen unter­halb der Niveaus für die Aus­bil­dung zur/​m Pfle­ge­fach­frau /-mann und für die Spe­zia­li­sie­rung der Gesund­heits- und Kin­der­kran­ken­pfle­ge. „Damit wird die Alten­pfle­ge trotz ihrer kom­ple­xen Auf­ga­ben zu einem Aus­bil­dungs­be­ruf zwei­ter Klas­se degra­diert“, kri­ti­sie­ren die Vor­stän­de Hel­mar Fexer (Cari­tas) und Dr. Nor­bert Kern (Dia­ko­nie).

Bei­de hal­ten die­se Ent­wick­lung für nicht akzep­ta­bel, denn sie ste­he im Wider­spruch zum stei­gen­den und immer kom­ple­xer wer­den­den Ver­sor­gungs­be­darf: „Die Zahl alter und pfle­ge­be­dürf­ti­ger Men­schen, die eine anspruchs­vol­le Pfle­ge benö­ti­gen, nimmt zu. Eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Ver­sor­gung die­ser Men­schen kann so nicht sicher­ge­stellt werden.“

Fexer und Kern war­nen davor, Aus­zu­bil­den­de für die Alten­pfle­ge durch gerin­ge­re Anfor­de­run­gen gewin­nen zu wol­len. „Das quan­ti­ta­ti­ve Pro­blem der Per­so­nal­ak­qui­se darf nicht über aner­kann­te fach­li­che Stan­dards und qua­li­ta­ti­ve Ansprü­che an eine hoch­wer­ti­ge Alten­pfle­ge gestellt werden.“

Die Absen­kung des Aus­bil­dungs­ni­veaus wer­de dazu füh­ren, dass Alten­pfle­ge­kräf­te Kern­auf­ga­ben wie die Erhe­bung und Fest­stel­lung des indi­vi­du­el­len Pfle­ge­be­darfs, die Gestal­tung und Steue­rung des Pfle­ge­pro­zes­ses sowie die Ana­ly­se und Eva­lua­ti­on der pfle­ge­ri­schen Qua­li­tät nicht mehr erbrin­gen dürf­ten. „Sie wären dann nur noch befugt, an der Sei­te einer Pflegefachfrau/​eines Pfle­ge­fach­man­nes zu arbei­ten“, sagen Fexer und Kern vor­aus. Davon befürch­ten sie auch Kon­se­quen­zen auf das gesam­te Lohn­ge­fü­ge: „Das wird zu einer nied­ri­ge­ren tarif­li­chen Ein­stu­fung von Altenpfleger/​innen führen.“

Die Ver­rin­ge­rung der Anfor­de­run­gen kon­ter­ka­rie­re auch alle Bemü­hun­gen, das Anse­hen der Alten­pfle­ge zu stei­gern und die Attrak­ti­vi­tät des Berufs zu erhö­hen. Die von der Bun­des­re­gie­rung ange­kün­dig­te Image­kam­pa­gne, die mehr Men­schen für die Pfle­ge begei­stern will, „wird durch die neue Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­ord­nung ad absur­dum geführt.“ Fexer und Kern for­dern daher, das Kom­pe­tenz­ni­veau beim geson­der­ten Abschluss Alten­pfle­ge den geplan­ten Aus­bil­dungs­ab­schlüs­sen Pflegefachfrau/​Pflegefachmann und Gesund­heits- und Kin­der­kran­ken­pfle­ge gleichzustellen.

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