Mehr Geld für Bäcker im Kreis Kulmbach

Für 310 Beschäf­tig­te im Kreis Kulm­bach gilt neu­er Tarifvertrag

Sie backen ab sofort grö­ße­re Sem­meln: Im Land­kreis Kulm­bach bekom­men die rund 310 Beschäf­tig­ten in Bäcke­rei­en mehr Geld. Zum Juli stei­gen die Löh­ne im Ver­kauf um 2,7 Pro­zent, in der Pro­duk­ti­on und allen ande­ren Berei­chen um 2,5 Pro­zent. Damit haben gelern­te Bäcker und Bäcke­rei­fach­ver­käu­fe­rin­nen am Monats­en­de rund 60 Euro mehr auf dem Lohn­zet­tel. Das hat die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) mitgeteilt.

Die NGG Ober­fran­ken rät: „Die Beschäf­tig­ten soll­ten unbe­dingt die näch­ste Lohn­ab­rech­nung prü­fen. Denn zusätz­lich zur Erhö­hung gibt es eine Ein­mal­zah­lung von 190 Euro für alle Berufs­grup­pen.“ NGG-Geschäfts­füh­rer Micha­el Grundl spricht von einem „guten Ergeb­nis“ nach einer schwie­ri­gen Tarif­run­de. Musta­fa Öz, Ver­hand­lungs­füh­rer der Gewerk­schaft: „In den drei­mo­na­ti­gen Ver­hand­lun­gen haben sich die Arbeit­ge­ber lan­ge nicht bewegt und nur ein ‚Mage­r­an­ge­bot‘ von ledig­lich 1,8 Pro­zent vor­ge­legt. Her­aus­ge­kom­men ist dage­gen ein rich­ti­ges Lohn-Plus für die Arbeit­neh­mer, denn auch für das kom­men­de Jahr haben wir wei­te­re Lohn­stei­ge­run­gen zwi­schen 2,5 Pro­zent und 2,7 Pro­zent ver­ein­bart. Das kann sich sehen lassen.“

Mit Blick auf den Fach­kräf­te­man­gel in der Bran­che set­ze der neue Tarif­ver­trag ein wich­ti­ges Zei­chen. „Vie­le Betrie­be im Kreis Kulm­bach haben Pro­ble­me bei der Suche nach Fach­per­so­nal. Ob Mehl­staub und Hit­ze am Ofen oder Stress hin­ter der Ver­kaufs­the­ke – die Jobs in der Bäcke­reibran­che sind hart. Umso wich­ti­ger ist ein Ver­dienst, der zum Leben reicht. Einen Anspruch auf die Lohn­er­hö­hung hat jeder Beschäf­tig­te, der Gewerk­schafts­mit­glied ist und des­sen Arbeit­ge­ber in der Bäcker­innung ist.

Zugleich appel­liert die NGG Ober­fran­ken an die hei­mi­schen Bäcker­mei­ster, ihren Azu­bis auch eine Über­nah­me­ga­ran­tie zu bie­ten. Micha­el Grundl: „In den mei­sten Bran­chen ist es längst Stan­dard, dass man nach der Aus­bil­dung min­de­stens ein Jahr wei­ter im Unter­neh­men arbei­ten kann. Wer in der Bäcke­rei lernt, will auch eine siche­re beruf­li­che Per­spek­ti­ve.“ Bis­lang hät­ten sich die Arbeit­ge­ber jedoch gegen eine feste Ver­ein­ba­rung gewehrt.

Nach NGG-Anga­ben zählt das baye­ri­sche Bäcker­hand­werk rund 48.000 Beschäf­tig­te. Die Bran­che ist zuneh­mend von Groß­be­trie­ben geprägt. Vier Pro­zent der Betrie­be erwirt­schaf­ten fast zwei Drit­tel des Umsatzes.

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