Wei­ter­hin Hoch­kon­junk­tur im ober­frän­ki­schen Handwerk

Kon­junk­tur im ober­frän­ki­schen Hand­werk – II. Quar­tal 2018

Leicht gedämpf­te Erwar­tun­gen für die Zukunft – Umfra­ge der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken unter 567 Betrie­ben mit 7.847 Beschäftigten

Ober­fran­ken. Auch im II. Quar­tal 2018 stel­len die ober­frän­ki­schen Hand­werks­be­trie­be der Kon­junk­tur mehr­heit­lich ein gutes bis sehr gutes Zeug­nis aus. Ins­be­son­de­re die Geschäfts­la­ge, aber auch Indi­ka­to­ren wie Umsät­ze oder Auf­trags­ein­gän­ge zei­gen sich bes­ser als im Vor­quar­tal. Dazu Hand­werks­kam­mer­prä­si­dent Tho­mas Zim­mer: „Im ober­frän­ki­schen Hand­werk herrscht nach wie vor Hoch­kon­junk­tur. Zwar ist der Geschäfts­kli­ma­in­dex wie­der leicht auf 119 Punk­te zurück­ge­gan­gen, den­noch sind die befrag­ten Inha­be­rin­nen und Inha­ber mit der Geschäfts­la­ge hoch­zu­frie­den. Mehr als jeder neun­te von zehn Betrie­ben beur­teilt die aktu­el­le Situa­ti­on als gut oder befriedigend.“

Grund für den Rück­gang beim aktu­el­len Geschäfts­kli­ma­in­dex ist nicht die aktu­el­le Lage, son­dern sind die etwas gedämpf­ten Erwar­tun­gen für die Zukunft. „Zwar rech­nen stol­ze 81,3 % wei­ter­hin mit einer zufrie­den­stel­len­den Geschäfts­la­ge, den­noch zeich­nen sich erste Zwei­fel ab, ob es mit dem – nun bereits seit meh­re­ren Jah­ren andau­ern­den – Auf­schwung wie bis­her wei­ter­geht“, ergänzt Tho­mas Kol­ler, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der HWK für Ober­fran­ken. „Die Grund­stim­mung ist den­noch nach wie vor gut“, so Kol­ler wei­ter. „Mit einem Wert von durch­schnitt­lich 9,3 Wochen erreicht der Auf­trags­be­stand den höch­sten Wert seit über zehn Jah­ren. Die Kapa­zi­täts­aus­la­stung ist im Ver­gleich zu den Vor­mo­na­ten eben­falls gestiegen.“

Um die Hand­werks­kon­junk­tur sei es also wei­ter­hin her­vor­ra­gend bestellt, die Inha­be­rin­nen und Inha­ber sorg­ten sich aber um aktu­el­le poli­ti­sche Ent­wick­lun­gen, fasst der Haupt­ge­schäfts­füh­rer zusam­men. „Kon­kret befürch­ten eini­ge der Befrag­ten wei­ter stei­gen­de Kosten, u.a. auf­grund von Zöl­len. Zudem neh­men die Zwei­fel an der Sta­bi­li­tät der der­zei­ti­gen Regie­rungs­kon­stel­la­ti­on zu.“ Trotz die­ser Beden­ken haben in die­sem Quar­tal die ober­frän­ki­schen Betrie­be einen posi­ti­ven Beschäf­ti­gungs­bei­trag gelei­stet. Mit einem Sal­do von 6,5 Pro­zent­punk­ten ist die Zahl der Beschäf­tig­ten im Ver­gleich zum Vor­quar­tal wie­der gestiegen.

Auch oder gera­de wegen der anhal­tend star­ken Kon­junk­tur ver­mis­sen vie­le Mit­glieds­be­trie­be steu­er­li­che Ent­la­stun­gen. Tho­mas Zim­mer: „Wir erwar­ten, dass nun auch die von der guten kon­junk­tu­rel­len Lage pro­fi­tie­ren, die sie erwirt­schaf­ten.“ Die Abfla­chung des Mit­tel­stands­bauchs und die Redu­zie­rung der kal­ten Pro­gres­si­on sind vor dem Hin­ter­grund der hohen Steu­er­ein­nah­men not­wen­dig. Auch mit Blick auf den Fach­kräf­te­be­darf for­dert Zim­mer „dass Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer glei­cher­ma­ßen von steu­er­li­chen Ent­la­stun­gen pro­fi­tie­ren. Mög­lich wäre das auch über geziel­te Maß­nah­men, wie der Befrei­ung von Zula­gen, die der Arbeit­ge­ber gewährt, von der Steu­er- und Sozialabgabenpflicht.“

Ein­schät­zun­gen aus ein­zel­nen Handwerkszweigen:

  • Ins­ge­samt hat sich die Hand­werks­kon­junk­tur im Ver­gleich zu Jah­res­be­ginn noch­mals spür­bar ver­bes­sert (61,5 % gute Geschäfts­la­ge, 32,5 % befrie­di­gen­de Geschäftslage)
  • Die Bau- und Aus­bau­hand­wer­ke zei­gen aber­mals die beste Kon­junk­tur seit lan­gem: 76 % bzw. 73,5 % berich­te­ten von einer guten Geschäfts­la­ge. Gera­de ein­mal 2 % bzw. 1,5 % spre­chen vom Gegenteil.
  • Ähn­lich gut ist die Geschäfts­la­ge von Zulie­fe­rern und Betrie­ben des gewerb­li­chen Bedarfs. Auch hier sind die Wer­te höher als im Vor­jahr und fast zwei Drit­tel sind sehr zufrieden.
  • Das Kfz-Hand­werk scheint sich von den Rück­gän­gen im Han­del mit Die­sel­fahr­zeu­gen wie­der etwas erholt zu haben. Inha­ber ver­mel­den deut­lich bes­se­re Wer­te als im Vor­quar­tal. Trotz einer ins­ge­samt bes­se­ren Geschäfts­la­ge hat sich der Sal­do aus „gut“ und „schlecht“ auf nun 38 Pro­zent­punk­te leicht verringert.
  • Die Nah­rungs­mit­tel­hand­wer­ke sind die ein­zi­ge Gewer­be­grup­pe, die im Vor­jah­res­ver­gleich leich­te Ein­bu­ßen hin­neh­men muss­te. Dies ist u.a. auch auf das Oster­ge­schäft zurück­zu­füh­ren, das in die­sem Jahr zum Teil bereits in das I. Quar­tal fiel. Den­noch spre­chen 46 % der Inha­ber von einer guten, wei­te­re 42 % von einer befrie­di­gen­den Geschäftslage.
  • Die posi­ti­ven Erwar­tun­gen bei den Gesund­heits­hand­wer­ken haben sich bestä­tigt. Nach einem schwa­chen I. Quar­tal ver­mel­de­ten nun 90 % der befrag­ten Betrie­be min­de­stens eine befrie­di­gen­de Geschäftslage.
  • Ver­gli­chen mit den Vor­jah­res­zah­len haben Fri­seu­re und Kos­me­ti­ker deut­lich zuge­legt. 42,5 % sind mit den Geschäf­ten zufrie­den, wei­te­re 41 % bezeich­nen sie als gut

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