Weihbischof Herwig Gössl feiert 25 Jahre Priesterweihe

„Christus in allem präsent und bewusst halten“: Erzbischof Schick würdigt Weihbischof Gössls priesterliches Wirken anlässlich dessen 25-jährigen Weihejubiläums

Mit einem festlichen Gottesdienst hat Weihbischof Herwig Gössl im Bamberger Dom sein silbernes Jubiläum anlässlich der Priesterweihe vor 25 Jahren gefeiert. Erzbischof Ludwig Schick würdigte Gössl in seiner Predigt als einen guten Priester, der „den heiligen Ursprung der Kirche, Jesus Christus, in allem präsent und bewusst gehalten“ habe. Dafür dankte Schick Gössl und dessen Weihekollegen.

Um bei einem solchen Jubiläum zu danken und zu bitten, sagte Schick, müsse man das Wesen des priesterlichen Dienstes verstehen. Deshalb solle an diesem Tag die Frage nach dem Sinn und Zweck des Priestertums in der Kirche an vorderster Stelle stehen. „Der priesterliche Dienst besteht erstens im Sammeln, Heiligen und Einfügen, zweitens im ,Zum-Zug-kommen-lassen‘ und drittens darin, das Fundament des Glaubens und der Kirche, Jesus Christus, bewusst zu halten“, fasste Schick zusammen. Priesterlicher Dienst sei immer missionarisch. „Er will nicht nur die vorhandene Herde erhalten und bewahren, er will immer neue Christen werben“, so Schick. Die Rede vom Heiligen Rest oder von der kleinen Schar, die sich selbst genügt, sei nicht christlich und entspreche nicht dem Evangelium.

Die Gesammelten sollten vom Priester geheiligt werden. Heiligkeit bestehe zuerst darin, dass die Zehn Gebote gehalten werden. Ein Priester müsse sie deshalb konsequent lehren und vollkommen einhalten, so Schick: „Die Kirche muss eine heilige sein und das nicht in der Theorie, sondern in gelebter Praxis.“ Dies werde erreicht, „wenn das Hauptgebot Jesu befolgt wird und man mit ganzem Herzen und Verstand Gott liebt und den Nächsten wie sich selbst“, sagte Schick. Priester seien zum Werkzeug der Heiligkeit bestimmt.

Die Gesammelten und Geheiligten müssten vom Priester in das Volk Gottes und den Leib Christi eingefügt werden. Die Gläubigen, die den Heiligen Geist empfangen haben, hätten verschiedene Charismen und Gaben. Der Priester müsse sie zum Wohl aller in Kirche und Welt zum Zug kommen lassen.

Dabei komme den Priestern die Aufgabe zu, zu inspirieren, zu moderieren und zu integrieren. „Wir sollen den Geist Gottes in den Menschen fördern, damit er realisiert wird, moderieren, dass jeder seinen Ort findet, wo er seine Geistesgaben einsetzen kann und integrieren, damit ein gemeinsames Joint-venture daraus wird.“

Zudem müssten Priester den heiligen Ursprung des Glaubens und der Kirche wahren, der Jesus Christus sei: „Wir müssen das klare Bekenntnis immer wieder ins Bewusstsein bringen und verkünden, dass es in der Kirche kein anderes Fundament als Jesus Christus geben kann“, sagte Erzbischof Schick. Das habe Weihbischof Herwig Gössl in seinem priesterlichen und bischöflichen Wirken konsequent getan.

Am 26. Juni 1993 wurde Weihbischof und Dompropst Herwig Gössl zusammen mit sieben Mitbrüdern durch den damaligen Erzbischof von Bamberg, Elmar Maria Kredel, zum Priester geweiht. Am 24. Januar 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum Weihbischof im Erzbistum Bamberg. Erzbischof Ludwig Schick spendete ihm am 15. März desselben Jahres die Bischofsweihe.

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