Gene­ral­ver­samm­lung der Bür­ger-für-Bür­ger-Ener­gie e.G. in Neun­kir­chen a.B.

Nach­hal­ti­ge Zukunft wich­ti­ger als Gewinn

Alter und neuer Vorstand: Eugen Rittmeyer, Barbara Cunningham, Emmerich Huber. Foto: Eugen Rittmeyer

Alter und neu­er Vor­stand: Eugen Ritt­mey­er, Bar­ba­ra Cun­ning­ham, Emme­rich Huber. Foto: Eugen Rittmeyer

Nun schon 6 Jah­ren gibt es die Bür­ger-für-Bür­ger-Ener­gie eG für den Land­kreis Forch­heim, zum Ende des Jah­res 2017 hat­te sie 140 Mit­glie­der und knapp 450.000 Euro Eigen­ka­pi­tal. Betei­ligt ist sie an zwei Wind­parks (Bet­zen­stein und Wat­ten­dorf), einer Pho­to­vol­ta­ik-Frei­flä­chen­an­la­ge (Utten­reuth) und ist Eigen­tü­me­rin einer PV-Anla­ge auf dem Bau­hof Neun­kir­chen. Über die Frei­flä­chen­an­la­ge in Utten­reuth gehört sie zu den Bür­ger­kraft­wer­ken, die durch die Mar­ke Bava­ria­strom erneu­er­ba­ren Strom direkt an End­kun­den lie­fern. Die Pro­jek­te und Betei­li­gun­gen lau­fen zufrie­den­stel­lend bis gut. Auch der Wind­park Bet­zen­stein läuft trotz eini­ger, inzwi­schen größ­ten­teils beho­be­ner, tech­ni­scher Pro­ble­me, nun im Soll.

Beim Car­sha­ring mit einem Renault ZOE ZE 40 Intens (mit einer rea­len Reich­wei­te von 300 km), das nun seit einem guten Jahr ange­bo­ten wird, hat­te man einen Ver­lust bewußt in Kauf genom­men. Die Aus­la­stung hat noch erheb­lich Luft nach oben, auch Wer­be­flä­chen sind auf dem eMo­bil noch anmiet­bar. Auf­sichts­rat und Vor­stand sind sich jedoch einig, in die­sem Seg­ment wei­te­re Pio­nier­ar­beit im Sin­ne der Ener­gie­wen­de lei­sten zu wol­len. Die BfB setzt dar­auf, daß sich das Car­sha­ring lang­fri­stig im Land­kreis Forch­heim durch­setzt und sich ein Ver­bund eta­bliert. Hier­zu ist sie in Kon­takt mit wei­te­ren inter­es­sier­ten Kom­mu­nen und Unternehmen.

Ins­ge­samt konn­te die BfB einen Gewinn von über 9.000 Euro aus­wei­sen, was nach Abzug der gesetz­li­chen Rück­la­ge eine Ren­di­te von 2,49% bedeutet.

Vor­stands­mit­glied Bar­ba­ra Cun­ning­ham beton­te in einem „Zwi­schen­ruf“, daß Ener­gie-Genos­sen­schaf­ten zu den Pio­nie­re der Zukunft zäh­len, da sie anders wirt­schaf­ten als ande­re Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, denn Genos­sen­schaf­ten stel­len den Nut­zen für ihre Mit­glie­der vor den Gewinn. Wie ande­ren Pio­nie­ren der Zukunft ist es der BfB wich­tig, die Res­sour­cen zu scho­nen und die Lebens­grund­la­gen für uns und künf­ti­ge Genera­tio­nen zu erhal­ten. Das sei, so Cun­ning­ham, mit bewuß­te­rem Leben und Kon­sum ohne Ein­bu­ße an Lebens­qua­li­tät auch durch­aus mög­lich und drin­gend geboten.

Zu Beginn der Gene­ral­ver­samm­lung hat­te Nor­bert Zösch als Geschäfts­füh­rer des Stadt­werks Haß­furt des­sen viel­fäl­ti­ge Geschäfts­fel­der vor­ge­stellt. Als eines der fort­schritt­lich­sten Stadt­wer­ke der wei­te­ren Regi­on zeigt es, was mit Ein­falls­reich­tum und Aus­pro­bie­ren, alles mög­lich ist, wenn man es gut plant und wagt. Gemein­sam mit Part­nern betreibt das Stadt­werk Haß­furt sogar ein zukunfts­wei­sen­des „Power to Gas“-Projekt. Das Stadt­werk pro­du­ziert mit Pho­to­vol­ta­ik, Wind­kraft und Bio­gas bereits mehr Strom, als im Umkreis ver­braucht wer­den kann. Mit dem über­schüs­si­gem Strom wird in der „Power to Gas“-Anlage in indu­stri­el­lem Umfang Was­ser durch Ele­kro­ly­se in Sauer­stoff und Was­ser­stoff auf­ge­trennt. Wäh­rend man für den Sauer­stoff noch kei­ne ren­ta­ble Ver­wen­dung gefun­den hat, wird der Was­ser­stoff dem Ergas­netz bei­gemischt, in der nahe­lie­gen­den Mäl­ze­rei ver­braucht, oder gespei­chert. Als wei­te­res Zukunfts­mo­dell in Pla­nung ist ein rein mit Was­ser­stoff betrie­be­nes Blockheizkraftwerk.

Bei der dies­jäh­ri­gen Gene­ral­ver­samm­lung stan­den als wich­ti­ge Punk­te außer­dem die Ent­la­stung und die Neu­wah­len von Auf­sichts­rat und Vor­stand an. Sowohl Auf­sichts­rat, als auch Vor­stand wur­den ohne Gegen­stim­me entlastet.

Für den Auf­sichts­rat stell­ten sich erfreu­li­cher­wei­se mit Dr. Andre­as Mich­al­ka und Edgar Fries zwei jün­ge­re Mit­glie­der zur Ver­fü­gung, so daß nun Dr. Mich­al­ka (Vor­sit­zen­der), Rüdi­ger Sud­hof (Stell­ver­tre­ter), Edgar Fries, Dr. Chri­stopf Wurm­tha­ler, Wie­land Uecker und Prof. Johan­nes Jahn die Auf­sicht führen.

Beim Vor­stand gab es kei­ne Ände­rung. Der bis­he­ri­ge Vor­stand wur­de ohne Gegen­stim­me im Amt bestä­tigt und besteht somit nach wie vor, wenn auch vor­läu­fig nur für ein Jahr, aus Bar­ba­ra Cun­ning­ham, Emme­rich Huber und Eugen Ritt­mey­er. Die von den alten und neu­en Vor­stän­den vor­ge­schla­ge­ne Beschrän­kung auf ein Jahr soll die Mög­lich­keit offen hal­ten, dass auch rela­tiv kurz­fri­stig jün­ge­re Genera­tio­nen nach­rücken können.

In einem kur­zen Aus­blick rief der bis­he­ri­ge Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Sud­hoff die Anwe­sen­den auf, nach geeig­ne­ten Pro­jek­ten für die BfG Aus­schau zu hal­ten und gab eine Pro­gno­se für 2018/2019: „Wir kön­nen wei­ter von einem soli­den Ertrag und einem Gewinn auf dem Niveau von 2017 ausgehen“.

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