Uni­ver­si­tät Bam­berg: Abschieds­vor­le­sung Seba­sti­an Kemp­gens zur Grün­dungs­le­gen­de der ukrai­ni­schen Hauptstadt

Nach 27 Jahren als Professor an der Universität Bamberg verabschiedet sich Sebastian Kempgen mit einer öffentlichen Vorlesung . Quelle: Jürgen Schabel/Universität Bamberg
Nach 27 Jahren als Professor an der Universität Bamberg verabschiedet sich Sebastian Kempgen mit einer öffentlichen Vorlesung . Quelle: Jürgen Schabel/Universität Bamberg

Kiew als Mut­ter aller rus­si­schen Städte?

Kiew, die „Mut­ter aller rus­si­schen Städ­te“ – ange­sichts der gegen­wär­ti­gen Span­nun­gen zwi­schen Russ­land und der Ukrai­ne lebt die Dis­kus­si­on um die Bedeu­tung des Bei­na­mens der ukrai­ni­schen Haupt­stadt wie­der auf. Kiew trägt die­sen Namens­zu­satz seit dem 11. Jahr­hun­dert. Die Bezeich­nung stammt aus der älte­sten über­lie­fer­ten Chro­nik aus dem ost­sla­wi­schen Gebiet, der Nestor­chro­nik, die im ortho­do­xen Kie­wer Höh­lenk­lo­ster aus unter­schied­li­chen Quel­len zusam­men­ge­setzt wur­de. In den Mund gelegt wur­de sie dem Für­sten Oleg, der sich im Jahr 882 Kiew aneig­ne­te und damit den Grund­stein für die „Kie­wer Rus“, den ersten Staat im ost­sla­wi­schen Raum leg­te. Um die eigent­li­che Grün­dung der Stadt ran­ken sich jedoch vie­le Mythen. Dr. Seba­sti­an Kemp­gen, Pro­fes­sor für Sla­vi­sche Sprach­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät Bam­berg, geht die­sen Geschich­ten in sei­ner öffent­li­chen Abschieds­vor­le­sung am Diens­tag, den 12. Juni 2018, auf den Grund.

Zur Fra­ge, wer Kiew gegrün­det hat, hat die Nestor­chro­nik eine kla­re Hal­tung: Danach waren es die drei Brü­der Kij, Šček, Cho­riv und ihre Schwe­ster Lybed vom Stamm der Pol­ja­nen, der „Feld­be­woh­ner“, die die Stadt ins Leben geru­fen und damit die sla­vi­sche Herr­schaft legi­ti­miert haben. Im Volks­mund wird die Legen­de wört­lich genom­men, was zahl­rei­che Denk­mä­ler zu Ehren der Geschwi­ster bewei­sen. „Wie histo­risch die­se Über­lie­fe­rung tat­säch­lich zu neh­men ist und wann es genau zur Stadt­grün­dung kam, dazu gibt es zwar zahl­rei­che For­schun­gen, aber wenig exak­tes Wis­sen“, erklärt Seba­sti­an Kemp­gen. In sei­nem Vor­trag hält er eine ganz neue Lösung die­ses alten Rät­sel bereit.

Nach 27 Jah­ren als Pro­fes­sor für Sla­vi­sche Sprach­wis­sen­schaft ist Seba­sti­an Kemp­gen dienst­äl­te­ster akti­ver Pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Die Abschieds­vor­le­sung fin­det um 19 Uhr in der Aula der Uni­ver­si­tät, Domi­ni­ka­ner­stra­ße 2a, statt.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter www​.uni​-bam​berg​.de/​s​l​a​v​l​i​n​g​/​n​e​w​s​-​s​l​a​v​l​ing.

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