Betrü­ge­ri­sche Anru­fe: „Rate mal, wer dran ist?“

OBER­FRAN­KEN. Häu­fig begin­nen Betrü­ger am Tele­fon mit die­sem Gesprächs­ein­stieg ihre Masche. Am Don­ners­tag­nach­mit­tag schlu­gen die orga­ni­sier­ten Täter in Kulm­bach zu und ergau­ner­ten bei einer Senio­rin einen fünf­stel­li­gen Euro­be­trag. Bei wei­te­ren Fäl­len in ganz Ober­fran­ken kam es zu kei­nen Geldübergaben.

Als angeb­li­che Enkel, hil­fe­be­dürf­ti­ge Ver­wand­te oder fal­sche Poli­zei­be­am­te gaben sich min­de­sten zwölf Anru­fer in den letz­ten 24 Stun­den bei Senio­ren in Ober­fran­ken aus, um an deren Geld zu kommen.

So gelang es höchst pro­fes­sio­nel­len Straf­tä­tern, eine betag­te Frau aus Kulm­bach von der Not­la­ge der Nich­te zu über­zeu­gen. Die Rent­ne­rin hob von ihrer Bank 40.000 Euro ab und über­gab die Sum­me am Don­ners­tag gegen 17 Uhr im Bereich der Stra­ße „Schwe­den­steg“ an einen unbe­kann­ten, zir­ka 30 Jah­re alten und rund 175 Zen­ti­me­ter gro­ßen Abho­ler. Nach dem Bekannt­wer­den der Tat, eini­ge Stun­den spä­ter, fahn­de­te die Kulm­ba­cher Poli­zei umge­hend nach dem mit einer Jeans und einem braun-grau­en Pull­over beklei­de­ten, blon­den Mann, konn­te ihn jedoch nicht mehr fas­sen. Die Kri­mi­nal­po­li­zei Bay­reuth hat die Ermitt­lun­gen übernommen.

Gera­de noch ver­hin­dern konn­te die Forch­hei­mer Poli­zei eine Geld­über­ga­be, nach­dem eine auf­merk­sa­me Nach­ba­rin die Beam­ten ver­stän­dig­te. Sie bekam mit, wie eine 83-jäh­ri­ge Frau 15.000 Euro nach Hau­se brach­te und mit angeb­li­chen Poli­zei­be­am­ten tele­fo­nisch einen Über­ga­be­ter­min ver­ein­bar­te. Die ech­ten Poli­zi­sten warn­ten die Frau und ver­ei­tel­ten so die Straftat.

Das Miss­trau­en einer Bank­an­ge­stell­ten aus Kulm­bach ist es zu ver­dan­ken, dass ein älte­rer Herr nicht um 50.000 Euro erleich­tert wur­de. Der Seni­or woll­te das Geld von sei­nem Kon­to abhe­ben, was der Mit­ar­bei­te­rin selt­sam vor­kam. Sie ver­stän­dig­te die Kri­mi­nal­po­li­zei Bay­reuth, die sehr schnell ermit­tel­te, dass auch hier eine angeb­li­che Enke­lin um Geld bat.

Die ver­schie­de­nen Facet­ten des soge­nann­ten Call­cen­ter-Betrugs beschäf­ti­gen die ober­frän­ki­sche Kri­mi­nal­po­li­zei seit langem.

Das Poli­zei­prä­si­di­um Ober­fran­ken rät daher den, vor allem älte­ren Mitbürgern:

  • Sei­en sie skep­tisch, wenn sie tele­fo­nisch um Geld gebe­ten oder sie über ihre Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen aus­ge­fragt wer­den! Die ech­te Poli­zei wür­de so etwas nie­mals tun!
  • Über­ge­ben sie kei­nem Frem­den Geld, auch wenn er angeb­lich von Ver­wand­ten geschickt wurde!
  • Ver­ge­wis­sern sie sich durch einen Rück­ruf, ob ein Ver­wand­ter tat­säch­lich finan­zi­el­le Hil­fe benö­tigt oder holen sie sich Rat bei Ver­trau­ens­per­so­nen oder Freunden!

An die Mit­ar­bei­ter von Kre­dit­in­sti­tu­ten appel­liert die Polizei:

  • Sei­en sie miss­trau­isch, wenn eine älte­re Per­son einen hohen Geld­be­trag abhe­ben möch­te. Beden­ken sie, dass die Senio­ren ihre finan­zi­el­le Lebens­lei­stung ver­lie­ren könn­ten. Infor­mie­ren sie umge­hend die Poli­zei, wenn sie einen Betrugs­ver­dacht hegen!

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