Sonn­tags­ge­dan­ken zu Pfing­sten

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Vor 100 Jah­ren beschwer­ten sich frän­ki­sche Land­wir­te über ihren Pfar­rer, weil er anders als sein Amts­vor­gän­ger nicht über die Chri­sten damals in Korinth pre­dig­te, son­dern über sie, sei­ne Gemein­de.

So distan­ziert, kühl über den christ­li­chen Glau­ben reden, das wäre auch uns recht. Aber heu­te an Pfing­sten geht es um uns kon­kret, nicht um einen Aspekt der Glau­bens­leh­re oder ein Ereig­nis der Kir­chen­ge­schich­te. Die land­läu­fi­ge Ein­schät­zung des Pfingst­fe­stes hat schon vor Jah­ren der SPIE­GEL, das kir­chen­kri­ti­sche Nach­rich­ten­ma­ga­zin, durch eine Bild­col­la­ge so aus­ge­drückt: Da sah man auf zwei Fotos eine gäh­nend lee­re Kir­che und ein über­füll­tes Frei­bad.

Der Apo­stel Pau­lus woll­te den selbst­be­wuss­ten, auf ihre Frei­heit so stol­zen Chri­sten in Korinth, er will uns heu­te klar­ma­chen, dass wir mit den mensch­li­chen Wün­schen und Maß­stä­ben nichts vom christ­li­chen Glau­ben, vom christ­li­chen Leben begrei­fen. Wer sich durch­setzt, etwas erreicht, der genießt Anse­hen in der Gesell­schaft. Gott aber hat den am Kar­frei­tag so elend Hin­ge­rich­te­ten zum “ewi­gen Leben” geführt. Was für ein Trost für die vom Schick­sal Gebeu­tel­ten, für die Gemobb­ten und Unter­drück­ten! Got­tes Hei­li­ger Geist allein kann Men­schen zum christ­li­chen Glau­ben füh­ren, er allein baut die Kir­che. Die­se Ein­sicht ent­la­stet und bela­stet uns zugleich. Wir müs­sen uns nicht als Ver­sa­ger füh­len, wenn die Kir­chen sich lee­ren. Wir kön­nen aber auch trotz des bewun­derns­wer­ten Enga­ge­ments vie­ler Chri­sten nichts erzwin­gen. Frü­her muss­te man der Kir­che ange­hö­ren, was zu Heu­che­lei, ja zu Gewalt führ­te und dem Chri­sten­tum mehr scha­de­te als alle Angrif­fe der Athe­isten. Heu­te leben wir in einem frei­en Land, wofür wir Gott dan­ken soll­ten, und die­se Frei­heit kann eben auch dazu füh­ren, dass sich jemand von Glau­be und Kir­che abwen­det. Unse­re Auf­ga­be ist es, um den Hei­li­gen Geist für uns und die Mit­men­schen zu bit­ten, dass er uns alle in Eben­bil­der Chri­sti ver­wan­deln möge. Wer flei­ßig betet, in der Bibel liest, der ist offen für den Geist Got­tes, der wird dann auch erken­nen, wer heu­te sein Näch­ster ist, wer heu­te gera­de ihn braucht.

Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

Infos zu Chri­sti­an Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/​Aisch
  • Stu­di­um der evang. Theo­lo­gie 1985 – 1990 in Neu­en­det­tels­au
  • Vika­ri­at in Schorn­weiss­ach-Vesten­bergs­greuth 1993 – 1996
  • Pro­mo­ti­on zum Dr. theol. 1995
  • Ordi­na­ti­on zum ev. Pfar­rer 1996
  • Dienst in Nürnberg/​St. Johan­nis 1996 – 1999
  • seit­her in Neustadt/​Aisch
  • blind