Monika Vieth: „Online-Verbrechen haben handfeste Auswirkungen auf Opfer“

Tag der Kriminalitätsopfer: WEISSER RING rückt Internetkriminalität in den Fokus

Das Internet bietet viele Vorteile und ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Allerdings kann man im Netz auch zum Opfer werden, egal ob jung oder alt. Darauf macht der WEISSE RING am Tag der Kriminalitätsopfer am 22. März aufmerksam. Monika Vieth, Leiterin der Außenstelle Forchheim, WEISSER RING e.V. betont: „Auch online verübte Verbrechen haben auf die reale Lebenswelt eines Opfers handfeste Auswirkungen.“

Laut einer repräsentativen Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom ist bereits fast jeder zweite deutsche Internetnutzer (49 Prozent) schon zum Opfer von Internetkriminalität geworden. Die Maschen der Täter, die im Netz ihre Identität verschleiern können, sind vielseitig: Sie infizieren beispielsweise Computer mit Schadprogrammen, betrügen bei Online-Geschäften, greifen Bankdaten ab oder bedrohen und erpressen mit hochgeladenen Bildern und Videos. Durch die weltweiten Vernetzungsmöglichkeiten des Internets müssen sich die Täter für ihre Tat gar nicht in Deutschland befinden. Fast die Hälfte aller von Internetkriminalität Betroffenen trägt der Bitkom-Studie zufolge finanziellen Schaden davon. Sie müssen beispielsweise teure Reparaturdienste oder Rechtsberatungen zahlen.

„Nicht vergessen werden dürfen die psychischen Belastungen, unter denen Opfer leiden“, sagt Vieth „Betroffene fühlen sich machtlos und Tätern schutzlos ausgeliefert.“ Häufig würden sie wieder erneut zu Opfern, da Täter kompromittierendes und erpresserisches Material nicht löschten, sondern es stattdessen immer wieder gegen sie verwenden könnten, so Vieth weiter. Dazu komme bei vielen die Scham, überhaupt auf einen Online-Betrüger hereingefallen zu sein. Auch Resignation spiele eine Rolle: Oftmals würden Betroffene denken, dass die Täter sowieso nicht ermittelt werden könnten. Daher würde auch keine Anzeige erstattet. Vieth betont aber: „Wer Opfer von Internetkriminalität wird, muss sich nicht schämen. Täter arbeiten mit raffinierten Methoden.“

Der WEISSE RING möchte Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu holen: beispielsweise bei Vertrauenspersonen, bei der Polizei – und natürlich beim WEISSEN RING.

Der Verein informiert in Broschüren und Flyern sowie auf seiner Website zum Thema Internetkriminalität. „Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz. Dennoch können Internetnutzer etwas für die eigene Sicherheit tun“, sagt Vieth. Der WEISSE RING rät dazu, aktuelle Virenscanner und zusätzliche Sicherheitssoftware wie Firewalls zu nutzen. Betriebssysteme der Rechner, Smartphones und Tablets sollten stets mit neuen Updates des Herstellers versehen sein. Gleiche Passwörter sollten nicht mehrmals für unterschiedliche Zugänge wie beispielsweise E-Mail-Programme und soziale Netzwerke verwendet und regelmäßig gewechselt werden. Auch sollten sie mindestens aus sieben Zeichen und immer aus einer Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. „Wichtig ist auch das eigene Verhalten im Netz“, sagt Vieth Mit eigenen Daten wie Fotos, Adressen und Telefonnummern sollte zurückhaltend umgegangen werden. Je mehr öffentlich preisgegeben werde, desto einfacher könne damit Missbrauch betrieben werden.

Zum diesjährigen Tag der Kriminalitätsopfer rückt der WEISSE RING Internetkriminalität besonders in den Fokus. Seine über 3.000 ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opferhelfer gehen bundesweit auf die Straße, nehmen an Diskussionsrunden teil und starten Aktionen, um über das Thema und Möglichkeiten der Prävention zu informieren. Thematisiert werden auch die Hilfen, die Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität vor Ort in Forchheim, Stadt und Landkreis leisten kann.