Beton­flut ade: Bünd­nis reicht Unter­schrif­ten für Volks­be­geh­ren ein

Auch zahl­rei­che Unter­schrif­ten aus Bam­berg sind dabei

Die erste Hür­de zum Volks­be­geh­ren ist genom­men: 48.225 Unter­schrif­ten wur­den am Mitt­woch vom Bünd­nis „Beton­flut ein­däm­men“ an das Innen­mi­ni­ste­ri­um über­ge­ben. So vie­le, wie bei kei­nem ande­ren Volks­be­geh­ren in der jüng­sten baye­ri­schen Geschich­te. Mit ihren Fah­nen und Trans­pa­ren­ten stell­ten sich die Akti­ven der vie­len Unter­stüt­zer­ver­bän­de sym­bo­lisch einem Bag­ger vor dem Innen­mi­ni­ste­ri­um ent­ge­gen, um die baye­ri­sche Hei­mat zu schüt­zen. Beglei­tet von Pau­ken und Trom­pe­ten beton­ten die Bünd­nis­ver­tre­te­rin­nen und ‑ver­tre­ter vor der Über­ga­be die Dring­lich­keit, end­lich eine ver­bind­li­che gesetz­li­che Höchst­gren­ze für den Flä­chen­ver­brauch zu schaf­fen.

Bünd­nis­spre­cher Lud­wig Hart­mann bedank­te sich stell­ver­tre­tend bei allen Unter­zeich­nen­den: „Gemein­sam haben wir die­ses wich­ti­ge Volks­be­geh­ren über die erste Hür­de geho­ben. Knapp 50.000 gül­ti­ge Unter­schrif­ten sind ein star­kes Signal, wie wich­tig den Men­schen in Bay­ern der Schutz unse­rer Natur und Kul­tur­land­schaft – unse­rer Hei­mat – ist.“ Für die Grü­nen ist das Volks­be­geh­ren eine Not­brem­se, die den unge­zü­gel­ten Flä­chen­fraß auf­hal­ten muss. Lisa Badum MdB und Kli­ma­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Bun­des­tags­frak­ti­on von Bünd­nis 90/​Die Grü­nen meint: „Die zahl­rei­chen Unter­schrif­ten sind auch ein Signal für den Kli­ma­schutz. Mit einem Stopp der aus­ufern­den Ver­sie­ge­lung der Bay­ri­schen Flä­chen schüt­zen wir die Umwelt und erhal­ten die Lebens­qua­li­tät der Men­schen vor Ort.“

Bam­berg setzt ein Signal

Auch in Bam­berg ist der hohe Flä­chen­ver­brauch immer wie­der ein viel­dis­ku­tier­tes The­ma. Ursu­la Sowa, Grü­ne Spit­zen­kan­di­da­ten zur Land­tags­wahl, sieht durch das Volks­be­geh­ren einen Nerv der Zeit getrof­fen: „Ein flä­chen­in­ten­si­ver Gewer­be­park Muna im Haupt­s­moor­wald kommt für die Grü­nen in Bam­berg nicht infra­ge, der Flä­chen­ver­brauch von cir­ca 50 Hekt­ar ist deut­lich zu hoch. Durch klu­ges Bau­en lie­ßen sich schon jetzt bestehen­de Gewer­be­flä­chen ver­dich­ten und die unter­neh­me­ri­sche Nach­fra­ge befrie­di­gen.“ Der Grü­ne Kreis­ver­band konn­te schnell 500 Men­schen dafür gewin­nen, ihre Unter­schrift fürs Volks­be­geh­ren abzu­ge­ben. Andre­as Lösche, Direkt­kan­di­dat für den Bezirks­tag, fügt des­halb hin­zu: „Der Lan­des­ent­wick­lungs­plan der Staats­re­gie­rung führt zur Zer­sie­de­lung unse­rer Hei­mat und zu einer Ver­ödung unse­rer Dör­fer. Die Men­schen in Bay­ern aber wol­len dies nicht, das wird das Volks­be­geh­ren zei­gen.”

Die Unter­schrif­ten­samm­lung geht wei­ter

In Mün­chen prüft das Innen­mi­ni­ste­ri­um nun den Zulas­sungs­an­trag. Ist das Gesetz aus sei­ner Sicht zuläs­sig, muss es einen zwei­wö­chi­gen Ein­tra­gungs­ter­min benen­nen. Der beginnt frü­he­stens acht, spä­te­stens zwölf Wochen nach Bekannt­ga­be. Kommt das Innen­mi­ni­ste­ri­um zu dem Ergeb­nis, dass der Gesetz­ent­wurf gegen die Ver­fas­sung ver­stößt, kommt der Baye­ri­sche Ver­fas­sungs­ge­richts­hof ins Spiel. Dort wird bin­nen drei Mona­ten eine Ent­schei­dung getrof­fen. Gibt es dort grü­nes Licht, muss vier Wochen nach der Ent­schei­dung der Ein­tra­gungs­ter­min fest­ge­legt wer­den. Bünd­nis­spre­cher Lud­wig Hart­mann: „Dann heißt es vol­le Kraft vor­aus. Rund eine Mil­li­on Men­schen müs­sen inner­halb von zwei Wochen in den Rat­häu­sern unter­schrei­ben. Wir sind sehr zuver­sicht­lich, dass wir es gemein­sam schaf­fen, unse­re Hei­mat zu bewah­ren.”

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