Wan­der­aus­stel­lung „VER­GISS­MEIN­NICHT“ in Bamberg

Beein­drucken­des Denk­mal und Mahn­mal zugleich: Wan­der­aus­stel­lung „VER­GISS­MEIN­NICHT“ im Stadt­ar­chiv beleuch­tet das Schick­sal jüdi­scher Kin­der aus Bam­berg und den Hassbergen

Bürgermeister Dr. Christian Lange im Gespräch mit Saskia Hofmeister, stellvertretende Schulleiterin des Franz-Ludwig-Gymnasiums, und Martin Pöhner, Schulleiter des Friedrich-Rückert-Gymnasiums. © Nadine Handwerger/Stadtarchiv Bamberg)

Bür­ger­mei­ster Dr. Chri­sti­an Lan­ge im Gespräch mit Sas­kia Hof­mei­ster, stell­ver­tre­ten­de Schul­lei­te­rin des Franz-Lud­wig-Gym­na­si­ums, und Mar­tin Pöh­ner, Schul­lei­ter des Fried­rich-Rück­ert-Gym­na­si­ums. © Nadi­ne Handwerger/​Stadtarchiv Bamberg)

Im Stadt­ar­chiv haben Bür­ger­mei­ster Dr. Chri­sti­an Lan­ge und Lei­ter Horst Gehrin­ger am Mitt­woch (heu­te) die Wan­der­aus­stel­lung „VER­GISS­MEIN­NICHT“ eröff­net. Die Schau doku­men­tiert exem­pla­risch das Schick­sal von jüdi­schen Kin­dern im Drit­ten Reich. „VER­GISS­MEIN­NICHT“ berich­tet von Leid und Schrecken und natür­lich vom Tod, aber auch von der Hoff­nung, dem Glück und dem Leben danach. Gezeigt wer­den die Bio­gra­fien von 22 Kin­dern aus der Regi­on Bam­berg und Hass­ber­ge, von denen 6 den Holo­caust über­lebt haben.

Ein Pro­jekt-Semi­nar des Fried­rich-Rück­ert-Gym­na­si­ums Ebern hat sich 2016 inten­siv mit dem Schick­sal der aus­ge­wähl­ten jüdi­schen Kin­der beschäf­tigt und die erschüt­tern­den Ergeb­nis­se ihrer Doku­men­ta­ti­on in einer Wan­der­aus­stel­lung fest­ge­hal­ten. Betreut wur­den die Semi­nar­teil­neh­me­rin­nen und ‑teil­neh­mer dabei von Ober­stu­di­en­rat Dani­el Heß und der inzwi­schen ver­stor­be­nen Geschichts­for­sche­rin Cor­du­la Kapp­ner, deren jahr­zehn­te­lan­ge Arbeit die Grund­la­ge für „VER­GISS­MEIN­NICHT“ bil­de­te. „Die Aus­stel­lung soll den Kin­dern ein Denk­mal set­zen und gleich­zei­tig als Mahn­mal die­nen, beton­te Heß, der gemein­sam mit vier der ehe­ma­li­gen Schü­le­rin­nen und Schü­ler sowie Schul­lei­ter Mar­tin Pöh­ner zur Aus­stel­lungs­er­öff­nung gekom­men war.

Unter den doku­men­tier­ten Schick­sa­len sind auch Justin Gerst­ner, der Schü­ler am Neu­en Gym­na­si­um, dem heu­ti­gen Franz-Lud­wig-Gym­na­si­um (FLG), in Bam­berg war, sowie zwei wei­te­re in Bam­berg gebo­re­ne Kin­der. Seit ihrer Eröff­nung im Janu­ar 2017 ist die Aus­stel­lung ohne Pau­sen auf Rei­sen und im Stadt­ar­chiv Bam­berg an ihrem mitt­ler­wei­le elf­ten Stand­ort ange­kom­men. Bür­ger­mei­ster Dr. Lan­ge beton­te bei der Eröff­nung, zu der auch die stell­ver­tre­ten­de FLG-Schul­lei­te­rin Sas­kia Hof­mei­ster, Geschichts­leh­rer Jörg Wei­ner und die Klas­se 9b gekom­men war: „Es ist wich­tig, dass sich gera­de die jun­ge Genera­ti­on dem The­ma Natio­nal­so­zia­lis­mus annimmt und die Erin­ne­rungs­kul­tur mit Leben fühlt. Die Eber­ner Schü­le­rin­nen und Schü­ler haben auf ein­drucks­vol­le Wei­se dazu bei­getra­gen, dass die Opfer – Mäd­chen und Jun­gen wie sie selbst – nicht in Ver­ges­sen­heit geraten.“

Stadt­ar­chiv­lei­ter Gehrin­ger freu­te sich über die­se gelun­ge­ne zeit­ge­schicht­li­che Aus­stel­lung, die mit eini­gen ein­drucks­vol­len Film­se­quen­zen zur Bam­ber­ger Zeit­ge­schich­te sowie durch eine Rei­he von publi­zier­ten Tage­bü­chern und Lebens­er­in­ne­run­gen ehe­ma­li­ger jüdi­scher Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger aus Bam­ber­ger Per­spek­ti­ve ergänzt wird. Die Aus­stel­lung ist bis 29. März 2018 im Stadt­ar­chiv zu den gewohn­ten Öff­nungs­zei­ten (Mo/​Mi 8–16 Uhr, Di/​Do 8–18 Uhr, Fr 8–14.30 Uhr) zu sehen.

„VER­GISS­MEIN­NICHT“ weltweit

Neben der deut­schen Aus­ga­be exi­stiert auch eine eng­li­sche Ver­si­on, die im Novem­ber 2017 in Tow­son, Mary­land (USA), von einem der Über­le­ben­den, des­sen Schick­sal in der Aus­stel­lung doku­men­tiert wird, eröff­net wur­de. „VER­GISS­MEIN­NICHT“ soll dort dau­er­haft an Schu­len gezeigt wer­den. Seit Ende Janu­ar gibt es auch eine por­tu­gie­si­sche Ver­si­on, die bis Ende Febru­ar im Par­la­ment von Lis­sa­bon aus­ge­stellt wird und danach eben­falls Schu­len zugäng­lich gemacht wird. Für eine hebräi­sche Ver­si­on lau­fen erste Vorgespräche.