Jah­res­ab­schluss­fei­er: Ver­ein Natio­nal­park Nord­stei­ger­wald ehrt Georg Sper­ber

Dr. Georg Sperber. Foto: Uwe Gratzky
Dr. Georg Sperber. Foto: Uwe Gratzky

Anläss­lich der Jah­res­ab­schluss­fei­er im voll­be­setz­ten Gast­raum der Gast­stät­te Michel in Unter­stein­bach ver­lieh der Ver­ein Natio­nal­park Nord­stei­ger­wald dem bekann­ten Forst­wis­sen­schaft­ler Dr. Georg Sper­ber, wegen sei­nes uner­müd­li­chen Ein­sat­zes für einen natur­na­hen Staats­forst und ein Groß­schutz­ge­biet im Stei­ger­wald, die Ehren­mit­glied­schaft.

In sei­ner Lau­da­tio hob Vor­stand Dr. Lieb­hard Löff­ler her­vor, dass Ehrun­gen für Sper­ber als Autor zahl­rei­cher Fach-Publi­ka­tio­nen, Leh­rer der Forst­wis­sen­schaf­ten, Mit­be­grün­der des Natio­nal­parks Baye­ri­scher Wald und lang­jäh­ri­ger Forst­amts­lei­ter des Staats­forst­be­trie­bes Ebrach nichts Beson­de­res sei­en. So habe der Wald­ex­per­te bereits zahl­rei­che Ehrun­gen für sei­ne Ver­dien­ste erhal­ten, wie bei­spiels­wei­se im Jah­re 2011 den Natur­schutz­preis aus den Hän­den des dama­li­gen Bun­des­um­welt­mi­ni­sters Rött­gen. Denn wäh­rend sei­ner Amts­zeit von 1972 bis 1998 habe Sper­ber gezeigt, dass sich Schutz­ge­bie­te mit alten dicken Buchen zu einem Para­dies für die Arten­viel­falt ent­wickeln und wir Men­schen durch die Beob­ach­tung natür­li­cher Pro­zes­se bedeu­ten­de Erkennt­nis­se erzie­len kön­nen. So sei­en im Staats­forst Ebrach 400 Wald­tüm­pel ange­legt wor­den, die Hei­mat für sel­te­ne Molch- und Amphi­bi­en­ar­ten wur­den.

Der beson­de­re Ver­dienst des aner­kann­ten Fach­ex­per­ten sei es gewe­sen, dass der damals ange­ord­ne­te Umbau des Wal­des hin zum Brot­baum Fich­te nicht statt­ge­fun­den habe. Das Forst­amt Ebrach habe sich unter sei­ner Lei­tung zu einem forst­lich- Natur­schutz ori­en­tier­ten Treff­punkt für Forst­fach­leu­te ent­wickelt. Schon damals habe Sper­ber erkannt, dass natur­na­he Wäl­der für uns Men­schen lebens­wich­tig sind und viel­fäl­ti­ge Auf­ga­ben zu erfül­len haben: Was­ser­spei­cher, Kli­ma­schutz, Sauer­stoff­lie­fe­rant, Rück­zugs­raum für sel­te­ne Pflan­zen und scheue Tie­re, Ort der Ruhe und Erho­lung, der Bewe­gung, aber auch der Neu­gier­de, des Aben­teu­ers und der Jagd.

Der poli­ti­schen For­de­rung, dass der Wald einen immer grö­ße­ren finan­zi­el­len Bei­trag zum Wirt­schaft­wachs­tum lei­sten müs­se, habe Sper­ber glück­li­cher­wei­se wider­stan­den. „Wer vor­aus­schau­end und weit­sich­tig agiert und den Wald liebt, macht sich aller­dings nicht nur Freun­de“, beton­te Löff­ler. Mit viel Mut und Zivil­cou­ra­ge sei Sper­ber allen Anfein­dun­gen begeg­net. Löff­ler dank­te sehr für das Enga­ge­ment für einen wirk­sa­men Schutz des Staats­wal­des im Nord­stei­ger­wald und die fach­li­che Unter­stüt­zung, die der erfah­re­ne Wald­ex­per­te dem Ver­ein ent­ge­gen­ge­bracht habe. Der Ver­ein Natio­nal­park Nord­stei­ger­wald freue sich, einen so kom­pe­ten­ten Fach­mann und cou­ra­gier­ten Strei­ter aus­zeich­nen zu dür­fen. Die Ehrung sei von den Mit­glie­dern mit gro­ßem Bei­fall begrüßt wor­den. Der Vor­stand dank­te allen akti­ven Mit­glie­dern für ihren Ein­satz und den rund 1200 Mit­glie­dern für ihre Treue zum Ver­ein.

Flo­ri­an Tul­ly,
Schrift­füh­rer

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