Bahn-Aus­bau im Raum Forch­heim: Nicht alles in But­ter beim Arten­schutz der Bahn AG

Pres­se­mit­tei­lung des BUND Naturschutz

Seit 2005 baut die DB Netz die ICE-Tras­se ent­lang der bestehen­den Bahn­li­nie Nürn­berg – Ebens­feld in Abschnit­ten aus (Ver­kehrs­pro­jekt Deut­sche Ein­heit 8.1 Nürn­berg – Erfurt). Dabei wer­den zwei wei­te­re Glei­se auf bis­lang i.d.R. land­wirt­schaft­lich genutz­ten Flä­chen, bahn­be­glei­ten­den Feld­we­gen und Grä­ben sowie Bahn­bö­schun­gen ange­baut. Eini­ge Abschnit­te sind bereits unter Ver­kehr, ande­re im Bau, ande­re noch in Pla­nung. Im Abschnitt süd­lich Forch­heim wird seit Anfang 2016 gebaut.

Die dort plan­fest­ge­stell­ten Arten­schutz­maß­nah­men schau­te sich der BUND Natur­schutz genau­er an. Bei einem Pres­se­ter­min bei Ker­s­bach ver­deut­lich­ten die BN-Ver­tre­ter Kri­tik­punk­te vor Ort.

Es ist bis­lang der erste Abschnitt, in dem der BUND Natur­schutz detail­lier­ter nach­prüf­te, ob die vor­ge­schrie­be­nen Arten­schutz­maß­nah­men, die vor Bau­be­ginn wirk­sam sein müs­sen (sog. CEF-Maß­nah­men con­ti­nuous eco­lo­gi­cal func­tio­n­a­li­ty-mea­su­res = Maß­nah­men für die dau­er­haf­te öko­lo­gi­sche Funk­ti­on) umge­setzt wur­den und ob sie wirk­sam sind. Lei­der muss­te der BN für die­sen Abschnitt Män­gel fest­stel­len, dar­un­ter so gra­vie­ren­de wie die feh­ler­haf­te Anla­ge von Amphi­bi­en­tüm­peln, die feh­ler­haf­te Anla­ge von Sand­le­bens­räu­men, die ver­spä­te­te Anla­ge erst wäh­rend der Bau­zeit oder die Umset­zung und gra­vie­ren­de Ver­än­de­rung von CEF-Maß­nah­men weit nach Baubeginn.

Das zustän­di­ge Eisen­bahn­bun­des­amt – im Juni 2017 mit den Ergeb­nis­sen kon­fron­tiert – behaup­tet, die Maß­nah­men sei­en alle kor­rekt umge­setzt, geht aber auf die detail­lier­ten Kri­tik­punk­te nicht ein.

„Die Bahn­bö­schun­gen und beglei­ten­den Grä­ben und Klein­ge­wäs­ser der seit min­de­stens 125 Jah­ren mit zwei Glei­sen bestehen­den Bahn­strecke sind natür­lich ein Eldo­ra­do vie­ler geschütz­ter und streng geschütz­ter Arten gewe­sen, dar­un­ter der sel­te­ne Neun­tö­ter, etli­che Fle­der­maus­ar­ten, die Zaun­ei­dech­se oder die Kreuz­krö­te. Im Ver­gleich zur inten­si­ven Land­wirt­schaft konn­ten sie sich hier noch hal­ten. Lei­der sind sie mit der Bau­maß­nah­me zum Teil erlo­schen, obwohl die DB Netz die kla­re Auf­la­ge hat­te, noch vor Bau­be­ginn für den Schutz und den Erhalt der Popu­la­tio­nen zu sor­gen. Das hat offen­bar nicht geklappt“, so Ulrich Buch­holz, 1. Vor­sit­zen­der der BN-Kreis­grup­pe Forchheim.

„Wo wir genau­er hin­schau­en zeigt sich, dass da vie­les im Argen liegt. Im Abschnitt Forch­heim haben wir doku­men­tiert, dass min­de­stens zehn Amphi­bi­en­schutz­tüm­pel statt 100 – 200 m² weni­ger als ein Zehn­tel der Flä­che haben. Die euro­pä­isch geschütz­ten Ziel­ar­ten wie die Kreuz­krö­te, Knob­lauch­krö­te oder Laub­frosch sind aber nicht da. Das zei­gen sogar die Moni­to­ring­be­rich­te der von der Bahn AG beauf­trag­ten Fir­ma. Auch bei den Rep­ti­li­en ist das so. Es sind zwar Stein- und Wur­zel­hau­fen errich­tet wor­den, die Zaun­ei­dech­se ist aber weg“, so Ole Dra­e­ger, der seit 2015 die Bau­stel­le fast wöchent­lich auf sei­nen Rad­tou­ren beob­ach­tet und dokumentiert.

Die im Plan­fest­stel­lungs­be­schluss gefor­der­ten Moni­to­ring­be­rich­te zum Nach­weis der Wirk­sam­keit der Maß­nah­me lie­gen ent­we­der gar nicht vor (Biber,Fledermäuse) oder sie blei­ben eine Aus­sa­ge über die Wirk­sam­keit schul­dig wie bei Brut­vö­geln, Amphi­bi­en und Reptilien.

„Wir begrü­ßen natür­lich den Aus­bau der Bestands­strecke durch die Bahn. Was uns aller­dings rich­tig ärgert ist das Aus­ein­an­der­klaf­fen der offi­zi­el­len Pro­pa­gan­da der Bahn AG zu den angeb­lich tol­len Lei­stun­gen beim Arten­schutz und der Rea­li­tät, wo der Arten­schwund mun­ter wei­ter­geht“, so Tom Konop­ka, Regio­nal­re­fe­rent beim BN.

„Nach Recht und Gesetz müss­te der Bau unter­bro­chen wer­den, da der Arten­er­halt und die erfolg­rei­che Umsie­de­lung vor Beginn der Bau­maß­nah­men zwin­gen­de Grund­la­ge der Bau­ge­neh­mi­gung sind. Das ist nicht anders zu bewer­ten als der Brand­schutz beim Flug­ha­fen Ber­lin-Bran­den­burg. Wir rech­nen aber nicht ernst­haft damit, dass hier rechts­kon­form vor­ge­gan­gen wird. Es ist ein Para­de­bei­spiel dafür, dass sol­che Aus­gleichs- und Arten­schutz­maß­nah­men nicht so ein­fach funk­tio­nie­ren. Das Eisen­bahn­bun­des­amt steht hier noch in der Ver­ant­wor­tung und kommt ihr nicht nach“, so Konopka.

Der BN for­dert das Eisen­bahn­bun­des­amt (EBA) mit Sitz in Nürn­berg auf, die Miss­stän­de zu behe­ben und für einen ordent­li­chen, d.h. auch funk­tio­nie­ren­den Arten­schutz gemäß der Bau­ge­neh­mi­gung zu sor­gen. Der­zeit führt das Ver­fah­ren in gro­ßen Tei­len nur zu einem Schein-Aus­gleich auf dem Papier.

Bei den das Eisen­bahn­bun­des­amt bera­ten­den Natur­schutz­be­hör­den der Regie­rung von Ober­fran­ken und des Land­krei­ses Forch­heim soll­te die Erkennt­nis rei­fen, dass man bei künf­ti­gen Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren den Arten­schutz kon­se­quen­ter durch­set­zen muss.

Hin­ter­grund

Arten­schwund

Rote Liste der Tier­ar­ten Bay­erns: 50% bedroht, (dar­un­ter 70% Rep­ti­li­en, 63% Amphi­bi­en, 61% Heu­schrecken, 60% Tag­fal­ter, 58% Fische). Mitt­ler­wei­le sind Aller­welts­vö­gel wie die Feld­ler­che gefährdet.

Rote Liste der Pflan­zen­ar­ten Bay­erns: 43% bedroht.
Ca. 1.000 Arten (915 Tier‑, 78 Pflan­zen­ar­ten) sind in Bay­ern bereits aus­ge­stor­ben. Seit 2004 sind 7 wei­te­re Pflan­zen­ar­ten in Bay­ern ausgestorben.

Soeben wur­de aus Unter­su­chun­gen in NRW bekannt, dass in den letz­ten 30 Jah­ren 75% der Insek­ten­bio­mas­se verlorenging.

Aus­bau­strecke

Der Abschnitt Forch­heim der Aus­bau­strecke reicht von Eggols­heim-Süd bis Forch­heim und ist 13,6 km lang (Abschnitt 18/19). Der Anbau der zwei ICE-Tras­sen­glei­se wur­de mit Plan­fest­stel­lungs­be­schluss vom 22.1.16 geneh­migt, der Bau begann im Janu­ar 2016 und ist noch im Gange.

Auf­la­gen zum Artenschutz

Als Auf­la­ge sind im Plan­fest­stel­lungs­be­schluss des Eisen­bahn­bun­des­am­tes neben Aus­gleichs­maß­nah­men, die par­al­lel zum Bau errich­tet wer­den kön­nen auch sog. CEF-Maß­nah­men (con­ti­nuous eco­lo­gi­cal func­tio­n­a­li­ty-mea­su­res = Maß­nah­men für die dau­er­haf­te öko­lo­gi­sche Funk­ti­on) fest­ge­setzt. Das EBA ist laut Gesetz Auf­sichts- und Geneh­mi­gungs­be­hör­de für die Eisen­bah­nen des Bun­des und damit auch die zustän­di­ge Behör­de für die Umset­zung und Kon­trol­le der CEF-Maß­nah­men und von Schutz­maß­nah­men bei Bau­stel­len der Bahn.

Grund­la­ge ist das Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz (Ein­griffs­re­ge­lung, § 44 Abs. 5 i.V.m. § 15). Vor einem Ein­griff sol­len Maß­nah­men ohne zeit­li­che Lücke für geschütz­te Arten gewähr­lei­stet wer­den. Es han­delt sich dabei um zeit­lich vor­ge­zo­ge­ne Aus­gleichs­maß­nah­men, die per Moni­to­ring zu kon­trol­lie­ren sind.

Dies betrifft im Abschnitt Forchheim:

72.820 m² Aus­weich­struk­tu­ren für boden­brü­ten­de Feld­vö­gel (CEF1) in den Gemar­kun­gen Pox­dorf, Ker­s­bach und Forch­heim in gün­sti­ger Ent­fer­nung zur Bau­zo­ne (ca. 200 m) vor Frei­ma­chung des Bau­fel­des bis ein Jahr nach Bau­ab­schluss. Jähr­lich im Herbst sol­len die Äcker gepflügt und dann nicht wei­ter bestellt wer­den. Damit Brut­er­folg („wie z.B. Kie­bitz, Reb­huhn, Wach­tel“; Plan­fest­stel­lungs­un­ter­la­ge) sicher­ge­stellt wer­den kann ist tem­po­rär gegen Hun­de und Füch­se zu zäu­nen. Jähr­li­che Moni­to­ring­be­rich­te sind vorgeschrieben.

18.503 m² bzw. 30 san­di­ge Laich­ge­wäs­ser a 100 – 200 m² mit fla­chen Ufern als Aus­weich­struk­tu­ren für Amphi­bi­en (CEF2) in den Gemar­kun­gen Ker­s­bach, Pox­dorf, Forch­heim, Eggols­heim. Fünf Jah­re Fer­tig­stel­lungs- und Ent­wick­lungs­pfle­ge mit Ent­krau­tun­gen, Erhalt san­di­ger Offen­bo­den­be­rei­chen, Mahd im wei­te­ren Ufer­be­reich, teil­wei­ser Gehölz­rück­schnitt. Jähr­li­che Moni­to­ring­be­rich­te sind vorgeschrieben.

17.498 m² bzw. 30 Rep­ti­li­en-Win­ter­quar­tie­re und Son­nen­plät­ze mit 25 m² Grund­flä­che, Höhe mind. 1 m aus Stein‑, Totholz‑, Sand- und Roh­bo­den­ma­te­ri­al, Mager­ra­sen (25 m²) mit klei­nen Mul­den (12 m²), punk­tu­el­le Pflan­zung von Sträu­chern, Nut­zung auto­chtho­nes Saat­gut, zur Neu­an­la­ge und Opti­mie­rung von Lebens­räu­men für die Zaun­ei­dech­se und „z.B. die Schling­nat­ter“ in den Gemar­kun­gen Pox­dorf, Forch­heim, Eggols­heim. Drei Jah­re Fer­tig­stel­lungs- und Ent­wick­lungs­pfle­ge. Nach Ein­stel­lung der Ziel­art Zaun­ei­dech­se gilt das Ent­wick­lungs­ziel als erreicht. Unter­hal­tungs­pfle­ge acht Jah­re. Jähr­li­che Moni­to­ring­be­rich­te wäh­rend der Bau­zeit und fünf Jah­re danach.

4.915 m² bzw. 3 Rep­ti­li­en-Win­ter­quar­tie­re und Son­nen­plät­ze mit 25 m² Grund­flä­che, Höhe mind. 1 m aus Stein‑, Totholz‑, Sand- und Roh­bo­den­ma­te­ri­al, ca. 80 m² Sand­flä­chen, klei­ne Wälle/​Hügel zur Neu­an­la­ge und Opti­mie­rung von Lebens­räu­men für die Zaun­ei­dech­se und Schling­nat­ter (CEF3.1a) in der Gemar­kung Ker­s­bach auf der Aus­gleichs­flä­che für das Gewer­be­ge­biet „San­däcker“. Drei Jah­re Fer­tig­stel­lungs- und Ent­wick­lungs­pfle­ge, 25 Jah­re Unter­hal­tungs­pfle­ge. Jähr­li­che Moni­to­ring­be­rich­te wäh­rend Bau­zeit und fünf Jah­re danach. Die Wirk­sam­keit der Maß­nah­me muss bei Bau­be­ginn gege­ben sein.

1.371 m² bzw. 2 Rep­ti­li­en-Win­ter­quar­tie­re und Son­nen­plät­ze mit 25 m² Grund­flä­che, Höhe mind. 1 m aus Stein‑, Totholz‑, Sand- und Roh­bo­den­ma­te­ri­al, flä­chi­ger Aus­tausch des Bodens mind. 30 cm tief durch Sand, Begren­zungs­wall, Mager­ra­sen­an­saat zur Neu­an­la­ge und Opti­mie­rung von Lebens­räu­men für die Zaun­ei­dech­se und Schling­nat­ter (CEF3.1b) in der Gemar­kung Forch­heim. Drei Jah­re Fer­tig­stel­lungs- und Ent­wick­lungs­pfle­ge. 25 Jah­re Unter­hal­tungs­pfle­ge. Jähr­li­che Moni­to­ring­be­rich­te wäh­rend Bau­zeit und fünf Jah­re danach. Die Wirk­sam­keit der Maß­nah­me muss bei Bau­be­ginn gege­ben sein.

Anbrin­gen von 96 Fle­der­maus­kä­sten (CEF4.1–4.6) zur Schaf­fung von Aus­weich­un­ter­künf­ten in den Gemar­kun­gen Ker­s­bach und Forch­heim. Fünf Jah­re Fer­tig­stel­lungs- und Ent­wick­lungs­pfle­ge. 25 Jah­re Unter­hal­tungs­pfle­ge. Jähr­li­che Moni­to­ring­be­rich­te wäh­rend Bau­zeit und fünf Jah­re danach. Die Wirk­sam­keit der Maß­nah­me muss bei Bau­be­ginn gege­ben sein. Stel­len sich Fle­der­mäu­se nicht ein sind nach zwei Jah­ren nach­steu­ern­de Maß­nah­men ver­pflich­tend. Jähr­li­che Moni­to­ring Berich­te sind ver­pflich­ten. Die Fle­der­maus­kä­sten sind teil­wei­se nur 30–40 m von den Glei­sen ent­fernt. Gefahr der Kol­li­si­on von Fle­der­mäu­sen mit dem Zug.

Wei­ter­hin sind die fol­gen­den Maß­nah­men laut Plan­fest­stel­lungs­be­schluss vor­ge­schrie­ben und arten­schutz­recht­lich relevant:

  • S1 Bau­zeit­li­cher Schutz­zäu­ne / Einzelbaumschutz
  • S2 Schutz­zaun Amphi­bi­en und Reptilien
  • V2 Maß­nah­men zur Ver­mei­dung der Ansie­de­lung von Bibern
  • V3 Sicher­stel­lung der Durch­que­rungs­mög­lich­keit von Durch­läs­sen für Biber und jähr­li­ches Moni­to­ring von Bibern
  • Bau­feld­frei­ma­chung und Brutvögel
  • Bau­feld­frei­ma­chung Amphibienbiotop
  • V5 Prü­fung der Ein­zel­bäu­me auf Fledermausquartiere

BN-Über­prü­fung

Im Bau­ab­schnitt Forch­heim hat der BN genau­er nach­ge­se­hen und kommt nach fast zwei Jah­ren Beob­ach­tung durch Ole Dra­e­ger zu dem Ergeb­nis, dass etli­che Maß­nah­men zu spät und ande­re falsch ange­legt wur­den und das Ziel, die gesetz­lich geschütz­ten Arten zu erhal­ten nicht erreicht wird. Es konn­ten nicht alle Maß­nah­men im Detail geprüft wer­den, das Ergeb­nis ist aber ein­deu­tig (Ergeb­nis­se im Schrei­ben an das EBA vom 13.06.17).

  • Es feh­len teil­wei­se die ver­pflich­ten­den jähr­li­chen Moni­to­ring­be­rich­te zum Nach­weis der Wirk­sam­keit und Nach­steue­rung der Maß­nah­men. Die vor­lie­gen­den Berich­te blei­ben den Beweis der Wirk­sam­keit schuldig.
  • Die Was­ser­flä­chen für Amphi­bi­en wei­chen sehr deut­lich von den im Plan­fest­stel­lungs­be­schluss vor­ge­ge­be­nen Flä­chen nach unten ab.
  • Flä­chen für Rep­ti­li­en wei­sen teil­wei­se hohen Bewuchs und kei­ne san­di­gen Böden auf. Sie sind des­halb ungeeignet.
  • Teil­wei­se wur­den die Maß­nah­men zu spät ange­legt, um vor Bau­be­ginn wirk­sam zu sein.
  • Teil­wei­se wur­den die Maß­nah­men wäh­rend der Bau­pha­se noch stark verändert(umgesetzt).

Damit liegt ein Ver­sa­gen von Behör­den (EBA) und des DB-Umwelt­be­auf­trag­ten und der öko­lo­gi­schen Bau­be­glei­tung im Pro­jekt vor.

Neben den Män­geln bei den CEF-Maß­nah­men wur­den wei­te­re Män­gel im Abschnitt süd­lich Forch­heim fest­ge­stellt: Unge­nü­gen­de Infor­ma­ti­on durch DB und Behör­den, ver­nach­läs­sig­ter Trink­was­ser­schutz, wil­de und nicht gesi­cher­te Bau­stel­len­flä­chen, wobei die DB-Bau­stel­len­flä­chen auf Aus­gleichs­flä­chen der Gemein­de Ker­s­bach liegen.

Eigen­wer­bung der Bahn AG

Die Bahn AG schreibt zum Ein­griff an der Tras­se im Abschnitt Forch­heim: „Durch den Bau einer Bahn­tras­se sind Ein­grif­fe in Natur und Land­schaft zwar unver­meid­lich, sie kön­nen aber gemin­dert oder aus­ge­gli­chen wer­den. Wenn Ver­lu­ste an Lebens­räu­men für Tie­re und Pflan­zen nicht vor Ort zu kom­pen­sie­ren sind, wer­den sie an ande­rer Stel­le gleich­wer­tig ersetzt. … Die Beein­träch­ti­gun­gen sum­mie­ren sich im Pla­nungs­ab­schnitt auf eine Flä­che von rund 56 Hekt­ar, die auf einer Flä­che von rund 59 Hekt­ar aus­ge­gli­chen wer­den. Vor dem Strecken­aus­bau wer­den Maß­nah­men zum Arten­schutz durch­ge­führt. Unter ande­rem erhält die Zaun­ei­dech­se neue Lebens­räu­me, für Amphi­bi­en wer­den neue Laich­ge­bie­te geschaf­fen. Bäu­me wer­den vor einer Rodung ein­zeln unter­sucht, ob sie von Fle­der­mäu­sen bewohnt wer­den. Im Ein­zel­fall kön­nen Baum­tei­le mit Quar­tie­ren an geeig­ne­te Stel­len umge­sie­delt wer­den. Des Wei­te­ren wird die Tras­se begrünt. Die Bahn bringt zur Min­de­rung von Fremd­flä­chen­be­darf bereits erwor­be­ne Flä­chen in das Aus­gleichs­kon­zept ein.“ (http://www.vde8.de/PFA-18–19-Forchheim——_site.site..ls_dir._nav.53_likecms.html)

Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­rich­tes zur Tras­sen­pla­nung bei Fürth

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat am 19.11.2017 die bis­he­ri­ge Pla­nung der Bahn für eine neue S‑Bahn-Tras­se durchs Knob­lauchs­land im Für­ther Nor­den für rechts­wid­rig erklärt. Wie die Stadt Fürth und eine Rei­he von Land­wir­ten hat­te auch der BUND Natur­schutz Kla­ge gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss zum S‑Bahn-Ver­schwenk durchs Knob­lauchs­land im Für­ther Nor­den beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig ein­ge­reicht. Die Kla­ge rich­te­te sich auch gegen feh­ler­haf­te Berück­sich­ti­gung der Arten­schutz­be­lan­ge in der DB-Pla­nung und der EBA-Genehmigung.

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