“Min­na von Barn­helm” in der Stu­dio­büh­ne Bayreuth

Major von Tell­heim blickt einer unge­wis­sen Zukunft ent­ge­gen. Er wur­de nach dem Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg uneh­ren­haft aus der preu­ßi­schen Armee ent­las­sen. Weil ihm aber sei­ne Ehre über alles geht, kann er das Hei­rats­ver­spre­chen nicht ein­lö­sen, das er Min­na von Barn­helm gege­ben hat­te. Die­se ist extra aus Sach­sen nach Ber­lin gereist, um sich sei­ner zu ver­si­chern und ist dabei zufäl­lig im sel­ben Haus wie er abge­stie­gen. So wird ein Ber­li­ner Gast­hof zum Schau­platz eines Ver­wirr­spiels, bei dem Min­na ihren Tell­heim durch eine List davon über­zeu­gen will, wie lächer­lich es doch ist, sein Glück allein auf Grund einer gekränk­ter Ehre zu zerstören.

Zwei Lie­ben­de, die erst sich selbst und dann ihre Rin­ge nicht erken­nen, ein durch­trie­be­ner Wirt sowie eine spitz­zün­gi­ge Kam­mer­jung­fer – ein guter Freund und ein angeb­li­cher: Das klingt nach soli­dem komö­di­an­ti­schen Intri­gen­spiel, plat­ten Gags und schen­kel­klop­fen­dem Humor. Doch nicht so bei Les­sing: Sei­ne Komö­di­en­fi­gu­ren dem Gespött der Zuschau­er aus­zu­set­zen, liegt ihm fern. Hei­te­res und Ern­stes zeigt er geschickt neben­ein­an­der und schafft mit den bei­den Haupt­fi­gu­ren Min­na und Tell­heim zwei ech­te Men­schen mit indi­vi­du­el­len Zügen und inne­ren Widersprüchen.

Doch am Ende wird natür­lich alles gut: Die Komö­die wur­de ein gro­ßer Erfolg für Les­sing und ein her­vor­ra­gen­des Test­feld für sei­ne Dra­men­theo­rie. Und wirkt auch heu­te noch – über­ra­schen­der­wei­se – kei­nes­wegs so über­kom­men wie erwartet.

Spiel­dau­er ca. 2 Stun­den. Eine Pause.

Min­na von Barn­helm oder das Soldatenglück

Lust­spiel von Gott­hold Ephraim Lessing

Pre­miè­re: 2. Dezem­ber 2017 um 20.00 Uhr | Hauptbühne

  • Regie: Mar­cus Leclaire
  • Büh­ne: Andre­as Leclaire
  • Kostü­me: Bar­ba­ra Seyfried
  • Licht und Ton: Ronald Kropf
  • Es spie­len: Björn Blank, Oli­ver Hepp, Natha­lie Jung, Domi­nik Kern, Bar­ba­ra Lattas, Mathi­as Leit­loff, Hin­rich Reh­win­kel, Pierre Sol­da­ten­ko, Mari­et­ta Weller

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