„Kulturerlebnis Fränkische Schweiz“ – ökologische und kulturelle Weiterentwicklung des Landkreises Forchheim

Landrat Dr. Hermann Ulm und Toni Eckert  im Lochgefängnis Streitberg

Landrat Dr. Hermann Ulm und Toni Eckert im Lochgefängnis Streitberg

Die Leader-Aktionsgruppe „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz“ (LAG) begibt sich auf eine Exkursion durch den Landkreis Forchheim und informiert sich über verschiedene Projekte.

Nach dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“ unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die ländlichen Regionen bei ihrer ökologischen, ökonomischen und kulturellen Weiterentwicklung. Die Menschen vor Ort sollen als Mitglied der Aktionsgruppe die Regionalentwicklung aktiv mitgestalten.

Beispiel für ein gelungenes Projekt ist die Schleuse 94 bei Eggolsheim. Bürgermeister Claus Schwarzmann erklärt begeistert, dass ein großer Teil auch über den Förderverein und Spenden finanziert worden ist. Insgesamt beteiligt sich Leader mit ca. 176.000 Euro bei der Inwertsetzung des Denkmals und Bau eines Infopavillions am Gesamtvolumen von rund 900.000 Euro.

Nach dem Motto „Neue Ideen, neue Wege gehen“ besichtigen die Mitglieder der LAG, die sich aus Bürgermeistern, Kreisräten, Vertretern der Vereine und Verbände sowie der Sparkasse Forchheim zusammensetzt, den höchsten Punkt des Landkreises Forchheim – die Silberecke bei Hiltpoltstein mit 602 m ü. NN. Dieses Projekt steht ganz am Anfang, die Idee ist ganz neu entstanden. Die Überlegungen reichen von einem Aussichtsturm mit Blick bis zum Fichtelgebirge bis hin zu einem Konzept für Kletterer und Wanderer. „Durch Unterstützung neuer Ideen soll die regionale Identität und die Wertschöpfung gestärkt sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen im Bereich Tourismus nachhaltig verbessert werden“, so Landrat und Vorsitzender der LAG Dr. Hermann Ulm.

Bereits genehmigt sind die Leader-Mittel für das Projekt Informations- und Schulungszentrum der Imkerei in Lützelsdorf. Mit fast 65.000 Euro beteiligt sich Leader an Gesamtkosten von ca. 130.000 Euro. Das vorhandene Gebäude wird ausgebaut, es entstehen Seminar- und Schulungsräume. Kindergruppen können hier genauso die Bienen beobachten wie neue Imker den Umgang mit Bienenvölkern lernen. Im Landkreis Forchheim gibt es aktuell ca. 320 Imkervereine und rund 1.800 Bienenvölker.

Bereits seit längerem fertiggestellt und in der Praxis bewährt hat sich die Kulturwerkstatt Fränkische Schweiz in Morschreuth. „Ein absolutes Vorzeigeprojekt für die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Bevölkerung und den Vereinen“, so Leader-Manager und Kulturreferent Toni Eckert. Daran sieht man, wie etwas neu geschaffen und strukturiert werden kann. Ein Neubau ersetzt die alte Dorfschule, in der jetzt die Seminare und Kurse abgehalten werden. Die Dorfgemeinschaft steuerte hier 130.000 Euro zu dem Gesamtprojekt in Höhe von fast 500.000 Euro bei, damit das Projekt realisiert werden konnte.

Das brach liegende Bahnhofsareal in Behringersmühle soll neu gestaltet und beplant werden. In ersten Arbeitsgruppensitzungen zwischen der Gemeinde, der Dampfbahn Fränkische Schweiz und der Leader-Gruppe wurde ein Entwicklungskonzept zum Bahnhofsarenal überlegt und diskutiert. Die Gesamtkosten in Höhe von 11 bis 12 Millionen Euro sind gigantisch und müssen in einzelne Teilprojekte mit verschiedenen Fördermöglichkeiten aufgeteilt werden. Auch die Sparkasse Forchheim ist an einer positiven Entwicklung im Landkreis Forchheim interessiert und unterstützt etliche Projekte. Angedacht ist ein neues Tourist-Infozentrum mit dem Schwerpunktthema Burgen. Zudem eine Gastronomie mit Erlebnischarakter für die ganze Familie sowohl für die Fahrgäste der Bahn als auch für die Touristen in der Fränkischen Schweiz. Auch Ausstellungen und eine Verbindung zum anderen Ufer der Wiesent sind angedacht.

Letzte Etappe ist die Burgruine Streitberg mit ihrem bemerkenswerten Lochgefängnis. Im Moment ist der Zugang von Büschen und Sträuchern versperrt, im Inneren befindet sich ein dunkles Loch, das als Gefängnis diente. Hier soll der Strafvollzug zu Beginn der Neuzeit dargestellt und die Methoden von damals didaktisch aufbereitet und für Besucher begehbar gemacht werden. Auch die Außenanlagen sollen gestaltet und die Burg mit Hilfe einer 3D-Befliegung weiter erforscht werden. Die Ergebnisse werden in den Burgen-Lehrpfad aufgenommen. Hier steuert Leader ca. 105.000 Euro zu. Das Projekt soll bis Ende 2018 fertig gestellt sein. Ein Besuch lohnt sich dann!

Weitere Informationen zu Leader im Landkreis Forchheim finden Sie unter www.kulturerlebnis-fraenkische-schweiz.de.

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