Rota­ry Club Forch­heim: Schu­lung zur Herz­druck­mas­sa­ge

Florian von der FFW Pretzfeld übt die Herzmassage. Foto: Franka Struve

Flo­ri­an von der FFW Pretz­feld übt die Herz­mas­sa­ge. Foto: Fran­ka Struve

Jugend­feu­er­weh­ren drücken sich nicht

Wird einem Men­schen bei einem Herz­still­stand nicht inner­halb von fünf Minu­ten mit einer Herz­druck­mas­sa­ge gehol­fen, sin­ken sei­ne Über­le­bens­chan­cen auf ein Mini­mum. Bereits nach drei Minu­ten tre­ten irrever­si­ble neu­ro­lo­gi­sche Schä­den auf. Der Ret­tungs­dienst kann prak­tisch nie inner­halb die­ser kur­zen Zeit­span­ne vor Ort sein. Ent­schei­dend für das spä­te­re Schick­sal des Pati­en­ten ist daher die Lai­en­re­ani­ma­ti­on, die Ver­sor­gung bis zum Ein­tref­fen von pro­fes­sio­nel­len Hel­fern.

Der Rota­ry Club Forch­heim initi­ier­te daher das Pro­jekt „FO Schü­ler ret­ten Leben“, bei dem alle 430 Siebt­kläss­ler der Forch­hei­mer Schu­len an Wie­der­be­le­bungs­pup­pen üben durf­ten. Ziel ist es, die ein­fa­chen und effek­ti­ven Maß­nah­men der Wie­der­be­le­bung zu ver­mit­teln, denn bereits 12-Jäh­ri­ge sind kräf­te­mä­ßig in der Lage eine Herz­druck­mas­sa­ge durch­zu­füh­ren. Der Prä­si­dent des Rota­ry Clubs, Dr. Ulrich von Hint­zen­stern, beschreibt ein Phä­no­men, dass sich vie­le Anwe­sen­de bei einem Herz­still­stand nicht trau­en etwas zu tun – aus Angst etwas falsch zu machen. Er warnt: „Man kann nur eines falsch machen – näm­lich nichts machen!“

Die­ser Situa­ti­on wol­len die mehr als 130 teil­neh­men­den Mit­glie­der der 70 Kin­der- und Jugend­feu­er­weh­ren aus Land­kreis und Stadt Forch­heim, die teils in vol­ler Mon­tur in der Fir­ma Com­point Fahr­zeug­bau im Forch­hei­mer Gewer­be­ge­biet ange­tre­ten sind, vor­beu­gen. Zum Abschluss des Schul-Pro­jek­tes wur­de die Schu­lung näm­lich auf die Weh­ren aus­ge­wei­tet. Land­rat Dr. Her­mann Ulm, der dafür die Schirm­herr­schaft über­nom­men hat, lobt: „Erst ein­mal vie­len Dank, dass Ihr Eure Frei­zeit opfert. Die Schu­lung, die Ihr für Eure Tätig­keit als Feu­er­wehr­leu­te brau­chen könnt, soll Euch zei­gen, wie Ihr im Not­fall hel­fen könnt.“

Dann wird es kon­kret: Vier Ärz­te und zahl­rei­che Hel­fer aus den Rei­hen der Rota­ri­er zei­gen den Feu­er­wehr­lern die ein­zel­nen Schrit­te. Hin­ter den drei Ver­ben „Prü­fen, 112 Rufen, Drücken“ ver­birgt sich die Kurz­an­lei­tung für eine Herz­druck­mas­sa­ge. Flo­ri­an Ochs (10 Jah­re) von der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Pretz­feld erklärt: „Zuerst muss ich prü­fen, ob die Per­son mich hört, ob sie atmet.“ Wenn nicht, soll­te man den Not­ruf 112 wäh­len und schließ­lich kraft­voll die Mit­te des Brust­kor­bes mit einer Geschwin­dig­keit von 100 Mal pro Minu­te drücken.“ Um sich die­se Geschwin­dig­keit ein­zu­prä­gen, schallt „High­way to Hell“ von AC/DC aus den Laut­spre­chern in der Mon­ta­ge­hal­le des Spe­zi­al­fahr­zeug­bau­ers. Die­ser Hard­rock-Song hat die 100 Takt­schlä­ge pro Minu­te, die für die Mas­sa­ge not­wen­dig sind.

Von einer Mund-zu-Mund Beatmung rät von Hint­zen­stern, Chef­arzt der Anäs­the­sie am Kli­ni­kum Forch­heim, ab: „Die aller­we­nig­sten Men­schen kön­nen die­se Metho­de effek­tiv anwen­den. Die kon­ti­nu­ier­li­che Herz­druck­mas­sa­ge bis zum Ein­tref­fen von Sani­tä­tern ist ent­schei­dend.“

Alle teil­neh­men­den Kin­der- und Jugend­feu­er­weh­ren erhal­ten am Ende der zwei­stün­di­gen Ver­an­stal­tung eine Wie­der­be­le­bungs­pup­pe und ein Schu­lungs­set. In Zukunft sol­len die Feu­er­weh­ren die Schu­lung selbst­stän­dig durch­füh­ren. Mehr als 20 Spon­so­ren betei­lig­ten sich an dem 12.000 Euro-Pro­jekt des Rota­ry Clubs Forch­heim. Kreis­ju­gend­wart Chri­sti­an Wol­frum ist begei­stert: „Wir sind Feu­er und Flam­me für das Pro­jekt. Wenn man durch die Schu­lung nur ein Leben ret­ten kann, hat sich die Akti­on schon bezahlt gemacht.“

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