18. Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon: Pace­ma­ker als Unter­stüt­zung für Mara­thon und Halb­ma­ra­thon-Läu­fer/-innen

Alexander Ditter: Dritter von rechts. Foto: Andreas Klupp
Alexander Ditter: Dritter von rechts. Foto: Andreas Klupp

Der Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon zieht all­jähr­lich fast 2000 Sport­ler aus über zwan­zig Natio­nen an. Im Mit­tel­punkt steht die Para­de­dis­zi­plin über 42,195 Kilo­me­ter. Für die Mara­thon-Wer­tung sind seit Anfang an – und seit 2 Jah­ren auch für den Halb­ma­ra­thon – soge­nann­te Pace­ma­ker, also Zug- und Brems­läu­fer, im Ein­satz, die den Teil­neh­mern bei der Rea­li­sie­rung ihrer ange­streb­ten Ziel­zei­ten hel­fen sol­len.

Das Orga­ni­sa­ti­ons­team stellt für 2017 wie­der ein erfah­re­nes Zug­läu­fer-Team zusam­men. Es wer­den die Posi­tio­nen für 3:30h, 3:45h, 4:00h, 4:15h und 4:30h beim Mara­thon und die 1:30h/1:45h/2:00h beim Halb­ma­ra­thon besetzt sein. Bis auf 3:30h, für die man eine Mara­thon­zeit zwi­schen 3:00h und 3:15h lau­fen soll­te, konn­ten bereits alle Posi­tio­nen besetzt wer­den.

Dies wur­de zum Anlass genom­men, mit dem Leicht­ath­le­ten Alex­an­der Dit­ter (35) zu spre­chen, der seit drei Jah­ren in Forch­heim lebt und im letz­ten Jahr erst­mals als Zug- und Brems­läu­fer durch das Wie­sent­tal gelau­fen ist. Er erklärt, wie er vie­len ande­ren Läu­fern hilft, die anstren­gen­de Strecke zu bewäl­ti­gen.

Was ist denn der Unter­schied zwi­schen einem Zug­läu­fer und einem Brems­läu­fer?

Eigent­lich kei­ner. Ich bin ja bei­des in einer Per­son. Für die jewei­li­gen Läu­fer macht es aber einen Unter­schied. Die einen haben Angst zu schnell zu star­ten, ein zu hohes Tem­po zu gehen und spä­ter kei­ne Reser­ven mehr zu haben. Für die bin ich der Brems­läu­fer. Die ande­ren möch­ten unter einer bestimm­ten Zeit blei­ben und brau­chen jeman­den, der sie mit­zieht. Für die bin ich der Zug­läu­fer.

Wie wird man denn Zug- oder Brems­läu­fer?

Bei mir war es Zufall. Ich habe durch Mund­pro­pa­gan­da erfah­ren, dass Mari­on Ros­sa-Schu­ster und das übri­ge Orga-Team noch jeman­den suchen. Beim Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon waren wir ein zehn­köp­fi­ges Team für fünf Ziel­zei­ten, so dass wir uns um mög­lichst vie­le Ama­teu­re küm­mern konn­ten. Die Pulks um uns her­um waren nicht so rie­sig, man trat sich nicht auf die Füße und konn­te sich auch mit den Mit­läu­fern unter­hal­ten. Höch­ste Ach­tung habe ich dabei auch vor den lang­sa­me­ren Finis­hern, denn die geben alles und sind teil­wei­se fünf Stun­den und län­ger auf den Bei­nen.

Woher wis­sen Sie denn, ob Sie ihre geplan­te Lauf­zeit von 4:15 Stun­den ein­hal­ten?

An der Strecke gibt es für jeden Kilo­me­ter eine Mar­kie­run­gen, so dass ich immer weiß wie weit ich schon bin. Da ich stets mit mög­lichst kon­stan­ter Geschwin­dig­keit unter­wegs bin, weiß ich, dass ich für eine Ziel­zeit von 4:15 Stun­den mit rund sechs Minu­ten pro Kilo­me­ter lau­fen muss. Außer­dem tra­ge ich eine Sportuhr am Hand­ge­lenk, die mir dabei hilft, die Zeit im Auge zu behal­ten.

War­um aus­ge­rech­net 4:15 Stun­den?

Für mich ist das eine Lauf­zeit, die ich locker lau­fen kann, ohne an mei­ne eige­nen Gren­zen zu kom­men. Ich könn­te auch eine schnel­le­re Ziel­zeit lau­fen, aber mir geht es um den Spaß an der Sache. Auch noch etwas links und rechts der land­schaft­lich male­ri­schen Strecke wahr­zu­neh­men. Ich genie­ße es ohne Druck unter­wegs zu sein und den ande­ren Läu­fern dabei zu hel­fen, ihre Zie­le zu errei­chen. Wenn man als Zug- und Brems­läu­fer an sei­ne eige­nen Gren­zen kommt, hat man etwas falsch gemacht.

War­um lau­fen Sie denn nicht um Platz­ie­run­gen mit?

Mir fehlt neben mei­nem Beruf als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter an der Uni­ver­si­tät Erlan­gen- Nürn­berg und mei­ner Fami­lie mit zwei klei­nen Kin­dern ein­fach die Zeit. Um ambi­tio­niert mit­ma­chen zu kön­nen, braucht es gewis­sen­haf­te und umfang­rei­che Vor­be­rei­tung. Da reicht ein wöchent­li­cher 30 Kilo­me­ter-Lauf nicht aus. Mit­un­ter schaf­fe ich es sonn­tags gera­de noch, den Bra­ten in den Ofen zu schie­ben, dann drei Stun­den auf der Strecke zu sein und bei mei­ner Rück­kehr die Klö­ße ins Was­ser zu geben.

Was kommt nach dem Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon?

Ich neh­me den Frän­ki­sche Schweiz-Mara­thon mit sei­ner ange­neh­men Atmo­sphä­re als Trai­nings­lauf für den Ber­lin-Mara­thon. Dort star­te ich die­ses Jahr zum ersten Mal, wie immer für den Aus­dau­er­sport­ver­ein Kulm­bach, bei dem ich als Tri­ath­let ange­fan­gen habe. Zur Vor­be­rei­tung habe ich mei­ne Lauf­schu­he bei jeder Dienst­rei­se im Kof­fer. Ich genie­ße dann die Aus­zeit vom Büro­all­tag. Ich mag Lau­fen unter ande­rem des­we­gen, weil es für mich ein ehr­li­cher und unkom­pli­zier­ter Sport ist, dem man über­all nach­ge­hen kann.

Herr Dit­ter, vie­len Dank für das Gespräch.

Info:

  • Die Online­an­mel­dung ist über www​.fs​-mara​thon​.de mög­lich.
  • Auskünfte/​Anfragen: info@​fs-​marathon.​de

Schreibe einen Kommentar