Kri­po Bam­berg gelingt mas­si­ver Schlag gegen Rot­licht­sze­ne – sie­ben Män­ner in Haft

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung des Poli­zei­prä­si­di­ums Ober­fran­ken und der Staats­an­walt­schaft Bam­berg

BAM­BERG / LKR. BAM­BERG / UNTER­FRAN­KEN. Nach bereits erfolg­rei­chen Ermitt­lun­gen mit drei erlas­se­nen Haft­be­feh­len Anfang die­ses Jah­res, gelang es der Kri­po Bam­berg und der Staats­an­walt­schaft jetzt sie­ben wei­te­re Per­so­nen aus dem Rot­licht­mi­lieu bei Raz­zi­en fest­zu­neh­men. Im Rah­men der Fest­nah­me- und Durch­su­chungs­ak­ti­on konn­ten die Beam­ten mit Unter­stüt­zung von Spe­zi­al­ein­hei­ten am Diens­tag­mor­gen zudem meh­re­re ver­bo­te­ne Sub­stan­zen und wei­te­re Beweis­mit­tel sicher­stel­len. Sie­ben Män­ner befin­den sich inzwi­schen in Haft.

Am spä­ten Sams­tag­abend des 14. Janu­ar 2017 ver­wü­ste­ten die zunächst unbe­kann­ten Per­so­nen in einer Modell­woh­nung in einem Anwe­sen in der Stra­ße „Laub­an­ger“ die Ein­rich­tung und ver­üb­ten zudem einen Brand­an­schlag. Wenig spä­ter stan­den die Räum­lich­kei­ten des Eta­blis­se­ments in Flam­men und es kam zu einer star­ken Rauch­ent­wick­lung. Nur auf­grund glück­li­cher Umstän­de blie­ben alle noch anwe­sen­den Per­so­nen unver­letzt. Brand­fahn­der und Spe­zia­li­sten der Spu­ren­si­che­rung der Bam­ber­ger Kri­po nah­men umge­hend die Ermitt­lun­gen auf. Im Sep­tem­ber 2016 war bereits ein But­ter­säu­re­an­schlag auf das glei­che Eta­blis­se­ment ver­übt wor­den

In der Fol­ge­zeit arbei­te­ten die zahl­rei­chen Beam­ten der Ermitt­lungs­kom­mis­si­on (EKO) „Laub­an­ger“ im Zusam­men­wir­ken mit der Staats­an­walt­schaft Bam­berg inten­siv an der Auf­klä­rung des Ver­bre­chens. Mit Erfolg, denn im Febru­ar bean­trag­te die Staats­an­walt­schaft gegen drei Tat­ver­däch­ti­ge Haft­be­feh­le, ins­be­son­de­re wegen schwe­rer Brand­stif­tung, gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und Sach­be­schä­di­gung.

Kri­po durch­leuch­tet kri­mi­nel­le Grup­pe

Den Kri­po­be­am­ten war rasch klar, dass es sich bei den Taten um Macht­kämp­fe im Rot­licht­mi­lieu ins­be­son­de­re in Bezug auf das Stadt­ge­biet Bam­berg han­del­te. Es gelang den Spe­zia­li­sten der EKO „Laub­an­ger“ in den fol­gen­den Mona­ten unbe­merkt tie­fer in die kri­mi­nel­len Struk­tu­ren der Grup­pie­rung ein­zu­drin­gen und damit an wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen zu gelan­gen. Dabei gerie­ten ins­be­son­de­re acht wei­te­re Per­so­nen ins Visier der Ermitt­ler. Alle Tat­ver­däch­ti­gen waren bereits im Vor­feld unter ande­rem durch gewalt­tä­ti­ges Ver­hal­ten sowie zum Teil auch in Bezug auf Rausch­gift- und Waf­fen­de­lik­te in Erschei­nung getre­ten.

Gelun­ge­ne Fest­nah­men und Durch­su­chun­gen – Spe­zi­al­ein­satz­kräf­te unter­stüt­zen

Am Diens­tag­früh zahl­ten sich dann die inten­si­ven Ermitt­lun­gen und umfang­rei­chen Vor­be­rei­tun­gen der Kri­po­be­am­ten aus. Da die Poli­zi­sten von gewalt­be­rei­tem Ver­hal­ten der Tat­ver­däch­ti­gen aus­ge­hen muss­ten und auch den Besitz von Waf­fen nicht aus­schlie­ßen konn­ten, wur­den Beam­te der Spe­zi­al­ein­satz- und Unter­stüt­zungs­kom­man­dos aus Nürn­berg hin­zu­ge­zo­gen. Wei­ter­hin waren Ein­satz­kräf­te des Rausch­gift­ein­satz­kom­man­dos sowie Beam­te des Ope­ra­ti­ven Ergän­zungs­dien­stes aus Coburg und der Kri­po Schwein­furt im Ein­satz.

In einer kon­zer­tier­ten Akti­on ver­schaff­ten sich Poli­zi­sten der Spe­zi­al­ein­hei­ten in den Mor­gen­stun­den Zutritt zu ins­ge­samt acht Wohn­an­we­sen im Stadt­ge­biet Bam­berg, dem Bam­ber­ger Land­kreis sowie im Land­kreis Haß­ber­ge in Unter­fran­ken und nah­men ins­ge­samt sie­ben Tat­ver­däch­ti­ge fest. Bei dem Durch­su­chungs- und Fest­nah­me­ein­satz waren zir­ka 130 Ein­satz­kräf­te der Poli­zei sowie drei Staats­an­wäl­te aus Bam­berg betei­ligt.

Ver­bo­te­ne Sub­stan­zen und Bar­geld sicher­ge­stellt

Im Rah­men der Woh­nungs­durch­su­chun­gen wur­den die Beam­ten in den Zim­mern der Fest­ge­nom­me­nen schnell fün­dig. Sie fan­den Ana­bo­li­ka in nicht gerin­ger Men­ge und Mari­hua­na im obe­ren zwei­stel­li­gen Gramm­be­reich. Zudem stell­ten die Poli­zi­sten unter ande­rem eine grö­ße­re Men­ge Bar­geld sowie meh­re­re Daten­trä­ger sicher. Gegen ein­zel­ne Per­so­nen lau­fen zudem Ermitt­lun­gen wegen Ver­stö­ßen nach dem Waf­fen­ge­setz.

Sie­ben Haft­be­feh­le auf Antrag der Staats­an­walt­schaft erlas­sen

Bereits im Vor­feld waren, nach enger Zusam­men­ar­beit der EKO „Laub­an­ger“ mit der Staats­an­walt­schaft Bam­berg, von Sei­ten der Staats­an­walt­schaft bereits Woh­nungs­durch­su­chungs­be­schlüs­se sowie Haft­be­feh­le wegen schwe­rer Brand­stif­tung sowie Ver­stö­ßen gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz und Waf­fen­ge­setz bean­tragt wor­den. Die Vor­füh­rung der Fest­ge­nom­me­nen erfolg­te im Lauf des Diens­tags. Inzwi­schen sit­zen alle sie­ben Straf­tä­ter in ver­schie­de­nen Justiz­voll­zugs­an­stal­ten ein.

Die Ermitt­lun­gen von Kri­po und der Staats­an­walt­schaft Bam­berg dau­ern an.

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