Früh­lings­er­wa­chen: Jetzt wie­der Igel melden

Bür­ger­for­scher-Pro­jekt geht in 3. Run­de – Als Über­le­bens­künst­ler zwar anpas­sungs­fä­hig aber Gesamt­si­tua­ti­on bedenklich

Mit dem Früh­lings­be­ginn kom­men auch die ersten Igel­männ­chen aus ihren Win­ter­quar­tie­ren. Erneut sind des­halb alle Bay­ern auf­ge­ru­fen, ab sofort wie­der jeden beob­ach­te­ten Igel dem LBV zu mel­den. Seit 2015 ver­su­chen die Natur­schüt­zer mit dem erfolg­rei­chen Citi­zen-Sci­ence-Pro­jekt „Igel in Bay­ern“ mehr über den unbe­kann­ten Sta­chel­rit­ter her­aus­zu­fin­den. In den ersten bei­den Pro­jekt­jah­ren gin­gen bereits über 45.000 Mel­dun­gen mit ins­ge­samt mehr als 60.000 gemel­de­ten Igeln über die Web­sei­te ein. „Dabei zeig­te sich: Igel sind fle­xi­bel, anpas­sungs­fä­hig und wah­re Über­le­bens­künst­ler, aber ihre Gesamt­si­tua­ti­on ist bedenk­lich“, so das Kurz­fa­zit der LBV-Igel­ex­per­tin Mar­ti­na Geh­ret. Auch im drit­ten Pro­jekt­jahr sol­len wei­te­re wert­vol­le Daten mit Hil­fe der Bevöl­ke­rung gesam­melt wer­den. Des­halb kön­nen ab jetzt bis Ende Herbst wie­der alle Natur­freun­de leben­di­ge und tote Igel ganz ein­fach im Inter­net und auch über jedes Smart­pho­ne unter www​.igel​-in​-bay​ern​.de melden.

Die Aus­wer­tun­gen des zwei­ten Pro­jekt­jah­res zei­gen, dass der Igel in Bay­ern sogar in dicht besie­del­ten Gebie­ten und Groß­städ­ten eine Nische gefun­den hat. „Dazu hat unser Gar­ten­freund eine ganz neue Über­le­bens­stra­te­gie ent­wickelt – und die heißt Müll“, weiß Mar­ti­na Geh­ret. Die­ses Nah­rungs­an­ge­bot ist durch Spei­se­re­ste zwar unge­sund für den Igel, dafür aber uner­schöpf­lich. Trotz sol­cher Stra­te­gien ist die Situa­ti­on für den Igel in Bay­ern ins­ge­samt bedenk­lich. „Groß­flä­chi­ge Bau­maß­nah­men, Ver­sie­ge­lung, erhöh­ter Stra­ßen­ver­kehr, Gift­ein­satz und eine ver­mehr­te Para­si­ten­be­la­stung machen ihm schwer zu schaf­fen“, so wei­te­re Ergeb­nis­se des Bürgerforscher-Projekts.

Die stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren und län­ger wer­den­den Tage las­sen in den kom­men­den Wochen die baye­ri­schen Igel aus dem Win­ter­schlaf erwa­chen. Wann genau die Tie­re auf­wa­chen hängt neben dem Wet­ter auch mit dem Stand­ort ihres Schlaf­plat­zes zusam­men. „Uns haben bereits meh­re­re Mel­dun­gen von umher wan­dern­den Igeln erreicht“, berich­tet Geh­ret. Sie gibt aber auch Ent­war­nung: „Eini­ge Igel wachen bei den mil­den Tem­pe­ra­tu­ren auf und suchen sich ein ande­res Quar­tier in dem sie dann bis in den April, wei­ter­schla­fen“. Igel­weib­chen schla­fen dabei län­ger als Igel­männ­chen. Des­halb kann es vor­kom­men, dass ein­zel­ne Igel­männ­chen ihren Win­ter­schlaf bereits jetzt been­den und aktiv bleiben.

„Das Erste, was Igel nach dem Win­ter­schlaf haben, ist Durst“, weiß die LBV-Exper­tin. Allen Über­win­te­rungs­hel­fern emp­fiehlt sie des­halb eine Was­ser­stel­le für „ihren“ Igel bereit zu stel­len. „Und solan­ge sie in der Natur noch nicht genug Nah­rung fin­den, ist es unpro­ble­ma­tisch die Über­le­bens­künst­ler mit etwas Fut­ter zu unter­stütz­ten, bis sie je nach Wet­ter gegen Ende April wie­der genü­gend Insek­ten fin­den“, so Geh­ret weiter.

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