Ermitt­ler sind sich sicher: Kein Zusam­men­hang zwi­schen Böhn­hardt und Fall Peg­gy

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung des Poli­zei­prä­si­di­ums Ober­fran­ken und der Staats­an­walt­schaft Bay­reuth

OBER­FRAN­KEN. Auf­grund der nun vor­lie­gen­den Unter­su­chungs­er­geb­nis­se, Gut­ach­ten und Ermitt­lungs­er­kennt­nis­se schlie­ßen die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth und die Son­der­kom­mis­si­on (SOKO) Peg­gy aus, dass die im Zuge der Ermitt­lun­gen im Fall Peg­gy iden­ti­fi­zier­te Spur von Uwe Böhn­hardt tat­säch­lich mit dem Tod des Mäd­chens in Zusam­men­hang steht. Die DNA stammt aus Haut­par­ti­keln des Uwe Böhn­hardt, die sich auf einem Tex­til­teil befan­den. Es han­delt sich hier­bei um eine soge­nann­te Trugspur. Die SOKO Peg­gy und die Staats­an­walt­schaft füh­ren die seit Anfang Juli 2016 lau­fen­de orts- und umfeld­be­zo­ge­ne Ermitt­lungs­ar­beit in alle ande­ren Rich­tun­gen inten­siv fort.

Nach dem Fund von sterb­li­chen Über­re­sten in einem Wald­ge­biet im thü­rin­gi­schen Roda­cher­brunn (Land­kreis Saa­le-Orla) erfolg­ten zunächst durch die thü­rin­gi­sche Poli­zei umfang­rei­che Spu­ren­si­che­rungs­maß­nah­men am Fund­ort. Hier­bei stell­ten die ein­ge­setz­ten Beam­ten Spu­ren­trä­ger zur spä­te­ren Unter­su­chung sicher. Bei einer rechts­me­di­zi­ni­schen Unter­su­chung gelang es, die auf­ge­fun­de­nen Ske­lett­kno­chen zwei­fels­frei der seit 2001 spur­los ver­schwun­de­nen Peg­gy K. zuzu­ord­nen. Die bereits seit 2012 agie­ren­de Ermitt­lungs­grup­pe bei der Kri­mi­nal­po­li­zei Bay­reuth erwei­ter­te dar­auf­hin das Poli­zei­prä­si­di­um Ober­fran­ken per­so­nell und orga­ni­sa­to­risch zu einer SOKO mit zunächst rund 30 Ermitt­lern.

DNA-Spur Uwe Böhn­hardt fest­ge­stellt

Mit­te Okto­ber 2016 konn­te im Zuge der umfang­rei­chen Ermitt­lun­gen eine DNA-Spur fest­ge­stellt wer­den, die Uwe Böhn­hardt zuzu­ord­nen ist. Von Beginn an stand für die Ermitt­ler der SOKO Peg­gy und der Staats­an­walt­schaft Bay­reuth die Abklä­rung der Her­kunft die­ser Spur im Vor­der­grund. So ver­an­lass­ten die Behör­den umfas­sen­de Unter­su­chungs­auf­trä­ge, um fest­zu­stel­len, in wel­chem Zusam­men­hang die­se DNA-Spur gesetzt wur­de, wo sie ent­stan­den ist und ob sie in Ver­bin­dung mit dem Tod von Peg­gy steht. Neben den in Auf­trag gege­be­nen foren­si­schen Unter­su­chun­gen der Spur waren in dem jetzt neu­en Kom­plex Ermitt­lungs­hand­lun­gen hin­sicht­lich mög­li­cher Ver­bin­dun­gen von Uwe Böhn­hardt in den Lebens­raum von Peg­gy Knob­loch not­wen­dig. Die SOKO wur­de des­halb auf über 50 baye­ri­sche Ermitt­ler auf­ge­stockt.

Unter­su­chungs­er­geb­nis­se spre­chen deut­li­che Spra­che

Auf­grund der nun vor­lie­gen­den Unter­su­chungs- und Ermitt­lungs­er­geb­nis­se sowie deren Bewer­tung schlie­ßen die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth und die SOKO Peg­gy aus, dass die DNA-Spur des im Novem­ber 2011 in einem Wohn­mo­bil in Eisen­ach ver­stor­be­nen Uwe Böhn­hardt mit dem Tod von Peg­gy Knob­loch in Ver­bin­dung steht. Die DNA stammt aus Haut­par­ti­keln an einem 12 mal 4 Mil­li­me­ter klei­nen Tex­til­stück, wel­ches thü­rin­gi­sche Spu­ren­si­che­rer mit wei­te­ren klei­ne­ren Gegen­stän­den am Fund­ort asser­viert hat­ten. Die­ses win­zi­ge Stoff­teil konn­te im Zuge der nun getä­tig­ten Unter­su­chun­gen ein­deu­tig einem Kopf­hö­rer zuge­ord­net wer­den, der 2011 in dem Wohn­mo­bil in Eisen­ach sicher­ge­stellt wor­den war. Sowohl an dem Tex­til­stück, als auch an dem Kopf­hö­rer befand sich Böhn­hardts DNA mit den glei­chen Iden­ti­fi­zie­rungs­merk­ma­len. Die nun vor­lie­gen­den Unter­su­chungs­er­geb­nis­se zu dem Tex­til­stück stel­len klar, dass die Beschaf­fen­heit der 2016 auf­ge­fun­de­nen Spur einen Bezug zum Tod Peg­gy Knob­lochs im Jahr 2001 aus­schlie­ßen lässt. Über­dies schließt der gute Erhal­tungs­zu­stand der DNA-Spur eine län­ge­re Lie­ge­zeit im Erd­reich aus.

Die Abläu­fe der Spu­ren­si­che­rung und der Spu­ren­aus­wer­tung nach dem Fund der sterb­li­chen Über­re­ste Peg­gy Knob­lochs wur­den ein­ge­hend nach­voll­zo­gen und inten­siv hin­ter­fragt. Dabei erga­ben sich Hin­wei­se, dass der Spu­ren­über­trag bei der Spu­ren­si­che­rung am Fund­ort statt­ge­fun­den haben muss.

In der Sum­me der Erkennt­nis­se kom­men die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth und die Ermitt­ler der SOKO Peg­gy zu der Bewer­tung, dass es sich bei der DNA-Spur Böhn­hardt um eine soge­nann­te Trugspur han­delt, die zwar am Auf­fin­de­ort gesi­chert wur­de, jedoch nicht im Zusam­men­hang mit dem Fall Peg­gy Knob­loch steht. Gegen­stand der noch aus­ste­hen­den Unter­su­chun­gen ist es, die kon­kre­ten Umstän­de der Über­tra­gung nach­zu­voll­zie­hen.

Die über die DNA-Spur hin­aus­ge­hen­den Ermitt­lun­gen zu etwai­gen Ver­bin­dun­gen des Fal­les Peg­gy mit Uwe Böhn­hardt bzw. dem NSU im Spe­zi­el­len oder der rech­ten Sze­ne im All­ge­mei­nen haben nach dem heu­ti­gen Stand kei­ner­lei stich­hal­ti­ge Erkennt­nis­se erbracht.

Ermitt­lun­gen wer­den inten­siv fort­ge­führt

Die seit dem Auf­fin­den der sterb­li­chen Über­re­ste fort­ge­führ­ten Ermitt­lun­gen zu den Umstän­den des Todes von Peg­gy Knob­loch wer­den sei­tens der SOKO Peg­gy und der Staats­an­walt­schaft Bay­reuth wei­ter inten­siv betrie­ben. Neben den wei­te­ren Unter­su­chun­gen der am Fund­ort ent­deck­ten Ske­lett­tei­le und Gegen­stän­de ste­hen ins­be­son­de­re der Auf­fin­de­ort und die damit im Zusam­men­hang ste­hen­den Erkennt­nis­se aus den bis­he­ri­gen Ermitt­lun­gen im Mit­tel­punkt.

Die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth und die SOKO Peg­gy füh­ren die lau­fen­den und umfang­rei­chen Ermitt­lun­gen in alle ande­ren Rich­tun­gen inten­siv fort.

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