Bun­des­weit ein­zig­ar­tig: Herz-Hirn-Zen­trum am Kli­ni­kum Bamberg

Der Sprecher des Herz-Hirn-Zentrums, Professor Peter Rieckmann
Der Sprecher des Herz-Hirn-Zentrums, Professor Peter Rieckmann

Inter­dis­zi­pli­nä­res Zen­trum fei­er­lich eröffnet

Mit einem Fest­akt wur­de das Herz-Hirn-Zen­trum Bam­berg (HHZB) heu­te fei­er­lich eröff­net. Zu den Ehren­gä­sten gehör­te auch die Baye­ri­sche Staats­mi­ni­ste­rin für Gesund­heit und Pfle­ge, Mela­nie Huml, die den Stel­len­wert des Zen­trums als her­vor­hob. Die deutsch­land­weit ein­ma­li­ge Ein­rich­tung ist bereits seit dem 1. Dezem­ber 2016 in Betrieb und behan­delt Pati­en­ten mit Erkran­kun­gen des Her­zens und des Gehirns.

„Bam­berg nimmt mit dem Herz-Hirn-Zen­trum deutsch­land­weit eine Vor­bild­funk­ti­on ein“, beton­te die Staats­mi­ni­ste­rin in ihrer Eröff­nungs­re­de. Auch Bam­bergs Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke hob her­vor: „Das Herz-Hirn-Zen­trum stärkt die Posi­tio­nie­rung unse­rer Stadt und der Regi­on Bam­berg als wich­ti­gen Stand­ort der Gesundheitswirtschaft.“

Das Herz-Hirn-Zen­trum nahm bereits im Dezem­ber des letz­ten Jah­res sei­nen Betrieb auf. Gut zehn Mona­te dau­er­te der Um- und Aus­bau des ehe­ma­li­gen OP-Trak­tes im 5. Stock des Kli­ni­kums. Das Zen­trum ver­fügt dabei über alle erfor­der­li­chen Berei­che, von der Anmel­dung über Untersuchungs‑, Über­wa­chungs- und OP-Berei­che bis hin zu Patienten‑, War­te- und Arzt­zim­mern. „Ent­stan­den ist eine deutsch­land­weit ein­ma­li­ge und hoch­mo­der­ne Abtei­lung, deren Fokus auf der kar­dio­lo­gi­schen, neu­ro­lo­gi­schen und neu­ro­ra­dio­lo­gi­schen Behand­lung von Pati­en­ten liegt. Wir freu­en uns sehr, dass wir mit der Fer­tig­stel­lung aktu­ell noch unter den ursprüng­lich geplan­ten 11 Mil­lio­nen Euro Gesamt­in­ve­sti­ti­on lie­gen“, betont Xaver Frau­en­knecht, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Sozi­al­stif­tung Bam­berg. Der Frei­staat Bay­ern för­der­te das Vor­ha­ben mit rund 8,98 Mil­lio­nen Euro.

„Die Inter­ak­ti­on von Herz und Hirn bei der Ent­ste­hung zahl­rei­cher Erkran­kun­gen die­ser Orga­ne ist so umfas­send, dass sie eine inter­dis­zi­pli­nä­re Her­an­ge­hens­wei­se erfor­dern – sowohl in der Dia­gno­stik als auch in der Behand­lung und Reha­bi­li­ta­ti­on. Im Rah­men des über­grei­fen­den Ver­sor­gungs­kon­zep­tes arbei­ten hier nicht nur Neu­ro- und Kar­dio­lo­gen zusam­men, son­dern auch Spe­zia­li­sten der Radio­lo­gie, Neu­ro- und Gefäß­chir­ur­gie sowie der Psych­ia­trie“, erklärt Xaver Frau­en­knecht, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Sozi­al­stif­tung Bam­berg, die Grund­idee des Zentrums.

Die inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit setzt sich natür­lich auch im Ope­ra­ti­ons­saal fort. Eine enge Zusam­men­ar­beit und Abstim­mung mit Spe­zia­li­sten der Neu­ro­ra­dio­lo­gie und Neu­ro­chir­ur­gie garan­tiert die beste Ver­sor­gung und höchst­mög­li­che Sicher­heit der Pati­en­ten wäh­rend der Eingriffe.

Rund-um-Ver­sor­gung auf höch­stem Niveau

Zwei eigens ein­ge­rich­te­te Sta­tio­nen sind auf die zah­len­mä­ßig größ­ten Pati­en­ten­grup­pen spe­zia­li­siert. In die zer­ti­fi­zier­te Stro­ke-Unit wer­den alle Pati­en­ten mit einem Schlag­an­fall, sowie bei kon­kre­tem Ver­dacht dar­auf, ein­ge­lie­fert. Für Pati­en­ten mit neu auf­tre­ten­dem Brust­schmerz wur­de zudem die soge­nann­te Chest-Pain-Unit ein­ge­rich­tet. Bei bei­den Units steht die schnel­le Dia­gno­se und anschlie­ßen­de Akut­in­ter­ven­ti­on im Vor­der­grund. „Ein wei­te­rer Schwer­punkt liegt auf der Ver­sor­gung von Pati­en­ten mit Vor­hof­flim­mern, der häu­fig­sten Form von Herz­rhyth­mus­stö­run­gen und Haupt­ri­si­ko­fak­tor für einen Schlag­an­fall“, erklärt der Neu­ro­lo­ge, Pro­fes­sor Dr. Peter Rieck­mann, der gemein­sam mit Pri­vat­do­zent Dr. Mar­tin Braun das Zen­trum leitet.

Auch die wei­ter­füh­ren­de Nach­sor­ge ist dank ver­schie­de­ner Reha­bi­li­ta­ti­ons­an­ge­bo­te inner­halb der Sozi­al­stif­tung Bam­berg gesi­chert. Das Ange­bot der salu­dis, eine Toch­ter der Stif­tung, umfasst neben ambu­lan­ter kar­dio­lo­gi­scher und neu­ro­lo­gi­scher Reha­bi­li­ta­ti­on auch teil­sta­tio­nä­re Behandlungen.

Herz­in­farkt und Schlag­an­fall vorbeugen

Neben der aku­ten Behand­lung setzt das Herz-Hirn-Zen­trum vor allem im Bereich der Prä­ven­ti­on neue Maß­stä­be. „Je frü­her erste Indi­ka­to­ren für Erkran­kun­gen des Her­zens oder des Gehirns erkannt wer­den, umso effek­ti­ver kann man die­se behan­deln. Aus die­sem Grund wer­den alle Risi­ko­pa­ra­me­ter – wie Blut­hoch­druck, Niko­tin­kon­sum oder even­tu­el­le Stoff­wech­sel- und Gefäß­er­kran­kun­gen – bei uns iden­ti­fi­ziert“, so Pri­vat­do­zent Dr. Mar­tin Braun. Im Herz-Hirn-Zen­trum steht dafür die gan­ze Band­brei­te der kar­dio­lo­gisch-neu­ro­lo­gi­schen Funk­ti­ons­dia­gno­stik zur Ver­fü­gung: Von EKG und Echo­kar­dio­gra­fie bis hin zum hoch­mo­der­nen 3‑Tes­la-MRT für Herz, Gefä­ße und Gehirn. Aus den Ergeb­nis­sen ergibt sich anschlie­ßend ein indi­vi­du­el­les Risikoprofil.

Der inter­dis­zi­pli­nä­re Behand­lungs­an­satz wirkt auch mit Blick auf die psy­chi­sche Bela­stungs­si­tua­ti­on der Pati­en­ten. Ab dem Zeit­punkt der Ein­lie­fe­rung in das Herz-Hirn-Zen­trum bis zur Ent­las­sung sowie bei Bedarf dar­über hin­aus, ste­hen den Pati­en­ten psy­cho­lo­gi­sche und psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Spe­zia­li­sten zur Sei­te. Schlag­an­fäl­le oder auch Herz­in­fark­te bedeu­ten einen gro­ßen Ein­schnitt in das bis­he­ri­ge Leben der Betrof­fe­nen. Angst­zu­stän­de oder ande­re psy­chi­sche Bela­stungs­er­schei­nun­gen kön­nen Ursa­che oder auch die Fol­ge sein.

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