Bis­tü­mer Thiès und Bam­berg fei­ern zehn­jäh­ri­ge Part­ner­schaft

Festgottesdienst in Thiès. Foto: Heinrichsblatt/Christoph Gahlau
Festgottesdienst in Thiès. Foto: Heinrichsblatt/Christoph Gahlau

Am Fest­got­tes­dienst im Sene­gal nah­men Dele­ga­tio­nen aus Bam­berg und Thiès teil

Mit einem rund drei­stün­di­gen Fest­got­tes­dienst in der Kathe­dra­le von Thiès haben das sene­ga­le­si­sche Bis­tum Thiès und das Erz­bis­tum Bam­berg das zehn­jäh­ri­ge Bestehen ihrer Bis­tums­part­ner­schaft gefei­ert. Dabei dank­ten die bei­den Bischö­fe, Erz­bi­schof Lud­wig Schick und André Guè­ye, für die offi­zi­el­le Zusam­men­ar­beit, die nun seit einem Jahr­zehnt andau­ert.

An dem Got­tes­dienst nah­men am Sonn­tag auch hoch­ran­gi­ge poli­ti­sche Ver­tre­ter aus bei­den Län­dern teil. Der Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster des Sene­gal, Augu­stin Tine, über­mit­tel­te auch die Grü­ße vom sene­ga­le­si­schen Prä­si­den­ten Macky Sall. Die­ser sei über die leben­di­ge Part­ner­schaft infor­miert. „Ich hof­fe, dass die­se Part­ner­schaft noch lan­ge Bestand hat“, sag­te Tine und wünsch­te sich, dass „deut­sche Ord­nung und das sene­ga­le­si­sche Ter­ran­ga“ (Offen­heit, Will­kom­men) sich begeg­nen wür­den.

Der Bam­ber­ger Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Tho­mas Sil­ber­horn, gleich­zei­tig Par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär im Ent­wick­lungs­hil­fe­mi­ni­ste­ri­um, lob­te die Part­ner­schaft zwi­schen den bei­den Diö­ze­sen. Es gel­te die posi­ti­ven Kräf­te der Reli­gio­nen zu nut­zen, um die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit zu för­dern. Es sei drin­gend not­wen­dig, dass die Jugend­li­chen im Sene­gal eine Zukunft hät­ten. Mit ande­ren Län­dern soll ein „Pakt für die Zukunft Afri­kas”, ver­gleich­bar dem Mar­shall-Plan für Deutsch­land nach dem Zwei­ten Welt­krieg ins Leben geru­fen wer­den.

An dem Got­tes­dienst nah­men auch ver­schie­de­ne Dele­ga­tio­nen aus dem Erz­bis­tum Bam­berg teil, etwa eine Jugend­de­le­ga­ti­on, eine Dele­ga­ti­on des Katho­li­schen Land­volks sowie Ver­tre­ter des Part­ner­schafts­ko­mi­tees.

Durch die Part­ner­schaft sei­en Freund­schaf­ten ent­stan­den, sag­te der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick. „Die Part­ner­schaft Bam­berg-Thiès gibt Zeug­nis, dass Part­ner­schaf­ten welt­weit mög­lich sind.“ Eine sol­che Part­ner­schaft mache froh und berei­che­re den Hori­zont. Ziel müs­se es sein, gemein­sam an der Zukunft zu bau­en. Die Part­ner­schaft der bei­den Bis­tü­mer zei­ge zudem, dass trotz einer schwie­ri­gen Ver­gan­gen­heit wie Kolo­nia­lis­mus und Aus­beu­tung, die Ver­gan­gen­heit über­wun­den wer­den kön­ne und es mög­lich sei, eine „Ver­söhnt­heit zu gestal­ten“. Er dan­ke „von gan­zem Her­zen den vie­len Men­schen, die sich in der Part­ner­schaft enga­gie­ren“. Die­ses Enga­ge­ment müs­se wei­ter­ge­führt wer­den zum Wohl der Men­schen auf der gan­zen Welt, damit sie im christ­li­chen Sin­ne zu „Schwe­stern und Brü­dern wer­den“.

Die Part­ner­schaft zwi­schen Bam­berg und Thiès gehe längst über die Diö­ze­sen hin­aus. Auch die Poli­tik, der Staat und die Stadt pro­fi­tier­ten davon, sag­te der Bischof von Thiès, André Guè­ye. Auch Deutsch­land habe nach dem Zwei­ten Welt­krieg eine schwie­ri­ge Ent­wick­lung erlebt. Die­ses Bei­spiel sei aber auch Ansporn für die Part­ner­schaft. „Die Part­ner­schaft ist ent­stan­den aus dem Glau­ben und der Hoff­nung her­aus, dass posi­ti­ve Früch­te ent­ste­hen kön­nen.“ Basis der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Bam­berg und Thiès sind Glau­ben, Hoff­nung und Näch­sten­lie­be. „Die bis­he­ri­gen zehn Jah­re waren gute Jah­re. Es bleibt die Hoff­nung, dass wir die­sen Weg wei­ter­ge­hen kön­nen“, zog Bischof Guè­ye Bilanz.

Der dama­li­ge Bischof von Thiès, Jac­ques Sarr, und Erz­bi­schof Lud­wig Schick unter­zeich­ne­ten am 22. Sep­tem­ber 2007 in Nürn­berg den Part­ner­schafts­ver­trag. Die Kon­tak­te rei­chen jedoch weit bis in die Mit­te des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts zurück. Ende September/​Anfang Okto­ber wird eine Dele­ga­ti­on aus dem Bis­tum Thiès mit Bischof André Guè­ye an der Spit­ze im Erz­bis­tum Bam­berg erwar­tet. Am 1.Oktober wird das Part­ner­schafts­ju­bi­lä­um auf dem Feu­er­stein gefei­ert. Bereits das Hein­richs­fest im Juli wird auch schwer­punkt­mä­ßig die Bis­tums­part­ner­schaft the­ma­ti­sie­ren.

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