Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt‘ offi­zi­ell eröffnet

Im Beisein von Helmut Brunner (5. v.r.), Bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eröffneten die Projektbeteiligten den Windpark ‚Tannberg-Lindenhardt‘.

Im Bei­sein von Hel­mut Brun­ner (5. v.r.), Baye­ri­scher Staats­mi­ni­ster für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten eröff­ne­ten die Pro­jekt­be­tei­lig­ten den Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt‘.

Am Mon­tag wur­de der Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt‘ in der Nähe von Bay­reuth offi­zi­ell eröff­net. Eigen­tü­me­rin­nen der vier Wind­kraft­an­la­gen sind die Regens­bur­ger Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gung AG & Co KG (REWAG), die Bay­reu­ther Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gungs-GmbH (BEW) und die Bay­ern­werk Natur GmbH. Hel­mut Brun­ner, Baye­ri­scher Staats­mi­ni­ster für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten, beton­te in sei­ner Rede den Stel­len­wert der Ener­gie­wen­de für den länd­li­chen Raum.

Etwa zehn Kilo­me­ter süd­lich von Bay­reuth wur­de am Mon­tag der Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt‘ ein­ge­weiht. Die vier Wind­kraft­an­la­gen, die mit einer Gesamt­lei­stung von zwölf Mega­watt bis zu 8000 Haus­hal­te ver­sor­gen kön­nen, sind seit Sep­tem­ber 2014 in Betrieb. Eigen­tü­mer des 20-Mil­lio­nen-Pro­jekts sind die REWAG, die BEW und die Bay­ern­werk Natur GmbH. Sie haben den Wind­park schlüs­sel­fer­tig von dem Regens­bur­ger Unter­neh­men Ost­wind erwor­ben, das den Wind­park auch in der Betriebs­füh­rung hält.

Hel­mut Brun­ner, Baye­ri­scher Staats­mi­ni­ster für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten unter­strich in sei­ner Rede die Bedeu­tung von Pro­jek­ten wie dem Wind­park im Lin­den­hard­ter Forst für den länd­li­chen Raum. „Egal, ob Ener­gie aus Bio­mas­se, Pho­to­vol­ta­ik, Wind oder Was­ser: Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien wer­den im länd­li­chen Raum erzeugt. Sie schaf­fen dort wich­ti­ge Arbeits­plät­ze und Wert­schöp­fung“, sag­te Brun­ner. „Vor allem aber sind sie eine Mög­lich­keit, Ener­gie dort zu pro­du­zie­ren, wo sie gebraucht wird – dezen­tral, ohne Groß­an­la­gen mit lan­gen Trans­port­we­gen und ohne Fernleitungsnetze.“

Für den REWAG-Vor­stands­vor­sit­zen­den Olaf Her­mes ist die Inbe­trieb­nah­me des Wind­parks eine kon­se­quen­te Fort­set­zung der Unter­neh­mens­stra­te­gie, die Ener­gie-Eigen­erzeu­gung durch rege­ne­ra­ti­ve und effi­zi­en­te Anla­gen wei­ter aus­zu­bau­en: „Unse­re Ziel­stel­lung für die näch­sten Jah­re ist die Erhö­hung der selbst erzeug­ten Ener­gie auf 40 bis 50 Pro­zent – bezo­gen auf den Pri­vat­kun­den-Absatz. Mit unse­rem 70-pro­zen­ti­gen Anteil am Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt‘ steigt die Men­ge allein an eigen erzeug­ter Wind­ener­gie ab 2015 ins­ge­samt auf rund 70 Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den“, so Her­mes zum Enga­ge­ment des Regens­bur­ger Ener­gie­dienst­lei­sters. Das Unter­neh­men rea­li­sier­te 2014 rund 20 Pro­jek­te im Bereich der zen­tra­len und dezen­tra­len Ener­gie-Eigen­erzeu­gung. Die Wind­ener­gie ist im Erzeu­gungs­port­fo­lio der REWAG von zen­tra­ler Bedeutung.

Weg­wei­send für die BEW nann­te deren Geschäfts­füh­rer Jür­gen Bay­er die Betei­li­gung am Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt‘. „Wir sind stolz dar­auf, dass wir an dem Wind­park vor den Toren Bay­reuths betei­ligt sind“, sag­te Bay­er. „Das Pro­jekt ist für uns finan­zi­ell for­dernd, was sich aber aus­zah­len wird. Wirt­schaft­lich, vor allem aber für die Umwelt.“ Längst sei klar, dass sich auch die Ener­gie­er­zeu­gung ver­än­dern muss, wol­le man dem Kli­ma­wan­del Ein­halt gebie­ten. „Die­ser Maxi­me fol­gen die Stadt­wer­ke Bay­reuth bei ihren Erzeu­gungs­pro­jek­ten – vom mit Bio­gas betrie­be­nen Block­heiz­kraft­werk bis hin zum Wind­park im Lin­den­hard­ter Forst.“

Das Bay­ern­werk setzt mit sei­ner Toch­ter Bay­ern­werk Natur eben­falls auf dezen­tra­le, rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien. „ Bis­lang waren Kraft-Wär­me-Kopp­lung, Geo­ther­mie und Bio­en­er­gie unse­re wesent­li­chen tech­no­lo­gi­schen Grund­la­gen. Mit dem Wind­park Tann­berg-Lin­den­hardt nut­zen wir erst­mals auch die Wind­kraft­tech­no­lo­gie“, erklär­te Rei­mund Got­zel, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Bay­ern­werk AG. Das Ener­gie­sy­stem von mor­gen wer­de klein­tei­lig und dezen­tral sein. Die Umset­zung erfor­de­re Mut, Ent­schluss­kraft und Beharr­lich­keit. „Der Wind­park Tann­berg-Lin­den­hardt ist eine die­ser vie­len wich­ti­gen Etap­pen auf der span­nen­den Rei­se in unse­re gemein­sa­me Ener­gie­zu­kunft“ so Rei­mund Got­zel. An einem Tag, der ganz im Zei­chen der dezen­tra­len Erzeu­gung stand, hat Got­zel auch auf die wich­ti­ge Rol­le der regio­na­len Ver­teil­net­ze hin­ge­wie­sen. „Die dezen­tra­le Ener­gie­er­zeu­gung und das regio­na­le Ver­teil­netz sind zwei System­kom­po­nen­ten der Ener­gie­wen­de, die im Ein­klang ste­hen müs­sen. Ohne moder­ne und lei­stungs­fä­hi­ge Net­ze erreicht die Erneu­er­ba­re Ener­gie nicht erzeu­gungs­nah die Ver­brau­cher. Die Gestal­tung der Ener­gie­zu­kunft bedeu­tet einen Umbau des Gesamt­sy­stems“, hielt der Bay­ern­werk-Vor­stands­chef fest.

Für die Geschäfts­füh­rer der OST­WIND-Grup­pe, Dr. Rolf Bun­gart und Jörg Zin­ner, ver­eint der Wald-Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt I‘ exem­pla­risch die Vor­zü­ge einer rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­wen­de, die auf den regio­na­len Aus­bau der Wind­ener­gie auf Basis einer ver­läss­lich kal­ku­lier­ba­ren Ver­gü­tung setzt. Er sei Teil einer Ener­gie­ver­sor­gung, die in über­wie­gend kom­mu­na­ler Hand liegt. „Und er steht dafür“, so Jörg Zin­ner, „wie wir die Chan­cen, die uns der Umstieg auf ein erneu­er­ba­res und dezen­tra­les Ener­gie­sy­stem beschert, gemein­sam und vor Ort nut­zen kön­nen – wenn wir es wol­len!“ Dr. Rolf Bun­gart hob her­vor, dass die Nut­zung der Wind­ener­gie über dem Wald „Nach­hal­tig­keit und Kli­ma­schutz im dop­pel­ten Sinn“ bedeu­te – „auf glei­cher Flä­che und zur glei­chen Zeit“. Er dank­te der Regie­rung von Ober­fran­ken und dem Land­rats­amt Bay­reuth, dass der Wind­ener­gie hier schon sehr früh und kon­se­quent der not­wen­di­ge „sub­stan­zi­el­le Raum“ zuge­stan­den wor­den sei – „und zwar mit rea­li­sti­schen Abstands­kri­te­ri­en“, wie der Geschäfts­füh­rer betonte.

Über den Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt‘:

Das Gebiet im Land­kreis Bay­reuth ist sehr wind­reich und des­halb ein geeig­ne­ter Stand­ort für die Pro­duk­ti­on von rege­ne­ra­ti­vem Strom aus Wind­kraft. Der Wind­park ‚Tann­berg-Lin­den­hardt‘ wur­de von Ener­con und der Regens­bur­ger Ost­wind-Grup­pe auf Flä­chen der Baye­ri­schen Staats­for­sten gebaut. Er besteht aus vier Wind­kraft­an­la­gen. Die Anla­gen haben eine Lei­stung von je drei Mega­watt, einen Rotor­blatt­durch­mes­ser von 101 Metern sowie eine Naben­hö­he von 149 Metern. Alle vier kön­nen ins­ge­samt pro Jahr rund 27 Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den umwelt­scho­nen­den Strom aus Wind­kraft gewin­nen, was dem Jah­res­be­darf von rund 8000 Ein­fa­mi­li­en­häu­sern ent­spricht. Das bedeu­tet eine Ein­spa­rung von über 14.000 Ton­nen Koh­len­di­oxid. Seit Sep­tem­ber 2014 sind die vier Wind­kraft­an­la­gen in Betrieb.

Über die REWAG:

Die REWAG ist ein regio­na­ler Ener­gie- und Trink­was­ser­ver­sor­ger, der Strom, Erd­gas, Wär­me und Trink­was­ser an mehr als 200.000 Pri­vat­haus­hal­te und Geschäfts­kun­den lie­fert. Sie sorgt für eine kom­for­ta­ble und zuver­läs­si­ge Ener­gie- und Trink­was­ser­ver­sor­gung in der Regi­on Regens­burg. Gewer­be- und Geschäfts­kun­den bie­tet die REWAG maß­ge­schnei­der­te Ener­gie­kon­zep­te. Vom rei­nen Ener­gie­lie­fe­ran­ten hat sich das Unter­neh­men zum dezen­tra­len Ener­gie­pro­du­zen­ten ent­wickelt. Die REWAG setzt schon seit Jahr­zehn­ten auf umwelt­scho­nen­de Ener­gie­pro­jek­te wie den Bau von effi­zi­en­ten Ener­gie­er­zeu­gungs- und Wär­me­an­la­gen, beson­ders mit der effek­ti­ven Kraft-Wär­me-Kopp­lung (KWK). Dar­über hin­aus betreibt sie Foto­vol­ta­ik- und Bio­gas­an­la­gen und meh­re­re Windkraftanlagen.

Über die BEW:

Die BEW Bay­reu­ther Ener­gie- und Was­ser­ver­sor­gungs-GmbH (BEW) ist ein loka­ler Ener­gie­dienst­lei­ster. Gelie­fert wer­den Strom, Erd­gas, Wär­me und Trink­was­ser an Haus­hal­te und Betrie­be in Bay­reuth sowie eini­gen Umland­ge­mein­den. Durch eige­ne Kraft-Wär­me-Kopp­lungs­an­lan­gen sowie den Bau und Betrieb von Con­trac­ting-Anla­gen für Unter­neh­men trägt die BEW zum Kli­ma­schutz bei. Zugleich bie­tet sie ihren Kun­den Öko­strom und CO2-neu­tra­les Erd­gas an und betei­ligt sich an Kli­ma­schutz­pro­jek­ten. Auch umwelt- und kli­ma­scho­nen­de Heiz- und Fahr­zeug­tech­nik wer­den von ihr geför­dert. Die BEW ist eine 100-pro­zen­ti­ge Toch­ter der Stadt­wer­ke Bay­reuth Hol­ding GmbH.

Über die Bay­ern­werk Natur GmbH

Die Bay­ern­werk Natur GmbH ist eine 100-pro­zen­ti­ge Toch­ter­ge­sell­schaft der Bay­ern­werk AG und auf das Errich­ten und Betrei­ben von Anla­gen zur Wär­me­er­zeu­gung und ‑ver­tei­lung spe­zia­li­siert. Sie betreibt über 100 dezen­tra­le ener­gie­ef­fi­zi­en­te und rege­ne­ra­ti­ve Kraft­werks­an­la­gen wie Fern­wär­me­ver­sor­gun­gen, Bio­mas­se­heiz­wer­ke, Bio­gas- und Bio-Erd­gas­an­la­gen, Block­heiz­kraft­wer­ke, Wär­me­pum­pen­an­la­gen sowie Pel­let­hei­zun­gen bis hin zu Gas- und Dampf­tur­bi­nen-Heiz­kraft­wer­ke und rea­li­siert der­zeit meh­re­re Geo­ther­mie­pro­jek­te. Das Unter­neh­men bie­tet maß­ge­schnei­der­te Kun­den­lö­sun­gen und spe­zia­li­siert sich künf­tig auch auf Wind- und Kleinwasserkraftanlagen.

Über die Ostwind-Gruppe:

Die OST­WIND-Grup­pe mit Sitz in Regens­burg, Straß­burg und Prag ent­wickelt, errich­tet und betreut Wind­parks – seit über 20 Jah­ren. Des­halb ist das mit­tel­stän­di­sche Fami­li­en­un­ter­neh­men heu­te ein gefrag­ter Part­ner für Bür­ger­wind­parks, Kom­mu­nen, Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten, Stadt­wer­ke und regio­na­le Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men. Bis­her hat OST­WIND 491 Wind­ener­gie­an­la­gen mit 772 MW Lei­stung geplant, gebaut und ans Netz gebracht.