Ver­mie­ter­ver­samm­lung in Pot­ten­stein

Pottenstein

Pot­ten­stein

„Pot­ten­stein blickt auf eine erfolg­rei­che Tou­ris­mus­sai­son zurück – knapp 250.000 Über­nach­tun­gen im ver­gan­ge­nen Jahr

Dass die Regi­on Pot­ten­stein auch 2014 wie­der der wich­tig­ste Tou­ris­mus­stand­ort in der Frän­ki­schen Schweiz war erfuh­ren die Gast­ge­ber und Lei­stungs­part­ner in der dies­jäh­ri­gen zen­tra­len Ver­mie­ter­ver­samm­lung am Mitt­woch im Kapel­len­hof Elbers­berg. Bür­ger­mei­ster Ste­fan Früh­bei­ßer und der Lei­ter des Tou­ris­mus­bü­ros, Tho­mas Ber­nard luden dazu ein und hat­ten aller­lei Zah­len und Fak­ten in der Tasche.

Zu Beginn knüpf­te Bür­ger­mei­ster Früh­bei­ßer an die ver­gan­ge­ne Ver­mie­ter­rund­fahrt ins Fich­tel­ge­bir­ge an und erläu­ter­te För­der­me­cha­nis­men des Land­krei­ses in den Regio­nen Fich­tel­ge­bir­ge und Frän­ki­sche Schweiz. Er rech­ne­te vor, dass die Stadt Pot­ten­stein für das Defi­zit des Zweck­ver­ban­des auf dem Och­sen­kopf (ins­ge­samt ca. 660.000 €) über die Kreis­um­la­ge in erheb­li­chem Umfang von fast 40.000 Euro betei­ligt wird. In einer ver­gleich­ba­ren Grö­ßen­ord­nung bewegt sich auch der Anteil an der Kreis­um­la­ge für die Ther­me Obern­sees. Der Land­kreis betreibt damit auf Kosten der Gemein­den ein­sei­tig Wirt­schafts­för­de­rung für Frei­zeit­ein­rich­tun­gen, die zugleich in unmit­tel­ba­rem Wett­be­werb zu kom­mu­na­len und pri­va­ten Ein­rich­tun­gen ste­hen; dem Bür­ger ist dies nicht mehr plau­si­bel zu erklä­ren.

Gemein­den sol­len an frei­wil­li­gen Lei­stun­gen spa­ren, wo es geht, der Land­kreis prak­ti­ziert genau das Gegen­teil ; für Früh­bei­ßer eine dra­ma­ti­sche Ungleich­be­hand­lung. Der Erfolg der Erleb­nis­mei­le beru­he schlicht dar­auf, dass pri­va­te und pro­fes­sio­nel­le Betrei­ber ste­tig das tou­ri­sti­sche Ange­bot erwei­tern, wäh­rend dort die öffent­li­che Hand, also der Steu­er­zah­ler immer wie­der dafür auf­kom­men soll.

Dass Pot­ten­stein sei­ne Haus­auf­ga­ben auch in tou­ri­sti­scher Sicht bis­lang her­vor­ra­gend macht, bestä­ti­gen die aktu­el­len Trends und Ent­wick­lun­gen. Tho­mas Ber­nard blick­te detail­liert auf das Tou­ris­mus­jahr 2014 zurück. Dem­nach wur­den ins­ge­samt knapp 68.000 Gäste­an­künf­te gezählt – nach dem Boom­jahr 2012 der höch­ste Wert über­haupt. Die­se gene­rier­ten über 248.000 Über­nach­tun­gen in über 1600 zur Ver­fü­gung ste­hen­den Gäste­bet­ten, auf den drei Cam­ping­plät­zen sowie in der Jugend­her­ber­ge und im Schul­land­heim Pot­ten­stein. Damit konn­ten die Gäste­an­künf­te und die Über­nach­tun­gen im Ver­gleich zum Vor­jahr um fast 2% gestei­gert wer­den, ent­ge­gen dem Trend in der Frän­ki­schen Schweiz ins­ge­samt, wel­che ein leich­tes Minus zu ver­zeich­nen hat­te. Die durch­schnitt­li­che Bet­ten­aus­la­stung, für Ber­nard der ein­zig wirk­lich aus­sa­ge­kräf­ti­ge Wert betrug gut 36%, für Fran­ken durch­aus ein Spit­zen­wert.

Auf die Grün­de ging Ber­nard aus­führ­lich ein. Auf­grund der jähr­li­chen Gäste­be­fra­gung sind die The­men „Wan­dern“, „Kul­tur und Sehens­wür­dig­kei­ten“, „Essen und Trin­ken“ und vor allem die gro­ße Dich­te an attrak­ti­ven Frei­zeit­ein­rich­tun­gen an der Pot­ten­stei­ner Erleb­nis­mei­le aus­schlag­ge­bend. Dies spie­gelt auch ein Ver­gleich der Her­kunfts­ge­bie­te von Über­nach­tungs­gä­sten wie­der.

Neben den klas­si­schen Quell­ge­bie­ten für einen Kurz­ur­laub, in der Regel im Radi­us von maxi­mal drei Stun­den Anfahrts­zeit zeigt sich eine posi­ti­ve Ent­wick­lung bei den Besu­chern aus dem Bereich Alt­bay­ern und Baden-Würt­tem­berg. Zusam­men mit dem flo­rie­ren­den Tages­tou­ris­mus (2014 wur­de die Anzahl der zah­len­den Tages­gä­ste auf über 700.000 geschätzt) wur­de im direk­ten tou­ri­sti­schen Bereich ein Gesamt­um­satz von etwa 31 Mil­lio­nen Euro erzielt, etwas mehr als die Hälf­te davon über die Tages­gä­ste.

Pot­ten­stein hat nach wie vor ein recht posi­ti­ves Image inner­halb der Urlaubs­re­gi­on Frän­ki­sche Schweiz und dar­über hin­aus und punk­tet kon­ti­nu­ier­lich durch die stra­te­gi­sche, nach­hal­ti­ge Tou­ris­mus­ar­beit aller Akteu­re, ver­bun­den mit einer inten­si­ven und sehr guten Zusam­men­ar­beit vor Ort, wofür sich der Lei­ter des Tou­ris­mus­bü­ro auch herz­lich bedank­te.

Ein beson­de­rer Höhe­punkt 2014 war auch die erste frän­ki­sche Bier­pro­be in der Teu­fels­höh­le im August, wozu die Mit­ar­bei­te­rin Stef­fi Ribold-Bütt­ner die Idee hat­te. Im Hin­blick auf das Jubi­lä­ums­jahr „500 Jah­re Baye­ri­sches Rein­heits­ge­bot“ 2016 sam­melt Pot­ten­stein damit auch wich­ti­ge Erfah­run­gen, um sich aktiv in die­ses Jah­res­the­ma mit ein­zu­brin­gen. Geplant ist für 2015 eine neue, aktu­el­le und benut­zer­freund­li­che Wan­der­kar­te im Maß­stab 1:25.000, der Abschluss der Wan­der­leit­sy­stems Gemein­de Pot­ten­stein und eine Ver­mie­ter-Infor­ma­ti­ons­fahrt im April.

Mit dem Hin­weis auf die neue Sehens­wür­dig­keit „Pot­ten­stei­ner Him­mels­lei­ter“, dem Aus­sichts­turm auf dem Höhen­weg nach Elbers­berg und dem Wunsch auf eine gute Sai­son 2015 und wei­ter­hin ein gutes, ver­trau­ens­vol­les Mit­ein­an­der ende­te die Ver­samm­lung. In den anschlie­ßen­den Gesprä­chen wur­de sei­tens des Vor­sit­zen­den des Tou­ris­mus­ver­eins, Theo Bruck­may­er das The­ma „Min­dest­lohn in der Gastro­no­mie und Hotele­rie“ ange­spro­chen und den damit ver­bun­de­nen, für klei­ne­re Betrie­be nicht leist­ba­ren büro­kra­ti­schen Auf­wand. Hand­lungs­be­darf sei­tens des Hotel- und Gast­stät­ten­ver­ban­des sei dazu mehr denn je erfor­der­lich.“

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