Neu­jahrs­emp­fang von Justiz, Nota­ri­at und Rechts­an­walt­schaft im Ober­lan­des­ge­richts­be­zirk Bam­berg

Er hat sich mitt­ler­wei­le als feste Grö­ße im nord­baye­ri­schen Ver­an­stal­tungs­ka­len­der eta­bliert: Der tra­di­tio­nel­le Neu­jahrs­emp­fang von Justiz, Nota­ri­at und Rechts­an­walt­schaft im Ober­lan­des­ge­richts­be­zirk Bam­berg, der am 30. Janu­ar 2015 im Bam­ber­ger E.T.A.-HoffmannTheater statt­fand. Über 300 Gäste aus Rechts­pfle­ge, Poli­tik und Ver­wal­tung sowie wei­te­ren gesell­schaft­li­chen Insti­tu­tio­nen konn­te der Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Bam­berg Cle­mens Lücke­mann stell­ver­tre­tend für die wei­te­ren Gast­ge­ber, den Gene­ral­staats­an­walt in Bam­berg Tho­mas Janovsky, den Vize­prä­si­den­ten der Lan­des­no­tar­kam­mer Bay­ern Dr. Jens Eue und den Prä­si­den­ten der Rechts­an­walts­kam­mer Bam­berg Dr. Lothar Schwarz, will­kom­men hei­ßen. Ganz oben auf der Gäste­li­ste: Bay­erns Justiz­mi­ni­ster Prof. Dr. Win­fried Bausback, der es sich bereits zum zwei­ten Mal in sei­ner Amts­zeit nicht neh­men ließ, an die erschie­ne­nen Gäste ein Gruß­wort zu rich­ten.

Die­ses woll­te der Mini­ster aus­drück­lich als Zei­chen der Wert­schät­zung für Justiz und Rechts­pfle­ge im OLG-Bezirk Bam­berg ver­stan­den wis­sen und wag­te eine opti­mi­sti­sche Jah­res­vor­schau auf die anste­hen­den Her­aus­for­de­run­gen. Zu deren Bewäl­ti­gung trü­gen die vom Haus­halts­ge­setz­ge­ber beschlos­se­nen Stel­len­meh­run­gen in der Justiz eben­so bei wie die Ergrei­fung von Maß­nah­men, durch die mit den rasan­ten Ent­wick­lun­gen der moder­nen Gesell­schaft und der Tech­nik Schritt gehal­ten wer­de. Nament­lich die kürz­lich bei der Gene­ral­staats­an­walt­schaft Bam­berg ein­ge­rich­te­te, für ganz Bay­ern zustän­di­ge „Zen­tral­stel­le Cybercrime Bay­ern“ bezeich­ne­te Bausback als wich­ti­gen Schritt im Kampf gegen die Inter­net­kri­mi­na­li­tät.

In sei­nem Fest­vor­trag warf Kam­mer­prä­si­dent Dr. Lothar Schwarz ein prä­gnan­tes Schlag­licht auf das The­ma „Schat­ten­ban­ken“. Ein neben dem tra­di­tio­nel­len Ban­ken­sy­stem bestehen­des System mit einem enor­men Finanz­vo­lu­men, das im Unter­schied zur direk­ten Kre­dit­ver­ga­be die Ver­mitt­lung von Kre­di­ten betrei­be, aber nicht der Regu­lie­rung für Kre­dit­in­sti­tu­te unter­lie­ge, so defi­nier­te Schwarz die­se Erschei­nungs­form der Finanz­märk­te. Kre­di­te klas­si­scher Ban­ken wür­den auf­ge­kauft, zu Wert­pa­pier­pa­ke­ten gebün­delt und, mit dem Eti­kett eines TopRa­tings ver­se­hen, rund um den Glo­bus ver­kauft. Der Nut­zen auf Ban­ken­sei­te: Die Bilan­zen wür­den berei­nigt und das Kre­dit­ri­si­ko auf Inve­sto­ren aus­ge­la­gert. Gefähr­lich wer­de es aller­dings dann, so Schwarz, wenn Schat­ten­ban­ken so groß oder mit dem klas­si­schen Ban­ken­sy­stem so ver­netzt sei­en, dass sich deren Risi­ken nicht mehr iso­lie­ren lie­ßen. Panik­re­ak­tio­nen auf Sei­ten der Schat­ten­ban­ken bei Ren­di­te­schwund könn­ten so eine Insta­bi­li­tät des gesam­ten Ban­ken­sy­stems her­bei­füh­ren. Der Kam­mer­prä­si­dent spann­te den Bogen zur Ent­schei­dung der Euro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB), Staats- und Unter­neh­mens­an­lei­hen im Wert von ca. 1,1 Bil­lio­nen Euro auf­zu­kau­fen, was aus sei­ner Sicht nichts ande­res bedeu­te, als dass die EZB Geld drucke und dahin ver­tei­le, wo höchst­ver­schul­de­te Staa­ten wert­lo­se Staats­an­lei­hen aus­ge­ge­ben hät­ten. Den Umstand, dass die­se von den Par­la­men­ten der Euro­län­der nicht legi­ti­mier­te Ent­schei­dung auf EZB-Chef Draghi, als ehe­ma­li­ger Invest­ment­ban­ker ein Prot­ago­nist des Schat­ten­ban­ken­sy­stems, zurück­zu­füh­ren ist, über­ließ Schwarz viel­sa­gend unkom­men­tiert den Schluss­fol­ge­run­gen sei­ner Zuhö­rer.

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