Erzbischof Schick übergibt Päpstliche Auszeichnung an Franz Kubin

Ernennung zum „Ritter des Silvesterordens“ würdigt Einsatz für Versöhnung in Europa nach gewaltbelasteter Vergangenheit / „Kubin ist ein Brückenbauer“

(bbk) Frieden und Toleranz in der Mitte Europas, Einsatz für den Aufbau guter Nachbarschaft zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken – über 40 Jahren setzte sich der Bamberger Franz Kubin in der Ackermann-Gemeinde für diese Ziele ein. „Für sein außergewöhnliches Engagement und seinen vorbildlichen Einsatz aus dem Geist des Evangeliums“ hat ihm Erzbischof Schick am Dienstag die Päpstliche Auszeichnung „Ritter des Silvesterordens“ übergeben. „Was der Katholikentag in Regensburg, der diese Woche beginnt, zum Thema macht, Brücken bauen, praktizieren Sie bereits seit 40 Jahren“, fügte der Oberhirte hinzu.

Franz Kubin organisierte Bildungsveranstaltungen zur Kultur und Geschichte Ost- und Mitteleuropas, hielt selbst viele Vorträge zu kirchengeschichtlichen Themen und suchte den Kontakt zu Vertretern der Kirche in Böhmen und Mähren. „Viele Begegnungen in Bamberg, aber auch Studien- und Besuchsfahrten förderten Verständigung und Versöhnung zwischen Deutschland und Tschechien“, hob Erzbischof Schick bei der Verleihung der Auszeichnung hervor.

Ein besonderes Ergebnis seines Engagements in der Bamberger Ackermann-Gemeinde ist ein Begegnungszentrum, das Kubin in seiner Funktion als Ortsvorsitzender anregte und welches 1989 durch die Erzdiözese Bamberg eingerichtet wurde.

Franz Kubin wurde 1937 in Mähren geboren. Nach der Vertreibung aus seiner Heimat kam er nach Hessen und studierte Katholische Theologie, Griechisch und Latein. Nach seinem Abschluss unterrichtete er an einem hessischen Gymnasium. Schon damals engagierte sich Kubin in der Jungen Aktion, dem Jugendverband der Ackermann-Gemeinde, unter anderem als Sprecher der Jungen Aktion in der Diözese Mainz. Hier lernte er seine spätere Frau kennen. 1970 zog das Ehepaar nach Bamberg. Kubin unterrichtete bis zu seiner Pensionierung am Dientzenhofer-Gymnasium das Fach Religion. Mit der Ackermann-Gemeinde ist Franz Kubin zeitlebens verbunden. Er engagiert sich in ihr für ein geeintes Europa in Frieden und Freiheit auf christlichen Fundamenten.

Kubin selbst bedankte sich nach der Ordensverleihung, die er auch als Auszeichnung für die Bamberger Ackermann-Gemeinde verstehe und als Anerkennung für die Erarbeitung eines gemeinsamen Geschichtsbildes, die Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen sowie die friedvolle Gestaltung Mitteleuropas.