Bam­berg: Bür­ger­mei­ster-Mono­po­ly ohne die GAL

Zur kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung des neu­en Stadt­rats am mor­gi­gen Mitt­woch erklärt die GAL-Stadtratsfraktion:

Bei der ersten Sit­zung der GAL-Stadt­rats­frak­ti­on in der soeben begon­ne­nen Stadt­rats­pe­ri­ode wur­de die bis­he­ri­ge Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Ursu­la Sowa erneut und ein­stim­mig in ihr Amt gewählt, eben­so wie ihr Stell­ver­tre­ter Wolf­gang Grader.

Bezüg­lich der Bür­ger­mei­ster­fra­ge for­mu­liert die GAL eine kla­re Stellungnahme:

Die GAL betei­ligt sich nicht am Bür­ger­mei­ster-Mono­po­ly der bei­den Frak­tio­nen CSU und SPD. Von der GAL wird Peter Gack als Zwei­ter Bür­ger­mei­ster kan­di­die­ren und sei­ne Kan­di­da­tur mit inhalt­li­chen Posi­tio­nen vor allem in den Berei­chen städ­ti­scher Haus­halt, Ver­kehr, Ener­gie und Umwelt sowie Sozia­les verknüpfen.

Die Neu­schaf­fung eines drit­ten Bür­ger­mei­ster­po­stens lehnt die GAL aus grund­sätz­li­chen Erwä­gun­gen ab und wird der dafür nöti­gen Ände­rung der Orts­sat­zung nicht zustim­men. Ein Drit­ter Bür­ger­mei­ster ist aus Sicht der GAL auf­grund sach­li­cher Über­le­gun­gen für die Stadt nicht nötig, dies war seit Jahr­zehn­ten die Posi­ti­on der GAL, und es besteht kein Anlass, die­se auf­grund des jüng­sten Wahl­er­geb­nis­ses zu ändern. Nach Mei­nung der GAL ist das nun geplan­te drit­te Bür­ger­mei­ster­amt ledig­lich der Bedie­nung von Par­tei­in­ter­es­sen geschul­det und um die Bam­ber­ger Gro­ße Koali­ti­on aus CSU und SPD (mit einer hauch­dün­nen Mehr­heit) eini­ger­ma­ßen zu sichern.

Das neue Amt, das auch noch mit einem Refe­rat aus­ge­stat­tet wer­den soll, wird die ohne­hin schon bedenk­lich hohen Per­so­nal­ko­sten der Stadt noch wei­ter in die Höhe trei­ben. Die GAL hat jähr­li­che Mehr­ko­sten von ca. 130.000 Euro aus­ge­rech­net – ein „kost­spie­li­ges Pöst­chen­ge­scha­che­re“, das ange­sichts der aktu­el­len Haus­halts­la­ge unver­ant­wort­lich ist. Die GAL wird des­halb kon­se­quen­ter­wei­se auch selbst keine/​n Kan­di­da­tIn für die­ses Amt aufstellen.

Zudem spie­len bei der zu erwar­ten­den Beset­zung der bei­den Bür­ger­mei­ster­äm­ter mit Chri­sti­an Lan­ge (CSU) und Heinz Kunt­ke (SPD) ledig­lich par­tei­tak­ti­sche Argu­men­te und inner­par­tei­li­che Logi­ken eine Rolle.

Am Nach­mit­tag vor der Frak­ti­ons­sit­zung hat­te es ein Gespräch von GAL-Ver­tre­te­rIn­nen mit Ver­tre­tern aus CSU und SPD gege­ben, zu dem letz­te­re ein­ge­la­den hat­ten. Dabei han­del­te es sich aber nicht um eine offe­ne Ver­hand­lungs­run­de, denn zwi­schen CSU und SPD waren die Vor­ab­spra­chen klar fest­ge­legt (Zwei­ter und Drit­ter Bür­ger­mei­ster, Kan­di­da­ten Lan­ge und Kunt­ke, Refe­rat für Kunt­ke) und nicht mehr ver­han­del­bar. Es wur­de ledig­lich um die Zustim­mung der GAL dafür gewor­ben und im Gegen­zug noch ein wei­te­rer neu­er Refe­ren­ten­po­sten für die GAL ange­bo­ten. Dem konn­te die GAL abso­lut nicht zustimmen.

Des Wei­te­ren ver­lief das Gespräch freund­lich und kon­struk­tiv. Man ver­blieb ohne jeg­li­che Abspra­che, will aber künf­tig eine sach- und ein­zel­fra­gen­be­zo­ge­ne Zusam­men­ar­beit im Auge behal­ten, was von der GAL als posi­tiv gewer­tet wird.

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