MdB Schar­fen­berg: “Betreu­ungs­geld für Rei­che – schwarz-gel­be Kli­en­tel­po­li­tik auf Kosten der Kin­der”

Eli­sa­beth Schar­fen­berg MdB, Spre­che­rin für Pfle­ge- und Alten­po­li­tik und stell­ver­tre­ten­des Mit­glied im Aus­schuss für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend erklärt zu den neu­en Plä­nen der Uni­on zum Betreu­ungs­geld:

Mit Wahl­frei­heit hat die Fami­li­en­po­li­tik der Uni­on nichts zu tun. Die neu­en Vor­schlä­ge für das geplan­te Betreu­ungs­geld sehen vor, dass Bezie­he­rin­nen und Bezie­her von Arbeits­lo­sen­geld II das Betreu­ungs­geld zwar zunächst erhal­ten. Es soll ihnen aber anschlie­ßend von den ande­ren Bezü­gen abge­zo­gen wer­den. Wäh­rend also die Ärz­tin, die Eltern­zeit nimmt, ein zusätz­li­ches Taschen­geld erhält weil sie ihr Kind zu Hau­se betreut, geht eine allein­er­zie­hen­de Mut­ter, die Hartz IV bekommt und kei­nen Kita-Platz gefun­den hat, leer aus.

Die Uni­on ver­sucht mit dem Betreu­ungs­geld auf Bie­gen und Bre­chen ein anti­quier­tes Fami­li­en­bild durch­zu­set­zen, das die Frau am Herd und mit ihren Kin­dern daheim sieht. Das geht an allen Rea­li­tä­ten vor­bei: am För­der­be­darf vie­ler Kin­der, am Wunsch vie­ler Eltern, Fami­lie und Beruf unter einen Hut zu bekom­men, und am Bedarf des Arbeits­mark­tes. In einer Regi­on wie Ober­fran­ken, die vom demo­gra­phi­schen Wan­del und vom Fach­kräf­te­man­gel stark betrof­fen ist, ist die­se Poli­tik mehr als rück­wärts­ge­wandt.

Mit dem Betreu­ungs­geld wird ein Fehl­an­reiz geschaf­fen, der hor­ren­de Kosten mit sich bringt. Für die Finan­zie­rung des Betreu­ungs­gel­des als Glo­ba­le Min­der­aus­ga­be sind in den Finanz­pla­nun­gen 400 Mil­lio­nen Euro für 2013 und 1,4 Mil­li­ar­den Euro für 2014 vor­ge­se­hen. Für ein gutes flä­chen­decken­des Ange­bot an Kin­der­be­treu­ungs­plät­zen und die Aus­bil­dung wei­te­rer Erzie­he­rin­nen und Erzie­her dage­gen fehlt gera­de in Bay­ern über­all das Geld. Da hilft nur eins: das Betreu­ungs­geld gehört mit­samt dem alt­backe­nen Welt­bild, für das es steht, end­gül­tig begra­ben.

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