BN zieht Grüne Bilanz Oberfranken 2010: "Wir stehen für die Vielfalt Oberfrankens"

2011: Klimaschutz, Atomausstieg, Gentechnikfreiheit, Ökologisierung der Landwirtschaft, Bewahrung des Naturreichtums, Kampf um landschaftsverträgliche Mobilität und Ausbau der Bürgerrechte

Der Natur- und Umweltschutzverband zieht insgesamt eine sehr positive Bilanz seiner Aktivitäten in den zehn oberfränkischen Kreis- und 74 Ortsgruppen: „Wir stehen in ganz Oberfranken für Vielfalt, ob bei den Arten, bei Klimaschutzprojekten, gesunden Lebensmitteln oder unserer Umweltbildung. Die Spanne reicht von der tollen Beteiligung unserer oberfränkischen Basis an Großdemonstrationen für den Atomausstieg bis zum Treffen mit japanischen UmweltschützerInnen in Marktredwitz, vom Krötenretten bis zum Klageverfahren gegen Landschaftseingriffe“, so BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger.

Zu den größten Erfolgen in Oberfranken zählt, dass das vom BN unterstützte Volksbegehren Nichtraucherschutz in Oberfranken mit knapp 58% Zustimmung die Mehrheit für stärkeren Nichtraucherschutz locker erreicht hat. Kein einziger Acker wurde mit gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut, stattdessen wachsen die Aktivitäten gegen Gentechnik und für Bioprodukte in der Region. Im Landkreis Kulmbach konnte eine neue Umweltstation eingeweiht werden. Mit dem Abschluss der Hochwasserfreilegung von Pottenstein 2010 konnte die Akte Püttlachspeicher endgültig geschlossen werden. Auch der vom Bund Naturschutz unterstützte Bürgerentscheid einer engagierten Bürgerinitiative gegen die Ortsumfahrung bei Bindlach gehört zu den Erfolgen 2010. Er verschafft der Umweltschutzbewegung und dem Bund Naturschutz Rückenwind. Die ersten Kommunen im Frankenwald wie das dafür ausgezeichnete Bioenergiedorf Effelter haben mit dem Bau von Nahwärmenetzen und umweltfreundlichen Energieanlagen den Schritt in die klimafreundliche Zukunft gemacht. Und mehrere Auszeichnungen für das vom Bund Naturschutz initiierte Projekt „Grünes Band“, darunter der „Sonderpreis Deutsche Einheit“ und die Plakette „Land der Ideen 2010-Ausgewählter Ort“ der Bundesregierung oder der Schweizer Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz zeigen, dass der BN mit seinen Themen und Projekten in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

„Unsere oberfränkischen Kreisgruppen haben zum Atomausstieg eigene Demos organisiert und waren bei den großen Anti-Atomkraft-Demos in Berlin, Gorleben und bei der Menschenkette mit 50.000 TeilnehmerInnen in München dabei“, so Mergner.  „Im internationalen Jahr der Biodiversität 2010 konnten wir unsere Biotoppflege und die Umweltbildung zum Erhalt der Lebensräume gefährdeter Arten nochmals steigern. Überall wurden wieder tausende von Amphibien gerettet. Allein im Landkreis Bamberg waren es 47.000 Frösche, Kröten und Molche, in Coburg z.B. 11.000. Zusätzlich konnten wir in Oberfranken letztes Jahr 3,3 Hektar wertvolle Biotope durch Ankauf sichern. Damit haben wir fast 210 Hektar Schutzgrundstücke in Oberfranken auf Dauer gerettet, weitere 110 Hektar sind gepachtet, um sie zu pflegen“, bilanziert BN-Landesbeauftragter Richard Mergner.

„Leider mussten wir auch Niederlagen einstecken: Dass z.B. der Umweltskandal in Roßstadt-Trunstadt wegen Verjährung rechtlich ungesühnt bleibt oder der Schwarzbau im Naturschutzgebiet am Walberla gegen 3.000 EUR Ordnungsgeld gegen Ex-Bürgermeister Waldemar Hofmann (CSU) eingestellt wurde, ist sehr ärgerlich. Auch der Weiterbau der ICE-Trasse bei Coburg und Lichtenfels schmerzt uns Umweltschützer sehr. Trotzdem macht es Freude, sich für den Natur- und Umweltschutz zu engagieren“, so Mergner.

Der Mitgliederstand beträgt derzeit 14.600 Mitglieder und Förderer in Oberfranken. 2010 wurden zwei Ortsgruppen, Litzendorf-Ellertal (Kreisgruppe Bamberg) und Eggolsheim-Hallerndorf (Kreisgruppe Forchheim), gegründet.

Natur und Umwelt werden in Oberfranken aber weiterhin übernutzt. Auch 2010 marschierte Oberfranken beim Flächenverbrauch für Straßenbau, Gewerbegebiete und Wohnsiedlungen weiter in die falsche Richtung. 510 Hektar Land werden pro Jahr in Oberfranken verbaut, obwohl die Bevölkerung sinkt. Klimafreundliche und nachhaltige Siedlungs- und Verkehrspolitik ist in vielen Gemeinden trotz erheblichem Bevölkerungsrückgang nicht in Sicht. Unsere Landschaft wird Tag für Tag weiter verschandelt. Auch das Waldsterben ging klimabedingt weiter.

2011 aktiv für umfassenden Klimaschutz

Der BN wird in Oberfranken 2011 intensiv über die Vorteile des Energiesparens durch Wärmedämmung aufklären und die regionalen Konzepte zur Einsparung und zum Ausbau naturverträglicher erneuerbarer Energien unterstützen. Mit dem Projekt „Energievision Frankenwald“ hat der BN in den Landkreisen Hof, Kronach und Kulmbach bereits erfolgreich die ersten Schritte für einen Ausstieg aus dem Öl- und Atomzeitalter gemacht. Effelter war nur der Anfang, ein weiteres Nahwärmenetze besteht bereits in Hirschfeld, 2010 wurde in Selbitz begonnen und das nächste in Berg auf den Weg gebracht.

Die Kreisgruppen werden zur Energiewende wie bisher Vortragsreihen, Ausstellungen und Exkursionen anbieten, mit der Energieagentur Oberfranken kooperieren und Initiativen starten wie die Kreisgruppe Wunsiedel mit der Forderung nach einen regionalen Klimaschutzkonzept. Unser Ziel sind Landkreise, die sich energieautark erklären.

Im Landkreis Coburg und Lichtenfels unterstützt der BN weiterhin den Kampf gegen eine 380 KV-Leitung. Von den Stromkonzernen Eon und Vattenfall wird diese Leitung mit ca. 100 Meter Breite und 60 Meter hohen Masten von Altenfeld in Thüringen nach Redwitz an der Rodach geplant. Dort engagiert sich seit Jahren die Bürgerinitiative „Pro Heimat Ebersdorf“ zusammen mit Thüringer Initiativen in der Interessengemeinschaft „Achtung Hochspannung“ für den Erhalt der Landschaft ohne neue Freileitungen und für alternative Konzepte.

Zum Klimaschutz gehören auch Aktionen zum Atomausstieg, um die Blockade einer Energiewende durch die Atomstromkonzerne aufzuzeigen. Die Stromwechselkampagne soll dazu intensiviert, die geplante Anti-Atom-Demo am 12. März 2011 in Baden-Württemberg und die Demo am 4. Juni in Landshut unterstützt werden. Am 26. April wird in Bamberg ein Tschernobyl-Denkmal enthüllt.

Der BN wird 2010 weiter für die Stadt und das Dorf der kurzen Wege werben und dazu mit der Ausstellung des Bündnisses zum Flächensparen „Wie wohnen, wo leben? Flächen sparen Qualität gewinnen“ für Diskussionen um die Städte und Dörfer der Zukunft sorgen. Der BN wird sich deshalb auch weiter gegen neue Wohn- und Gewerbegebiete einsetzen, die trotz der staatlichen Prognosen über sinkende Bevölkerung in Oberranken geplant werden. Dazu gehört ganz besonders die geplante Ausweisung von 24 Hektar für Einzelhandelsprojekte in Himmelkron (Lkr. Kulmbach). Vor allem weitere Flughafenplanungen und Straßenausbau sind unser Thema.

2011 für bäuerliche, gentechnikfreie und ökologische Landwirtschaft

Der BN wird Öffentlichkeitsarbeit für eine gerechtere EU-Agrarförder-politik starten. Die Initiativen für gentechnikfreie Lebensmittel wie z.B. das Bündnis gentechnikfreie Region Bamberg, das Bündnis „Gentechnikfreier Landkreis Kronach“ u.v.a. werden durch die Schaffung weiterer gentechnikfreier Regionen (www.gentechnikfreie-regionen.de) und die oberfränkische Unterstützung örtlicher Proteste an Aussaatstandorten fortgeführt. Bereits am 22. Januar 2011 beteiligten sich zahlreiche oberfränkische Kreisgruppen an der Großdemo „Wir haben es satt“ mit 22.000 TeilnehmerInnen in Berlin. Unser Ziel bleibt, dass kein einziger Acker in Oberfranken mit gentechnisch verändertem Saatgut bestellt wird. Darüber hinaus wird der BN seine Aktivitäten verstärken, auch bei den Futtermitteln Gentechnikfreiheit zu erreichen.

Mit Kundgebungen, Vorträgen und Infoständen wird der BN in ganz Oberfranken für Gentechnikfreiheit werben. 2010 gab es z.B. allein zehn Vorträge zum Thema im Landkreis Forchheim und ein Sonnenblumenfest gegen Gentechnik in Hauenreuth (Kreisgruppe Wunsiedel). Ein Höhepunkt wird sicher der Besuch des kanadischen Kronzeugen gegen die Gentechnik, Percy Schmeiser, am 1. April in Bamberg.

Zur Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft und zur Vermeidung unnötigen Verkehrs setzen wir auf Regionale Wirtschaftskreisläufe. Das Projekt „Öko-Logisch!“ der Kreisgruppe Hof, wo mit einer Schülerfirma ein Partyservice mit Öko-Produkten aufgebaut wird, der Einsatz z.B. der Kreisgruppen Bayreuth und Wunsiedel mit Aktionen für „Faire Milch“, die Streuobstinitiativen oder der Bauernmarkt in Forchheim oder Veranstaltungen zum „Tag der Regionen“ wie in Lichtenfels gehören dazu.

2011: Bayerns Naturreichtum bewahren

Zum Schutz der gefährdeter Arten werden wieder in praktisch allen oberfränkischen Landkreisen im Frühjahr wieder Amphibienaktionen durchgeführt und dabei wie in den Vorjahren mehrere zigtausend Kröten und Frösche gerettet. Infos finden Interessierte unter amphibien.bund-naturschutz.de.

In allen Kreisgruppen werden 2011 wieder umfangreiche Biotoppflegemaßnahmen durchgeführt und dabei Hecken gepflanzt, Streuobst vermarktet oder Weiher renaturiert. Allein in der Kreisgruppe Bayreuth sind es z.B. ca. 60 Hektar zu pflegende Biotope, in Hof 71 ha, in Wunsiedel 48 Flächen. Die Kreisgruppe Coburg pflegt jährlich z.B. das große Naturschutzgebiet Muggenbacher Tongruben. Dafür benötigt der BN immer ausreichend helfende Hände und bittet bereits jetzt vor der Saison um Unterstützung.

Ein 2010 erfolgreich abgeschlossenes Projekt zur Biotoperfassung in der Kreisgruppe Wunsiedel ergab, dass diese Flächen nicht nur Kleinode der Landschaft, sondern auch Rückzugsgebiet der wertvollsten Artenvorkommen im Fichtelgebirge sind. Das Projekt Schachblume (Kreisgruppe Bayreuth) konnte erfolgreich abgeschlossen werden, die letzten Wuchsorte sind soweit gerettet und werden weitergepflegt. Auch das Projekt Ureinwohner Wolfsmilchschwärmer (Kreisgruppe Hof) zum Schutz des typischen Falters auf Magerrasen konnte abgeschlossen werden.

2010 wurde in Oberfranken die Wiesenmeisterschaft Fränkische Schweiz / Oberfränkischer Jura“durchgeführt. 40 landwirtschaftliche Betriebe haben mit 70 Wiesen an der vom Bund Naturschutz Landesverband gemeinsam mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Meisterschaft teilgenommen. Eine für den Naturraum Jura sehr typische Salbei-Glatthaferwiese der Familie (Norbert) Braun in Tiefenellern im Landkreis Bamberg errang den 1.Preis. Das Ehepaar, das ihren Betrieb biologisch bewirtschaftet, darf sich über ein Wohlfühlwochenende im Biohotel freuen.

2011 laufen in Oberfranken erfolgreiche Naturschutzprojekte weiter, teilweise gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der Glücksspirale, teilweise in sehr guter Kooperation mit Gebietskörperschaften und anderen Verbänden, z.B.

  • Grünes Band zum Schutz und zur Erhaltung des ehemaligen Grenzstreifens als weltweit größtes Biotopverbundprojekt. In den Landkreisen Coburg, Kronach, Hof und Wunsiedel laufen zahlreiche Teilprojekte,
  • Steinachtal-Linder Ebene (Coburg, Kronach), und Thanner Grund (Kronach), wo zahlreiche Grundstücke angekauft und gepflegt werden.
  • Weidewelt- Vieh(l)falt im Frankenwald (Kreisgruppen Hof, Kronach, Kulmbach) zum Erhalt Berg-Mähwiesen oder Borstgrasrasen. Bereits 59 Weiderindbetriebe sind beteiligt, die Regionalvermarktung „Frankenwald-Weiderind“ sorgt für Zusatzerträge bei den Höfen.
  • Wildkatze (Ofr.), Ziel ist ein Rettungsnetz für die seltene Katze unserer heimischen Wälder
  • Flussperlmuschel (Kreisgruppe Hof): Margaritifera margaritifera ist die größte tierische Kostbarkeit Nordbayerns. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat sie im östlichen Landkreis Hof,
  • Monitoring von Amphibienwanderwegen in ganz Oberfranken
  • Streuobst (Kreisgruppen Forchheim, Bamberg u.a.) mit dem Ziel Erhalt der landschaftsprägenden Bestände und alter Sorten sowie ihrer typischen Bewohner. Sammlung und Vermarktung von Apfelsaft.
  • Biberberater (ganz Oberfranken): Zur Begleitung der Wiederkehr von Meister Bockert, insbesondere bei Konflikten mit der Landnutzung,
  • SandAchse Franken (Bamberg, Forchheim): Zum Erhalt und zur Neuschaffung von Sandtrockenrasen oder Flechtenkiefernwäldern und damit Rettung z.B. der Blauflügeligen Ödlandschrecke oder der Sandgrasnelke.
  • Fledermausschutz (Kreisgruppe Forchheim) zur Rettung der Fledermäuse,
  • Als neues Projekte konnte 2011auf den Weg gebracht werden: Frauenschuh in Oberfranken (Kreisgruppe Bayreuth) zur Erfassung der letzten Vorkommen.

Der künftige Nationalpark Steigerwald am Nordrand Mittelfrankens in Oberfranken bleibt ein fränkischer Schwerpunkt 2011. Dazu werden Besucherfahrten, Vorträge und Aktionen durchgeführt, die auch die „Jobmaschine Nationalpark“ herausstellen werden. Der BN will die dort noch vorhandenen alten Buchenwälder mit ihren herrlichen Waldbildern retten und der Region eine zukünftige Einnahmequelle im Naturtourismus zu ermöglichen.

2011 für landschafts- und klimaverträgliche Mobilität

Der BN wird zum Schutz der Landschaft und aus Klimaschutzgründen die Verkehrswende immer wieder und bei jedem Neubauprojekt einfordern. Bayern ist straßenbautechnisch und für den Flugverkehr völlig erschlossen, ein weiterer Ausbau der Infrastruktur unverantwortlich. Heute geht es eher um den Erhalt des bestehenden Straßennetzes statt weiterem Neubau.

Soeben hat der BN deshalb eine Streichliste für neue Bundesfernstraßen in Bayern vorgelegt. Darin enthalten sind z.B. die geplante vierspurige B 173 bei Trieb und Hochstadt (Lkr. Lichtenfels), der Bau der Ortsumfahrung Untersteinach (B289), die Fichtelgebirgsautobahn (B303neu), der Ausbau der B 303 bei Schirnding, bei Stadtsteinach und bei Johannisthal oder der Neubau der Umfahrung Forchheim (Ostabschnitt) durch das Wiesenttal (B 470).

Weitere Beispiele für geplanten Flächenverbrauch: Die Südtangente in Bayreuth, der Ausbau der B 85 bei Kulmbach, eine Raststätte Drossenhausen (A73 bei Coburg), eine Ortsumfahrung Oberkotzau (St 2177), eine Ortsumfahrung bei Arzberg (St 2176), eine Umfahrung bei Dormitz oder eine Westumfahrung Neunkirchen a.Br. die geplante Ortsumfahrung Mistelbach, eine Umfahrung von Weismain, u.v.a. Der BN hat in allen Verfahren seine Kritik fachlich begründet und klimafreundlichere, landschaftssparende und zukunftsfähigere Alternativen vorgeschlagen.

Während die Klage gegen die Neubautrasse durch den Kelbachgrund bei Ebensfeld (St 2187; Lkr. Lichtenfels) weiterhin ruht, hat der BN gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Bayreuth zur Zulassung der Ortsumfahrung Melkendorf (St 2190) in Kulmbach vor dem VGH in München 2010 Beschwerde eingelegt. Es ist für den BN nicht akzeptabel, dass staatliche Behörden Gesetze nicht einhalten müssen, nur weil der BN sie nicht explizit in jeder Einzelheit darauf hingewiesen hat.

Der BN wird auch 2011 zusammen mit den Bürgerinitiativen im Coburger Raum massiv gegen den geplanten Neubau des Verkehrslandeplatzes Coburg vorgehen. Die Erfahrungen in Hof, wo sich der Flughafen Hof-Plauen zum Millionengrab entwickelt, weil für jeden der 1.100 Passagiere pro Monat 1.360 EUR subventioniert werden müssen (im Jahr beträgt das Defizit 1,5 Mio. Euro), sollten Warnung genug sein. Leider ließ sich der Neubau eines Kleinflugplatzes bei Neukenroth trotz Gegenwehr der Kreisgruppe Kronach nicht verhindern.

2011 für mehr Demokratie, aktive Bürgerbeteiligung und Schutz der Umweltrechte

Der BN wird dafür werben, die Lehren aus den Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 zu ziehen: Das heißt v.a. Abwehr weiterer Verschlechterungen wie die Ende 2010 von der Bundesregierung geplante Abschaffung der Erörterungstermine in Planungsverfahren. Zur Stärkung der Bürgerrechte wurde bereits Anfang Januar 2011 ein 5-Punkte-Programm vorgestellt.

2011 Umweltbildung weiter auf hohem Niveau

Der BN wird in allen Landkreisen Oberfrankens wieder ein ambitioniertes Programm anbieten, um für Artenvielfalt und Naturschönheiten zu werben. Spaß und Naturerleben stehen dabei im Vordergrund. Die Erfolgsprojekte „Emil“ in Hof konnte 2010 feiern, dass mittlerweile 30.000 Kinder dort Umwelt spielerisch erleben konnten. Es wurde 2010 mit dem Siegel „Umweltbildung Bayern“ ausgezeichnet. Das Projekt wird auch 2011 wieder zahlreiche Kindergruppen und Schulklassen begeistern. Die Stadtoase“ in Kronach ist ebenfalls mittlerweile voll etabliert. Kindergruppen und Schulklassen können darin ‚Naturerfahrung hautnah‘ buchen. 2010 konnte die Kreisgruppe Kulmbach eine weitere Umweltstation in Schlömen „SchlöNZ“ auf den Weg bringen. Zusammen mit dem Landkreis Kulmbach werden nun in der Station und mit einem Umweltbus Aktionen mit und in Schulen möglich. In Bamberg startete das Projekt „Erlebnis Wildnis“, mit dem Schulklassen und Kindergruppen Bildungsangebote buchen können. 2011 wird sich die Kreisgruppe an der Landesgartenschau beteiligen. Mit dem Kinder-Umwelt-(S)Pass sorgt die Kreisgruppe Coburg jedes Jahr für einen erlebnisreichen Kalender. Das neue Internetportal der Kreisgruppe Wunsiedel ermöglicht es mittlerweile LehrerInnen, die im Fichtelgebirge vorkommenden Arten leicht vorzustellen und in den Unterricht zu integrieren. Die vom BN mitgetragene Ökologische Bildungsstätte Wasserschloss Mitwitz wird 2011 wieder etliche Veranstaltungen anbieten.

Aber auch alle anderen oberfränkischen Kreisgruppen bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen regelmäßig Vorträge, Exkursionen und Filme an. 2010 wurde dafür die Kreisgruppe Lichtenfels für die zehnmalige Beteiligung am Veranstaltungsprogramm „Bayern Tour Natur“ durch Umweltminister Markus Söder geehrt. Aufsehen erregte die junge Gruppe der Jugendorganisation Bund Naturschutz in Bamberg mit einer Müllräumaktion und den daraus gebauten Müllkunstwerk.

Wie in den letzten Jahren bleibt der BN auch 2011 das grüne Gewissen in Oberfranken, ob beim Kampf für die schöne Landschaft oder um die besten zukunftsfähigen Konzepte.