Eli­sa­beth Schar­fen­berg: Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen stärken

Eli­sa­beth Schar­fen­berg, Spre­che­rin für Alten- und Pfle­ge­po­li­tik der Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/​Die Grü­nen erklärt anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Tages der Men­schen mit Behin­de­rung am 3. Dezember:

Men­schen mit Behin­de­run­gen haben Anspruch dar­auf selbst­be­stimmt, frei von Dis­kri­mi­nie­rung und gleich­be­rech­tigt am gesell­schaft­li­chen Leben teil­neh­men zu kön­nen. So lau­tet die UN-Kon­ven­ti­on über die Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen, die im März 2009 auch in Deutsch­land in Kraft getre­ten ist. Sie gilt als eines der bedeu­tend­sten Doku­men­te in der Geschich­te der Men­schen­rech­te. Doch bis die Zie­le der Kon­ven­ti­on im All­tag umge­setzt sind, bleibt noch viel zu tun.

Der Frei­staat Bay­ern hält bei­spiels­wei­se einen unrühm­li­chen Rekord in Sachen inklu­si­ve Bil­dung. Nur 34 Pro­zent der Kin­der mit För­der­be­darf besu­chen eine inklu­si­ve Kita, spie­len und ler­nen also zusam­men mit Kin­dern, die kei­ne Behin­de­rung haben. In den baye­ri­schen Grund­schu­len sind es sogar nur 23 Pro­zent. Damit ist Bay­ern laut einer aktu­el­len Stu­die der Ber­tels­mann Stif­tung bun­des­weit das Schlusslicht.

Auch in Ober­fran­ken leben über 100.000 Men­schen mit schwe­ren Behin­de­run­gen. Jeder zehn­te Ober­fran­ke – wie auch jeder zehn­te Bun­des­bür­ger – ist schwer­be­hin­dert. Mit zuneh­men­dem Alter neh­men schwe­re Behin­de­run­gen zu. Rund 51 Pro­zent der Schwer­be­hin­der­ten sind über 65 Jahr alt. Oft sto­ßen sie im All­tag auf Hin­der­nis­se und somit an Gren­zen. Denn viel­fach sind Bahn­hö­fe, Ver­kehrs­mit­tel und öffent­li­che Gebäu­de nicht bar­rie­re­frei. Es fehlt an behin­der­ten­ge­rech­tem Wohn­raum, an tech­ni­schen oder per­so­nel­len Hil­fen, an Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und Arbeits­mög­lich­kei­ten, damit Men­schen mit Behin­de­run­gen ihre Poten­tia­le ent­wickeln und ihr Leben indi­vi­du­ell gestal­ten können.

Es ist an der Zeit, dass staat­li­che und gesell­schaft­li­che Insti­tu­tio­nen die UN-Kon­ven­ti­on in akti­ves Han­deln und Geset­ze umzu­set­zen, um die Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu stär­ken. Die Bun­des­re­gie­rung ent­wickelt der­zeit eine natio­na­len Akti­ons­plan, der einen Fahr­plan hier­für dar­stel­len soll. Gleich­zei­tig sieht sie kei­nen gesetz­ge­be­ri­schen Hand­lungs­be­darf. Ins­ge­samt lässt sie vie­le Fra­gen offen.

Der dies­jäh­ri­ge Inter­na­tio­na­le Tag der Men­schen mit Behin­de­run­gen am 3. Dezem­ber ist daher für die Grü­nen im Bun­des­tag Anlass die Regie­rung in der Fra­ge­stun­de nach ihren Kon­zep­ten für Men­schen mit Behin­de­run­gen zu befra­gen. Zwan­zig Abge­ord­ne­te der Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/​Die Grü­nen frag­ten res­sort­über­grei­fend danach, wel­che Akti­vi­tä­ten zur Umset­zung der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on die Bun­des­re­gie­rung plane.

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