Sonntagsgedanken: Gedanken zu Allerheiligen

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Hubertus war, so erzählt es die Legende, ein wilder Jäger. Dabei litt er keine Not, sondern er tötete aus reiner Mordlust. Da gerieten alle Tiere in große Angst und flehten Gott um Schutz an. Wie Hubertus wieder durch Wald und Feld streifte, entdeckte er vor sich einen weißen Hirsch. Da gab es kein halten mehr und er preschte hinter ihm her über Hügel und durch Täler bis hinauf auf die höchsten Höhen der Berge. Da stand der weiße Hirsch auf der äußersten Felsklippe und Hubertus legte schon den Bogen an. Plötzlich drehte sich das edle Tier um und sprach ihn an: „Warum verfolgst Du mich, Hubertus? Ich bin Christus, der die Schuld der Welt getragen hat. Willst Du mich nochmals töten? Weißt Du nicht, dass auch der Mensch Teil der Schöpfung ist, die er hegen und für Gott verwalten soll?“ Da gewahrte Hubertus das Kreuz auf der Stirn des Hirsches, kniete nieder und wurde ein neuer Mensch, ja ein bekannter Heiliger, dessen wir am 3. November gedenken. Mancherorts gibt es spezielle Hubertusmessen, manchmal sogar ökumenische. Wir Protestanten rufen die Heiligen nicht um ihren Schutz an, um ihre Fürsprache vor dem Thron Gottes. Doch sie können auch uns zum Vorbild dienen.

Ich wünschte, dass die Gewaltigen aus Politik und Wirtschaft so ein Hubertuserlebnis hätten, dass sie ihre ökologische Verantwortung endlich ernstnähmen. Freilich kann jeder einzelne von uns auch etwas tun. Auf den ersten Schritt kommt es an. Die Legende beschränkt sich aber nicht nur auf das Thema Umweltschutz. Vielmehr will sie uns zeigen, dass Christus uns oft unerkannt begleitet, uns verschlungene Wege führt, um uns so zur Einsicht zu bringen, und dass, wer seine Mitmenschen quält,sich an Christus selbst versündigt.

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Pfarrer Dr. Christian Fuchs, www.neustadt-aisch-evangelisch.de

Infos zu Christian Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/Aisch
  • Studium der evang. Theologie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vikariat in Schornweissach-Vestenbergsgreuth 1993 – 1996
  • Promotion zum Dr. theol. 1995
  • Ordination zum ev. Pfarrer 1996
  • Dienst in Nürnberg/St. Johannis 1996 – 1999
  • seither in Neustadt/Aisch
  • blind

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