Meisterhaftes Segelfliegen über Burg Feuerstein – Wettbewerb um den Pokal

Deutschen Meisterschaften der Clubklasse im Segelflug © Fotografie Christian Horn
Deutschen Meisterschaften der Clubklasse im Segelflug © Fotografie Christian Horn

Die Fränkische Fliegerschule Feuerstein hoch über der fränkischen Schweiz bei Ebermannstadt war dieses Jahr Ausrichter und Gastgeber eines besonderen sportlichen Events: die deutsche Meisterschaft im Segelfliegen in der Clubklasse, veranstaltet von der Bundeskommission Segelflug im Deutschen Aero Club e.V. Segelflugpiloten mit Flugzeugen unterschiedlichen Typs, jedoch nur bis zu einer bestimmten Leistungsklasse, traten hier mit vorgegebenen Flugaufgaben an geplant bis zu zwölf Wertungstagen zwischen dem 24.06. und 05.07.2024 gegeneinander an.

Wie sieht ein Segelflugwettbewerb aus? Ähnlich wie bei einer Regatta beim Segeln auf dem Wasser gibt der Veranstalter tagesaktuell bestimmte Aufgaben vor, Strecken und Wendepunkte, die abgeflogen werden müssen. Wettbewerbsleiter Bernd Löser erklärt: „Die Herausforderung dabei ist offensichtlich: Segelflugzeuge werden nur durch thermische Aufwinde und fliegerisches Können in der Luft gehalten. Gute Fähigkeiten in Meteorologie sowie die Analyse von Landschaftsprofilen und deren Auswirkungen auf die Luftbewegungen sind einige der Fähigkeiten, die die Piloten mitbringen müssen. Ein Flug über mehrere hundert Kilometer und etliche Stunden erfordert daher neben Konzentration auch entsprechende Erfahrung und Kondition.“

Impressionen vom Event

Strategien und ein Feld

Täglich versammelten sich insgesamt 45 Piloten zum Briefing und nehmen ihre Tagesaufgabe entgegen – meist, nachdem die Flugzeuge bereits früh morgens aufgerüstet und vorbereitet wurden. Fast im Minutentakt werden die eleganten Segelflugzeuge dann von bis zu sechs Schleppflugzeugen in den Himmel über dem Flugplatz Burg Feuerstein gezogen und beginnen von dort aus ihre Aufgabe. Die Strategien der Piloten sind dabei durchaus unterschiedlich, was auch in den verschiedenen Flugzeugen und deren spezifischen Eigenschaften begründet ist.

Mitunter kommt es vor, dass ein Teilnehmer den Heimweg zum Ausgangsflugplatz nicht vollenden kann, beispielsweise, weil die Thermik sich anders entwickelt als prognostiziert oder man auch schlicht und einfach eine ungünstige Streckenwahl getroffen hat. Christian Horn, einer der zahlreichen Helfer am Flugplatz und selbst Segelflugpilot, kennt die Situation: „Man sucht sich rechtzeitig ein passendes Feld oder eine Wiese, wo das Flugzeug fast genauso sicher landen kann wie an einem Flugplatz. Diese sogenannten Außenlandungen sind ein normaler Vorgang im Segelflugsport und sind auch keinesfalls ein Notfall, so wie es manchmal auch in Berichten zu lesen ist. Das Rückholteam macht sich mit einem Anhänger auf dem Weg, und in kurzer Zeit kann das Segelflugzeug zerlegt, im Hänger verstaut und zum Flugplatz zurücktransportiert werden.“

Der wichtigste Faktor: das Wetter!

Nach einigen vielversprechenden ersten Wettbewerbstagen mussten jedoch auch einige Tage als wetterbedingt nicht fliegbar definiert und damit für die Wertung gestrichen werden – immer eine gewisse Enttäuschung für die Teilnehmer, die aus ganz Deutschland angereist sind.
Doch auch solche Tage sind unter Fliegerkameraden kein Grund für Trübsal: man tauscht Erfahrungen, Tipps und Geschichten aus, wartet die Flugzeuge und der ein oder andere erkundete auch die Gegend mit ihren umfangreichen Ausflugsmöglichkeiten.

Am Ende blieb der Sieg sogar in Bayern: Stefan Langer von der SFG Donauwörth-Monheim darf sich neuer Deutscher Meister der Clubklasse 2024 nennen, gefolgt von Uwe Wahling aus Hessen und Toni Kittler aus Baden-Württemberg.


Weitere Infos zur Fränkischen Fliegerschule Feuerstein unter https://www.edqe.de/

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