Zum Valen­tins­tag: hei­mi­sche Sträu­cher statt Schnitt­blu­men schenken

Blühende Kornelkirsche
Blühende Kornelkirsche

LBV gibt Tipps für einen natur­na­hen Tag der Lie­be – Vögel, Insek­ten und klei­ne Säu­ge­tie­re freu­en sich über Holun­der, Schle­he und Kornelkirsche

Am Valen­tins­tag wer­den sich Ver­lieb­te in Bay­ern wie­der zahl­lo­se Blu­men­sträu­ße und Topf­pflan­zen schen­ken. Für die Natur ist das aller­dings kei­ne Lie­bes­er­klä­rung. Denn die Pro­duk­ti­on und der Export von Schnitt­blu­men und Topf­pflan­zen belas­tet die Umwelt stark. Der baye­ri­sche Natur­schutz­ver­band LBV (Lan­des­bund für Vogel- und Natur­schutz) gibt Tipps für nach­hal­ti­ge Alter­na­ti­ven direkt aus der Regi­on. „Holun­der, Schle­he und Kor­nel­kir­sche sind blü­ten­rei­che Sträu­cher, mit denen man nicht nur sei­nem Herz­blatt, son­dern auch der Natur eine Freu­de machen kann. Statt kurz­le­bi­ge Schnitt­blu­men zu ver­schen­ken, ist es ein viel schö­ne­res Zei­chen der Zunei­gung, zum Valen­tins­tag gemein­sam einen Strauch in den Gar­ten oder auf den Bal­kon zu pflan­zen. Das per­fek­te Sym­bol für jah­re­lan­ge Lie­be“, sagt die LBV-Bil­dungs­re­fe­ren­tin Marie Radicke.

Ein Groß­teil der in Bay­ern ange­bo­te­nen Schnitt­blu­men stammt aus Über­see. In Län­dern wie Kenia oder Kolum­bi­en wer­den sie mit mas­si­vem Pes­ti­zid­ein­satz her­an­ge­zo­gen und dann unter gro­ßem CO2-Aus­stoß welt­weit expor­tiert. Ware aus Euro­pa, wie zum Bei­spiel den Nie­der­lan­den, ist kei­nes­wegs nach­hal­ti­ger, weil für die Behei­zung der Gewächs­häu­ser viel Ener­gie benö­tigt wird. Auch Topf­pflan­zen haben oft kei­ne gute Öko-Bilanz. „Pri­meln oder Hya­zin­then im Töpf­chen ent­hal­ten meist immer noch torf­hal­ti­ge Erde. Um Torf für den Gar­ten­bau zu gewin­nen, wer­den groß­flä­chig Moo­re zer­stört. Die­se Öko­sys­te­me sind nicht nur wich­ti­ger Lebens­raum für gefähr­de­te Arten, son­dern spei­chern sehr gro­ße Men­gen an Koh­len­stoff. Das macht sie unver­zicht­bar in Zei­ten der Kli­ma­kri­se“, erläu­tert Marie Radicke.

Hei­mi­sche Wild­sträu­cher kön­nen bei frost­frei­em Wet­ter den gan­zen Win­ter über in die Erde gesetzt wer­den. „Für klei­ne­re Gär­ten eig­nen sich zum Bei­spiel Gewöhn­li­che Fel­sen­bir­ne, Kor­nel­kir­sche oder Wild­ro­sen her­vor­ra­gend. Ist im Gar­ten etwas mehr Platz, gedei­hen dort Weiß­dorn oder Sal­wei­de, die eine wich­ti­ge Nah­rungs­quel­le für tie­ri­sche Gar­ten­be­woh­ner sind“, sagt die LBV-Exper­tin. Die Bee­ren des Weiß­dorns wer­den von über 30 ver­schie­de­nen Vogel­ar­ten gefres­sen und sei­ne wei­ßen Blü­ten ver­sor­gen vie­le Insek­ten mit Nek­tar. Die Sal­wei­de lockt vie­le Schmet­ter­lin­ge wie den klei­nen Fuchs und das Tag­pfau­en­au­ge an. Die­se Fal­ter wie­der­um sind die opti­ma­le Fut­ter­quel­le für Fle­der­mäu­se. Hei­mi­sche Sträu­cher bie­ten neben Nah­rung auch Unter­schlupf und Nist­plät­ze für vie­le Tiere.

Mit Wild­sträu­chern holen sich Ver­lieb­te auch kuli­na­ri­sche Köst­lich­kei­ten in den Gar­ten. „Die Früch­te vie­ler Sträu­cher sind nicht nur lecker, son­dern auch beson­ders reich an Vit­ami­nen und Mine­ral­stof­fen. Aus ihnen las­sen sich im Spät­som­mer und im Herbst Mar­me­la­den, Sirup, Tee oder Likö­re her­stel­len“, so Marie Radi­cke. Das Ver­spre­chen auf die gemein­sa­me Zube­rei­tung einer Fel­sen­bir­nen­mar­me­la­de, eines Holun­der­si­rup oder eines Schle­hen­li­körs run­det das Valen­tins­ge­schenk per­fekt ab.