Sonn­tags­ge­dan­ken: Stim­men in der Wüste

Symbolbild Religion

Lie­be Freunde,

Die Advents­zeit stellt uns heu­te Johan­nes den Täu­fer vor Augen, den Mann, der als Weg­be­rei­ter für den Mes­si­as gilt. Er leb­te in der Wüste und hat­te den­noch die Bot­schaft verkündet.

Sind wir ein­mal ehr­lich: Einen düm­me­ren Platz hät­te er wohl kaum fin­den kön­nen, um sei­ne Bot­schaft zu ver­kün­den, oder? In der Wüste, da gibt es Sand, Stei­ne, Dorn­bü­sche, aber doch kaum die Men­schen, die sei­ne Bot­schaft hät­ten hören sol­len. In der Wüste… ? Nein, einen unge­eig­ne­te­ren Platz hät­te er wohl wirk­lich nicht fin­den können.

Pfarrer Klaus Weigand (rechts) mit Urmel ...

Pfar­rer Klaus Weig­and (rechts) mit Urmel …

Aber wo Gott es will, dort wird sogar die Stim­me eines Pre­di­gers in der Wüste gehört. Und könn­te das nicht viel­leicht sogar die gute Bot­schaft sein für alle, die sich wie Johan­nes in einer Wüste befin­den, eine gute Bot­schaft für alle, die mei­nen, dass man ihre Bot­schaft gar nicht hört oder hören will?

Ist das nicht eine gute Bot­schaft für alle, die sich in unse­rer Ellen­bo­gen­ge­sell­schaft noch um mensch­li­che und christ­li­che Wer­te bemü­hen, für alle, für die Mensch­lich­keit, Barm­her­zig­keit und Näch­sten­lie­be noch Wer­te sind, die sie auch umsetzen?

Ist es nicht viel­leicht sogar eine Bot­schaft für alle, die sich um eine geschwi­ster­li­che Kir­che bemü­hen und sich dafür abrackern, für alle, die uner­müd­lich ver­su­chen, den leben­di­gen Geist Jesu zu ver­kün­den und zu leben, aber sich vor­kom­men, wie in einem Kampf gegen Wind­müh­len und die sich dabei oft unge­hört und allein­ge­las­sen vorkommen?

Ich bin sicher, dass jede gut­ge­mein­te Stim­me nicht uner­hört blei­ben wird, denn Gott kann auch auf krum­men Wegen gera­de schrei­ben und sogar Stim­men in der Wüste gewal­ti­ges Gehör verschaffen.

Erst recht, wenn unser Ver­stand schon lan­ge immer deut­li­cher zu ver­ste­hen geben will, dass unser Enga­ge­ment eigent­lich sinn­los und ohne jede Aus­sicht auf – auch nur den klein­sten – Erfolg ist, bin ich mir sicher, dass auf einem sol­chen Fun­da­ment unser Gott durch­aus zu bau­en versteht.

Viel­leicht braucht er gera­de Men­schen, die nicht zuerst den Erfolg berech­nen, den sie zu erwar­ten haben. Viel­leicht sucht er Men­schen, die nicht erst ewig und lan­ge an einem Kon­zept für eine Bot­schaft fei­len. Viel­leicht sucht er ja gera­de die­je­ni­gen, die ein­fach rufen; und das auch dann noch tun, wenn es eigent­lich schon aus­sichts­los zu sein scheint. Viel­leicht benö­tigt er gar nicht mehr. Viel­leicht braucht er manch­mal ganz ein­fach nur Men­schen, die eben rufen.

Dass sei­ne Bot­schaft auch gehört wird, dar­über brau­chen wir uns dann den Kopf nicht zu zer­bre­chen. Dass jemand zuhört, dar­um wird ER sich am Ende selbst kümmern.

Des­we­gen möch­te ich alle ermu­ti­gen, die im Sin­ne eines Johan­nes auch heu­te der Welt eine Bot­schaft zu ver­kün­den haben: eine Bot­schaft, die sagt, dass Wer­te wie Mensch­lich­keit, Lie­be, Barm­her­zig­keit, Ver­trau­en, nicht über­holt und ver­al­tet sind. Die­se Bot­schaft ruft: „Macht wei­ter, jede Stim­me wird gehört werden!“

Einen guten 2. Advent

Klaus Weig­and


Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Infos zu Pfar­rer Klaus Weigand

  • Gebo­ren 1966 in Erlen­bach am Main (Unter­fran­ken)
  • Abitur am The­re­sia­num in Bam­berg 1989
  • Stu­di­um der Kath. Theo­lo­gie in Bam­berg und Wien
  • Prie­ster­wei­he 1998
  • Tätig­kei­ten:
  • Fürth, Christ­kö­nig von 1997 – 2010
  • Bucken­ho­fen als Pfarr­ad­mi­ni­stra­tor 2010 – 2015
  • seit 2015 in Herolds­bach und Hausen

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