Wun­sie­del: Die Lui­sen­burg-Fest­spie­le prä­sen­tie­ren attrak­ti­ves Pro­gramm für 2024

Ido­le und Idea­le auf der Luisenburg

Tra­di­tio­nell rücken mit dem Beginn des Vor­ver­kaufs im Herbst die Pro­duk­tio­nen und Ver­an­stal­tun­gen in den Blick­punkt, die es ab Mai auf der Lui­sen­burg zu erle­ben gibt. Im kom­men­den Jahr ste­hen sie unter dem Mot­to „Ido­le und Idea­le“. Im neu­en Fami­li­en­stück PIP­PI LANG­STRUMPF kommt mit „Pip­pi“ ein Kind auf die gro­ße Büh­ne, das ganz anders ist. Pip­pi ist frei, unab­hän­gig, unan­ge­passt und auch unge- bzw. unverbildet.

Ein Idol für jedes Kind, das, wie alle Kin­der, sei­nen Weg zwi­schen Kon­ven­ti­on, Gesell­schaft und eige­nem Wil­len sucht, sowie die eige­ne Erfül­lung. Im gro­ßen Musi­cal JESUS CHRIST SUPER­STAR wird Jesus von sei­nen Anhän­ge­rin­nen und Anhän­gern zum Chri­stus erho­ben, er wird zum Super­star, zum Geweis­sag­ten, zum Mes­si­as, zu jenem, der die Welt ins Gleich­ge­wicht brin­gen wird. Es zählt nicht mehr die Per­son, nur noch die Pro­jek­ti­on. Ret­ter gegen die römi­schen Usur­pa­to­ren soll er sein, Erneue­rer der Reli­gi­on, die Armen soll er ermächtigen.

Doch wer ist Jesus wirk­lich und war­um geht er in den Tod? Andrew Lloyd Web­ber und Tim Rice haben in der Flower-Power-Zeit der 1970er Jah­re nicht nur das erste groß­ar­ti­ge Rock­mu­si­cal geschrie­ben, son­dern auch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit dem gro­ßen Idol der Chri­sten­heit. Wil­liam Shake­speares berühm­te­ste Komö­die EIN SOM­MER­NACHTS­TRAUM beginnt mit einem Ide­al der Lie­be. Doch die Eltern und ihre Spröss­lin­ge haben durch­aus kon­trä­re Vor­stel­lun­gen davon. Die Jugend zieht revol­tie­rend in den Wald.

Auch dort will man sie „rich­tig“ zusam­men­fü­gen. Doch lei­der setzt der Elf Puck den Lie­bes­saft sei­nes Herr­schers Obe­ron falsch ein und wür­felt alle Gewiss­hei­ten der Lie­be durcheinander.

Lie­be, viel­leicht das größ­te Ide­al der Men­schen, wird zur Varia­blen eines Spiels, in dem Mei­ster Shake­speare urko­misch, abgrün­dig und wort­ge­wal­tig unser angeb­li­ches Wis­sen und Wol­len aus­ein­an­der­nimmt und neu zusammensetzt.

Im Rusti­cal DER WATZ­MANN RUFT folgt der Bub dem Ruf des Berg, will gegen den Wil­len sei­nes Vaters los­zie­hen und den Berg bezwin­gen. Das öster­rei­chi­sche Kult­stück von Wolf­gang Ambros und Man­fred Tau­chen nimmt die nicht immer ratio­na­len heh­ren Zie­le des Men­schen aufs Korn und ver­gack­ei­ert gründ­lich die Hei­mat- und Alpen­se­lig­keit der 1950er Jah­re. TV- und Ex-TAT­ORT-Star Andre­as Hop­pe ver­kör­pert in die­ser neu­en Insze­nie­rung als „Har­ry Watz­mann“ die See­le des Bergs.

Im Gast­spiel EXTRA­WURST zei­gen die Fest­spie­le eine Komö­die, in der es um Idea­le und um die Wurst geht. Ein Ten­nis­ver­ein braucht einen neu­en Grill und die Fra­ge kommt auf: Braucht das ein­zi­ge mus­li­mi­sche Mit­glied aus reli­giö­sen Grün­den einen eige­nen, zwei­ten Grill? Wer finan­ziert das? Wie groß oder klein darf er sein? Es ent­wickelt sich ein herr­li­ches Durch­ein­an­der um Tole­ranz und Inte­gra­ti­on, das alle Lini­en über­schrei­tet: Ein maxi­ma­ler Angriff auf unse­re Lachmuskeln.

Die Oper und Ope­ret­te wid­men sich im Som­mer ganz dem mei­ster­li­chen Idol aus der Nach­bar­schaft: Richard Wag­ner. Er kommt mit DER FLIE­GEN­DE HOL­LÄN­DER in einer Insze­nie­rung der Lan­des­büh­nen Sach­sen an die fri­sche Luft und auf die gro­ße Fel­sen­büh­ne. Lie­bes- und Sehn­suchts­er­fül­lung ist das roman­ti­sche Ide­al im Hol­län­der, das Wag­ner in sei­ner Oper mit gran­dio­ser Musik zelebriert.

Die Ope­ret­te DIE LUSTI­GEN NIBE­LUN­GEN von Oscar Straus nimmt mit gro­ßem Ver­gnü­gen die alt­deut­sche Sagen­welt, das Nibe­lun­gen­lied, auf die Schip­pe. Eine musi­ka­lisch per­fek­te Par­odie auf heh­re und eher­ne Idea­le der Deutsch­tü­me­lei, der erstarr­ten natio­na­len Ritua­le und des über­trie­be­nen Kults um Mythenbildung.

Tat­säch­li­che Ido­le und Stars kom­men im Kon­zert­pro­gramm Lui­sen­burg Spe­zi­al auf die Büh­ne. Das reicht von Alt­stars wie den Coun­try-Rockern von TRUCK STOP über die Volks­mu­sik­ido­le der KASTEL­RU­THER SPAT­ZEN bis zu den Favo­ri­ten der 1980er Jah­re aus der Neu­en Deut­schen Wel­le und endet nicht mit den SÖH­NEN MANN­HEIMS und MNO­ZIL BRASS oder dem Super­star des aktu­el­len Jazz, WOLF­GANG HAFFNER.

In den belieb­ten Tri­bu­te-Shows kann das Publi­kum ein Wie­der­se­hen mit TINA TUR­NER oder den ROL­LING STONES fei­ern. Big-Band-Sound mit MAX MUTZ­KE und klas­si­sche Musik mit einer NACHT DER TENÖ­RE run­den das Ange­bot ab, dass mit dem Star des baye­ri­schen Kaba­retts, MAR­TI­NA SCHWARZ­MANN einen der Höhe­punk­te präsentiert.

Alle Infor­ma­tio­nen zu den Fest­spie­len, den Kar­ten und dem Pro­gramm 2024 fin­det sich unter: www​.lui​sen​burg​-aktu​ell​.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert