Dank an das Per­so­nal der KiTas im Land­kreis Wunsiedel

Landrat Peter Berek informiert sich vor Ort
Landrat Peter Berek informiert sich vor Ort

Land­rat infor­miert sich vor Ort über die Arbeits­be­din­gun­gen und aktu­el­le Herausforderungen

Der Land­kreis Wun­sie­del i. Fich­tel­ge­bir­ge ver­fügt über 61 Kin­der­ta­ges­stät­ten, in denen an die 530 päd­ago­gi­sche Kräf­te tätig sind. Hin­zu kom­men noch vie­le unter­stüt­zen­de und hilf­rei­che Hän­de von Assis­tenz­kräf­ten, Haus­wirt­schafts­kräf­ten und Prak­ti­kan­ten. Die­se Zah­len sichern die Kin­der­be­treu­ung im Land­kreis wei­test­ge­hend, den­noch wären an der ein oder ande­ren Stel­le mehr Plät­ze und damit ein­her­ge­hend mehr Per­so­nal von Nöten.

Um die Arbeit der Fach­kräf­te in den KiTas im Land­kreis zu wür­di­gen und sich auch dar­über zu infor­mie­ren, wel­che Rah­men­be­din­gun­gen gege­ben sein müs­sen, um neue Men­schen für die­se Beru­fe zu begeis­tern, hat Land­rat Peter Berek ‑stell­ver­tre­tend für alle KiTas im Land­kreis – das Montesso­ri-Kin­der­haus in Markt­leu­then besucht. Dort hat sich der Land­rat gut zwei Stun­den Zeit für einen inten­si­ven Aus­tausch genom­men. Das Ziel: sich ein noch genaue­res Bild von der Situa­ti­on in den KiTas im Land­kreis zu machen. Beglei­tet wur­de er dabei von Bür­ger­meis­te­rin Sabri­na Kaest­ner und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mar­tin Schöffel.

Die Stan­dards in der Kin­der­be­treu­ung haben sich stets wei­ter­ent­wi­ckelt, so dass das Per­so­nal vor allem in älte­ren Bestands­ge­bäu­den häu­fig an räum­li­che Gren­zen stößt. Auch der stei­gen­de Bedarf wirkt sich aus: land­kreis­weit steigt die Zahl der Kin­der, wes­halb in den meis­ten KiTas wei­te­re zusätz­li­che Plät­ze geschaf­fen wer­den müs­sen. Mög­lich ist dies häu­fig „auf die Schnel­le“ nur durch befris­te­te Inte­rims­lö­sun­gen, bei denen teil­wei­se soge­nann­te modu­la­ren Raum­con­tai­ner zum Ein­satz kom­men müs­sen. Manch­mal besteht auch die Mög­lich­keit, ande­re leer­ste­hen­de Räum­lich­kei­ten in der Nach­bar­schaft zu nut­zen. Doch egal wie, jede Inte­rims­lö­sung stellt eine zusätz­li­che Belas­tung für das Per­so­nal dar und ist meist teu­er, so eine zen­tra­le Erkennt­nis des Gesprächs.

Auch die beruf­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen bei der insti­tu­tio­nel­len Kin­der­be­treu­ung kos­ten das Per­so­nal viel Kraft. Gro­ße Grup­pen, viel Büro­kra­tie und anhal­ten­de Per­so­nal­aus­fäl­le und Ver­tre­tungs­diens­te sind immer schwie­ri­ger zu bewäl­ti­gen. Häu­fig ist die wah­re Belas­tung des KiTa-Teams nach außen hin kaum sicht­bar. Denn auch bei einem guten Anstel­lungs­schlüs­sel kön­nen kurz­fris­ti­ge Per­so­nal­aus­fäl­le den täg­li­chen Betriebs­ab­lauf erheb­lich ins Wan­ken bringen.

Eine immer grö­ßer wer­den­de Her­aus­for­de­rung stellt jedoch auch der gesell­schaft­li­che Wan­del dar. Die Kin­der wer­den viel frü­her in die KiTa zur Betreu­ung gege­ben als frü­her. Vie­le Klein­kin­der (ein bis drei Jah­re) wer­den bereits sechs bis acht Stun­den in der Krip­pe betreut, was wie­der­um aus­rei­chen­des Fach­per­so­nal erfor­dert. Die Kin­der sind zudem her­aus­for­dern­der als frü­her. Vie­le Kin­der sind zuge­wan­dert und müs­sen die deut­sche Spra­che erst ler­nen. Ande­re haben indi­vi­du­el­le För­der­be­dar­fe in ande­ren Berei­chen, auf die das KiTa-Per­so­nal ein­ge­hen muss, berich­tet das Team des Kin­der­hau­ses im Aus­tausch mit dem Land­rat. „Trotz aller Bean­spru­chun­gen und Her­aus­for­de­run­gen im KiTa-All­tag, sind die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Her­zen ger­ne für die Kin­der da“, zeigt sich Peter Berek nach dem Gespräch ehr­lich beein­druckt. „Wo ande­re bereits auf­ge­ben wür­den, spie­len, bas­teln, lachen, sin­gen, fei­ern und för­dern die Teams „ihre Kin­der“ unbe­irrt wei­ter und trock­net auch mal Trä­nen. Eine Arbeit, die erfüllt, und bedeut­sa­mer ist, als je zuvor, nicht nur für die Kin­der selbst, son­dern auch für die Fami­li­en. Die Berufs­bil­der in der Kin­der­be­treu­ung wer­den in der Öffent­lich­keit völ­lig zurecht als extrem posi­tiv wahr­ge­nom­men. Sie ver­ei­nen gro­ße päd­ago­gi­sche Exper­ti­se und gro­ße Nähe zu den Menschen.“

Bir­git Kas­sing, die Lei­te­rin des Montesso­ri Kin­der­hau­ses wür­de sich den­noch mehr Auf­merk­sam­keit für die Arbeit in den KiTas wün­schen. „Wir dür­fen nicht auf­hö­ren, für die­sen wun­der­ba­ren Beruf zu wer­ben. Denn Bil­dung beginnt nicht erst in der Schu­le, das Eltern­haus und auch die Kin­der­ta­ges­stät­ten tra­gen wesent­lich zur frü­hen Bil­dung bei. Dazu benö­ti­gen wir gut aus­ge­bil­de­te und sta­bi­le Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die genü­gend Zeit auch außer­halb der Grup­pe haben. Und vor allem einen guten Anstel­lungs­schlüs­sel, um die Grup­pen­grö­ßen wie­der zu ver­rin­gern“, sagt sie. „Die Kin­der von heu­te sind die Erwach­se­nen von mor­gen. Sie sind die Zukunft der Gesell­schaft und die wird schon lan­ge vor dem Ein­tritt in die Schu­le in den KiTas geprägt.“

Unter­stüt­zung erhält sie dabei von Nadi­ne Gul­den, die im Land­rats­amt für die Kin­der­ta­ges­stät­ten im Land­kreis zustän­dig ist: „Eine Zukunft, die nur gelin­gen kann, wenn sich wei­ter­hin genü­gend inter­es­sier­te Men­schen für eine Tätig­keit in der KiTa ent­schei­den oder in die­se Beru­fe zurück­keh­ren. Gemein­sam mit den Fami­li­en, KiTas, Trä­gern und Gemein­den muss es uns gelin­gen, Men­schen für die­se Beru­fe zu begeis­tern und ihnen eine Per­spek­ti­ve zu geben.“