Das sind die Ergeb­nis­se der Jugend­be­fra­gung im Land­kreis Coburg

Das sind die Ergebnisse der Jugendbefragung im Landkreis Coburg Oktober 2023
Viktoria Lauterbach, die jüngste Kreisrätin im Kreistag des Landkreises Coburg, initiierte die Jugendbefragung. Foto: Fachbereich „Jugend und Familie"

Frei­zeit, Mobi­li­tät, Ehren­amt – was den Jugend­li­chen wich­tig ist

Das sind die Ergebnisse der Jugendbefragung im Landkreis Coburg Oktober 2023

Die Betei­li­gung bei der Jugend­be­fra­gung nach Kom­mu­nen. Gra­fik: Fach­be­reich „Jugend und Familie“

Vik­to­ria Lau­ter­bach, jüngs­te Kreis­rä­tin im Kreis­tag des Land­krei­ses Coburg, hat bereits ein Jahr nach ihrer Beru­fung eine Jugend­be­fra­gung im Land­kreis Coburg initi­iert. Ziel war es, mög­lichst eine gro­ße Anzahl und einen gro­ßen Quer­schnitt von Jugend­li­chen einzubinden.

„Ich erhoff­te mir genaue­re Ein­bli­cke wie es den jun­gen Men­schen aktu­ell geht, auch gera­de jetzt, nach der Coro­na-Pan­de­mie. Ist alles wie­der wie vor­her? Gibt es Ver­bes­se­run­gen oder Ver­schlech­te­run­gen?“, sagt Vik­to­ria Lauterbach.

Mit Unter­stüt­zung des Amtes für Jugend und Fami­lie und einer exter­nen Bera­te­rin konn­te die Umfra­ge am 12. Juni die­sen Jah­res star­ten. Bis zum 31. Juli hat­ten alle 7.232 Jugend­li­chen des Land­krei­ses im Alter von 12 bis 21 Jah­ren die Mög­lich­keit, die Befra­gung zu beantworten.

Ver­schickt wur­de die Umfra­ge pos­ta­lisch über alle Bür­ger­meis­ter des Land­krei­ses, wobei die Jugend­li­chen die Umfra­ge online aus­fül­len konn­ten. Es wur­den The­men­be­rei­che ange­schnit­ten wie Frei­zeit­ver­hal­ten, Gefühls­la­ge, Mobi­li­tät, Teil­ha­be, Digi­ta­li­sie­rung, Freun­des­kreis oder auch gesell­schaft­li­ches Engagement.

Das sind die Ergebnisse der Jugendbefragung im Landkreis Coburg Oktober 2023

Die Frei­zeit-Orte der Jugend. Gra­fik: Fach­be­reich „Jugend und Familie“

Die Reso­nanz war groß. 1.421 Jugend­li­che ergrif­fen die Gele­gen­heit Ihre Mei­nung zu Frei­zeit­an­ge­bo­ten und Teil­ha­be­mög­lich­kei­ten zu äußern. Dies ent­spricht 19,16%. 25 Brie­fe konn­ten nicht zuge­stellt wer­den und 86 Jugend­li­che haben die Befra­gung nicht gänz­lich beendet.

Die Umfra­ge bil­det einen brei­ten Spie­gel der Gesell­schaft der Jugend­li­chen ab. 38% der Befra­gungs­teil­neh­men­den waren zwi­schen 15 und 18 Jah­ren. 35% gaben an, zwi­schen 12 und 14 Jah­ren alt zu sein, wäh­rend 27% zu der Alters­grup­pe der 19- bis 21-Jäh­ri­gen gezählt werden.

An der Befra­gung betei­lig­ten sich 54% weib­li­che Per­so­nen. Männ­li­che Per­so­nen waren es 44% und 2% gaben an, dem diver­sen Geschlecht zuge­hö­rig zu sein.

Was den Aus­bil­dungs­sta­tus betrifft, stell­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit fast 80% die mit Abstand größ­te Grup­pe dar (32% Gym­na­si­um, 23% Real­schu­le, 10% Mit­tel­schu­le, 9% Berufs­schu­le, 4% FOS/BOS, 4% Hoch­schu­le und 1% Förderschule).

Ehren­amt: Fast 40% der Befrag­ten enga­gie­ren sich ehren­amt­lich. Von den­je­ni­gen die sich aktu­ell nicht enga­gie­ren gaben 17% an, dass sie sich ger­ne in einem Ver­ein oder Ver­band enga­gie­ren und 42% pro­jekt­be­zo­gen über einen gewis­sen Zeit­raum enga­gie­ren würden.

Hei­mat­ver­bun­den­heit: 66% fin­den die Lebens­um­stän­de in der Regi­on gut, 13% wol­len auch als Erwach­se­ne im Land­kreis Coburg woh­nen und arbei­ten, 22% sind der Mei­nung, es gäbe Ver­bes­se­rungs­be­darf. 58% der befrag­ten Jugend­li­chen ver­brin­gen ihre Frei­zeit an ihrem eige­nen Wohn­ort, 21% in der Stadt Coburg.

Das sind die Ergebnisse der Jugendbefragung im Landkreis Coburg Oktober 2023

Die Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen der Jugend. Gra­fik: Fach­be­reich „Jugend und Familie“

Frei­zeit­an­ge­bo­te: 50% der Jugend­li­chen füh­len sich über Frei­zeit­an­ge­bo­te für Jugend­li­che infor­miert und fin­den die­se haupt­säch­lich über social Media Kanä­le und Freun­de oder Eltern. 3% über Fly­er oder Zei­tungs­be­rich­te. Ein Vier­tel der Befrag­ten tref­fen sich in ihrer Frei­zeit haupt­säch­lich mit Freun­den, 19% sind beim Sport und 29% ver­brin­gen ihre Frei­zeit online zum Gam­ing, Vide­os schau­en oder auf social Media.

Mobi­li­tät auf dem Schul­weg: 46% der Befrag­ten fah­ren mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln zur Schu­le oder zur Arbeit, wobei es sich auf 35% Bus­fah­ren­de und 11% Bahn­nut­zer auf­teilt. 19% bewe­gen sich zu Fuß oder mit dem Fahr­rad fort. Die rest­li­chen 35% fah­ren in irgend­ei­ner Wei­se moto­ri­siert. Dies teilt sich in 15%, die von den Eltern mit dem Auto gefah­ren wer­den, 13%, die selbst Auto fah­ren und 7%, die mit Moped, durch Fahr­ge­mein­schaf­ten oder Fahr­diens­te zur Schu­le oder Arbeit kom­men, auf.

The­men im Umfeld: Bei 17% der Befrag­ten kommt das The­ma Alko­hol im Umfeld vor und bei 15% spielt das The­ma Rau­chen eine Rol­le. 12% der Teil­neh­men­den geben an, dass das The­ma men­ta­le Gesund­heit sie umtreibt, gefolgt von 8% Gleich­be­rech­ti­gung und Kli­ma­schutz, 7% Mob­bing und bei 6% spielt das The­ma Dis­kri­mi­nie­rung eine Rol­le im Umfeld. 32% der befrag­ten Jugend­li­chen sind über Hilfs­an­ge­bo­te infor­miert, 68% füh­len sich nicht aus­rei­chend informiert.

„Ein deut­li­cher Aus­bau über Infor­ma­tio­nen zu Hilfs­an­ge­bo­ten für Jugend­li­che ist im Land­kreis erfor­der­lich. Dar­auf kann, muss und soll auf­ge­baut wer­den. Müs­sen die Ein­rich­tun­gen und Pro­jek­te mehr Wer­bung für ihre Ange­bo­te machen oder errei­chen die vor­han­de­nen Mate­ria­li­en und Medi­en­zu­gän­ge nicht die gewünsch­te Ziel­grup­pe oder spie­len ande­re Fak­to­ren eine Rol­le?“, so Vik­to­ria Lau­ter­bach in ihrem State­ment. Hier müs­sen freie Trä­ger der Jugend­hil­fe und der öffent­li­che Trä­ger der Jugend­hil­fe gemein­sa­me Stra­te­gien ent­wi­ckeln, wie die­ses Defi­zit beho­ben wer­den kann.

Quel­le: https://​www​.num​mer​ge​gen​kum​mer​.de/

Bereits die ers­ten Ergeb­nis­se wur­den in der Bür­ger­meis­ter­dienst­be­spre­chung am 04. Okto­ber 2023 vor­ge­stellt. Eine gemein­de­be­zo­ge­ne Aus­wer­tung wird den Städ­ten und Gemein­den im Land­kreis zuge­sandt. Am 17. Okto­ber stell­te Vik­to­ria Lau­ter­bach die Ergeb­nis­se im Aus­schuss Jugend und Fami­lie des Land­krei­ses Coburg vor.

Wei­ter­hin stellt Vik­to­ria Lau­ter­bach die Ergeb­nis­se am 19. Okto­ber den Jugend­be­auf­trag­ten, also den jugend­po­li­ti­schen enga­gier­ten Man­dats­trä­gern der Gemein­de­rä­te sowie am 23.Oktober den sozi­al­päd­ago­gi­schen Fach­kräf­ten, den Gemein­de­ju­gend­pfle­gen, vor.

Tie­fer­ge­hen­de und aus­sa­ge­kräf­ti­ge­re Befun­de der Befra­gung sol­len in Zusam­men­ar­beit mit einer Fach­stel­le erfol­gen, um dar­aus genaue­re Hand­lungs­be­dar­fe zie­hen zu kön­nen. Die­se Erkennt­nis­se gilt es dann zu nut­zen. Sie sol­len als Grund­la­ge für Dis­kus­sio­nen die­nen und wer­den in ver­schie­de­nen Aus­schüs­sen eingebracht.

Neben der Ver­wal­tung soll aber auch die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit auf die Ergeb­nis­se zurück­grei­fen kön­nen, daher wer­den die Ergeb­nis­se auf der Web­sei­te des Land­krei­ses veröffentlicht.

Die Ergeb­nis­se sol­len aber auch gezielt den jun­gen Men­schen nahe gebracht wer­den. In wel­cher Form bera­ten die ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen noch. Eine Mög­lich­keit sind z.B. Zukunfts­werk­stät­ten in Zusam­men­ar­beit mit dem Kreis­ju­gend­ring Coburg. Es ist wich­tig, den Jugend­li­chen die Mög­lich­keit zu geben, sich über die Ergeb­nis­se der Jugend­be­fra­gung zu infor­mie­ren, sie zu dis­ku­tie­ren und ihre Gedan­ken hier­zu einzubringen.

Die 25-jäh­ri­ge Kreis­rä­tin bedankt sich für die über­aus hohe Teil­nah­me­be­reit­schaft der 12- bis 21-Jäh­ri­gen im Land­kreis Coburg!