Ober­frän­ki­sche Wahl­ana­ly­se der ÖDP

Der ober­frän­ki­sche Bezirks­vor­stand der Öko­lo­gisch-Demo­kra­ti­schen-Par­tei (ÖDP) traf sich per Zoom-Kon­fe­renz, um die Ergeb­nis­se der Land­tags – und Bezirks­tags­wah­len zu ana­ly­sie­ren. Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der Tho­mas Mül­ler (Burg­kunst­adt) stell­te fest, dass sich die ÖDP in Bay­ern seit der Land­tags­wahl um zwei Plät­ze ver­bes­sert habe und nun siebt­stärks­te Par­tei ist – vor der Lin­ken und der BP! Man habe mit über 245 000 Stim­men die meis­ten in der ÖDP Geschich­te erhal­ten. Dazu war man die ein­zi­ge nicht im Par­la­ment ver­tre­te­ne Par­tei, die Zuwäch­se erzie­len konn­te. Aller­dings hat­te man sich wesent­lich höhe­re Zuge­win­ne erhofft. Mül­ler führ­te das auf einen vor allem popu­lis­ti­schen Wahl­kampf­stil vie­ler Mit­be­wer­ber zurück. Es fehl­ten die Dis­kus­sio­nen um die bes­se­ren Kon­zep­te für die Zukunft – spe­zi­ell der baye­ri­schen Poli­tik. Durch die hand­werk­li­chen Feh­ler der Ampel-Regie­rung waren „grü­ne“ The­men schwer zu ver­mit­teln. Die Gewin­nung von ent­täusch­ten Grü­nen-Wäh­lern gelang auch nicht im erwar­te­ten Maße. Dazu sind die gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Ein­stel­lun­gen bei­der Par­tei­en wohl doch zu unter­schied­lich. Die ober­frän­ki­sche ÖDP, als bis­her schwächs­ter ÖDP-Bezirk, konn­te ihre Stim­men­zahl gegen­über 2018 um fast 60% stei­gern, trug 20% zum Gesamt­zu­wachs in Bay­ern bei und erziel­te erst­mals 1,5% der Stim­men. Beson­ders erfolg­reich war man im Wahl­kreis Coburg, wo man bei einem Zuwachs von 1,1% auf 2,6% kam. Eben­so erfreu­lich waren die Ergeb­nis­se in den Wahl­krei­sen Bay­reuth, Kulmbach/​Wun­sie­del und Hof.

Noch bes­ser schnitt die ober­frän­ki­sche ÖDP bei den Bezirks­tags­wah­len ab. Man gewann über 22 000 Stim­men, was 1,85% bedeu­te­te. Wenn bei der nächs­ten Wahl ein ähn­li­cher Zuwachs gelingt, wür­de das einen Sitz im Bezirks­tag bedeu­ten, da es ja dort kei­ne 5 % Hür­de gibt. Auch bei den Bezirks­wah­len kam das bes­te Ergeb­nis mit 3,3% aus Coburg. Es folg­ten die bei­den Bam­ber­ger Stimm­krei­se sowie Lichtenfels/​Kronach und Forchheim.

Die Cobur­ger Kreis­vor­sit­zen­de Simo­ne Woh­nig, führ­te den Erfolg auf das erst­ma­li­ge Ver­tei­len eines Ober­fran­ken-Fly­ers an alle Haus­hal­te im Cobur­ger Land­kreis und die viel­fäl­ti­gen Aktio­nen ihres Kreis­ver­ban­des zurück. Bezirks­schatz­meis­te­rin Kris­ti­na Kern (Hof) wies dar­auf hin, dass die ÖDP-Pla­ka­te zu den weni­gen mit einer poli­ti­schen Aus­sa­ge gehörten.

Die bei­den ÖDP-Bezirks­vor­sit­zen­den Carol Zir­kel (Bur­ge­brach) und Erich Woh­nig (Hel­dritt-Bad Rodach) bedank­ten sich bei allen Mit­glie­dern für ihr Enga­ge­ment beim Pla­ka­tie­ren, bei Info­stän­den und beim Fly­er­ver­tei­len. Woh­nig sprach noch ein beson­de­res Lob an den Bay­reu­ther Schatz­meis­ter Bernd Kop­pe aus. Kop­pe hat­te die ÖDP – Ober­fran­ken-Rad­tour geplant und orga­ni­siert. Alle Teil­neh­mer waren begeis­tert von den neu­en Erfah­run­gen, die sie bei der Tour machen konn­ten. Es wur­den auch vie­le kon­kre­te Vor­schlä­ge gemacht, wie man das Rad­we­ge­netz in Ober­fran­ken ver­bes­sern könn­te. Außer­dem gab es vie­le inter­es­san­te Gesprä­che mit den Bür­gern an den jewei­li­gen Sta­tio­nen. Das nächs­te Tref­fen des Bezirks­vor­stan­des ist für den 15. Novem­ber geplant. Dann geht es schon um die Vor­be­rei­tung der Euro­pa­wahl im nächs­ten Jahr.