Sonn­tags­ge­dan­ken: Achtsamkeit

Symbolbild Religion

Mei­ne lie­ben Freunde,

als ich noch in Bucken­ho­fen und Burk Pfar­rer gewe­sen war, leg­te mir die Pfarr­se­kre­tä­rin einen Zet­tel auf den Schreib­tisch mit einem Namen, einer Tele­fon­num­mer und den drei Buch­sta­ben „BUR“. Ich dach­te erst, es hand­le sich viel­leicht um einen Namen einer Fami­lie aus Burk. Aber weit gefehlt. Ken­nen Sie die­se Abkür­zung: BUR? Sie bedeu­tet nichts ande­res, als: „Bit­te um Rück­ruf“. Frei­lich habe ich zurück­ge­ru­fen. Aber vor­her war ich da auf dem Schlauch gestan­den – hat­te kei­ne Ahnung gehabt, wor­um es sich handelte.

Pfarrer Klaus Weigand (rechts) mit Urmel ...

Pfar­rer Klaus Weig­and (rechts) mit Urmel …

Nun, manch­mal war­tet man lei­der ver­geb­lich auf einen erbe­te­nen Rückruf.

War­um erzäh­le ich Ihnen das? Weil ich glau­be, dass es unse­rem Gott oft so geht, wie vie­len ande­ren Men­schen auch. So wie sie ver­geb­lich auf den ersehn­ten Besuch oder den erhoff­ten Rück­ruf war­ten, so war­tet ER auch oft auf Ihren und auf mei­nen Rück­ruf. ER lädt näm­lich immer und immer wie­der ein, aber wir regis­trie­ren es oft nicht.

Frei­lich lädt er uns ein, ihn im Got­tes­dienst zu besu­chen und ihm dort zu begeg­nen, aber nicht nur da.

Nein, er lädt uns alle ein, ihm über­all zu begeg­nen: ER bit­tet uns um Rück­ruf. Und vie­le wer­den sagen: „Schon erle­digt. Ich bin schließ­lich getauft.“ Aber halt: So ein­fach ist es nicht!

ER will uns in der Schöp­fung begeg­nen – aber wol­len wir ihn da über­haupt noch tref­fen, uns von ihm betref­fen las­sen? War­um gehen wir dann oft so radi­kal unsorg­sam mit die­ser Schöp­fung um? War­um liegt sie uns so wenig am Herzen?

ER will uns in unse­rem Mit­men­schen begeg­nen. Aber unse­re Gleich­gül­tig­keit lässt mich dar­an zwei­feln, ob wir sel­ber das auch in die­sem Fal­le wollen.

Wenn er uns um einen Rück­ruf, um eine Ant­wort bit­tet, dann geht es nicht dar­um, viel zu beten oder mal in den Got­tes­dienst zu kom­men und dabei die Zeit viel­leicht nur abzu­sit­zen. Es geht um die Kon­se­quen­zen auf Got­tes Ruf an uns, eben um die Kon­se­quenz unse­res Rück­ru­fes an ihn. Es geht dar­um, acht­sam mit­ein­an­der umzu­ge­hen und den ande­ren zu schät­zen; und zwar als das, was er ist, und ihn nicht immer und immer wie­der zu kri­ti­sie­ren und umpo­len zu wollen.

Es geht dar­um, über den eige­nen Tel­ler­rand zu schau­en und für ande­re da zu sein.

Es geht dar­um, für den ande­ren auch ein­mal einen schon ein­ge­schla­ge­nen Weg zu ändern, weil eine/​einer mich genau jetzt braucht.

Es geht dar­um, dem ande­ren auch ein­mal etwas zu gön­nen und sich mit ihm zu freuen.

Mer­ken Sie etwas? Vie­le, die „Ja“ sagen, mei­nen eigent­lich ein „Jain“ oder ein „Ja, viel­leicht“. Aber dar­um geht es nicht. Not­wen­dig ist ent­we­der ein „Ja“ oder ein „Nein“!

Und für mein Ja zu IHM brau­che ich kei­nen Tauf­schein. Denn wenn ich mich für Men­schen und die Schöp­fung ein­set­ze, set­ze ich mich für IHN ein und weiß, dass er ein Gott für uns und mit uns ist.

Sagen wir ihm doch, dass er auf uns zäh­len kann, ganz egal, wer oder was wir sind, denn ER bit­tet um unse­ren Rückruf!

Einen wun­der­schö­nen Sonn­tag , blei­ben Sie gesund und pas­sen sie gut auf sich auf.

Klaus Weig­and


Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Infos zu Pfar­rer Klaus Weigand

  • Gebo­ren 1966 in Erlen­bach am Main (Unter­fran­ken)
  • Abitur am The­re­sia­num in Bam­berg 1989
  • Stu­di­um der Kath. Theo­lo­gie in Bam­berg und Wien
  • Pries­ter­wei­he 1998
  • Tätig­kei­ten:
    • Fürth, Christ­kö­nig von 1997 – 2010
    • Bucken­ho­fen als Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor 2010 – 2015
    • seit 2015 in Herolds­bach und Hausen