Kulm­bach: Por­trait der Mar­ga­re­te Meuß­doerf­fer auf der Plas­sen­burg angekommen

Mit Museumsleiterin Nina Schipkowski (2.v.l.) freuen sich Landrat Klaus-Peter Söllner (r.) und Oberbürgermeister Ingo Lehmann (3.v.l.) über den Neuzugang in der Dauerausstellung des Landschaftsmuseums Obermain. Möglich gemacht hat dies das große Engagement der Freunde der Plassenburg, hier vertreten durch Peter Weith (2.v.r.) und Andrea Senf (l.). Foto: Stadt Kulmbach
Mit Museumsleiterin Nina Schipkowski (2.v.l.) freuen sich Landrat Klaus-Peter Söllner (r.) und Oberbürgermeister Ingo Lehmann (3.v.l.) über den Neuzugang in der Dauerausstellung des Landschaftsmuseums Obermain. Möglich gemacht hat dies das große Engagement der Freunde der Plassenburg, hier vertreten durch Peter Weith (2.v.r.) und Andrea Senf (l.). Foto: Stadt Kulmbach

Schick­sal­haft: Por­trait der Mar­ga­re­te Meuß­doerf­fer auf der Plas­sen­burg angekommen

Mit nicht weni­ger als schick­sal­haft lässt sich das Rät­sel um den Tod von Mar­ga­re­te Meuß­doerf­fer am 4. Novem­ber 1929 bezeich­nen. An die­sem Tag war die Kulm­ba­cher Unter­neh­mer­gat­tin mit nur 62 Jah­ren unter bis heu­te unge­klär­ten Umstän­den zu Tode gekom­men und die­ser Cold Case der Kulm­ba­cher Geschich­te wird viel­leicht auch nie­mals gelöst wer­den. Doch auch das post­hum ent­stan­de­ne Por­trait von Mar­ga­re­te Meußd­oef­fer, wel­ches in die­ser Woche von den Freun­den der Plas­sen­burg als Leih­ga­be in die Dau­er­aus­stel­lung des Land­schafts­mu­se­um Ober­main über­ant­wor­tet wur­de, gibt nach wie vor Rät­sel auf.

Im Jahr 2021 tauch­te das Por­trait mit der Bezeich­nung „Ober­schich­ten Por­trait“ im Mün­che­ner Kunst­han­del auf. Dort wur­de es von den Freun­den der Plas­sen­burg ent­deckt und wegen der Plas­sen­burg im Hin­ter­grund des Bil­des erwor­ben. Im Fol­ge­jahr 2022 wur­de dann unter Ein­be­zie­hung der Kulm­ba­cher Bevöl­ke­rung sowie über­re­gio­nal nach der Iden­ti­tät der bis dahin unbe­kann­ten, geheim­nis­vol­len Dame gesucht. Im Som­mer 2022 wur­de das Geheim­nis dann gelüf­tet – die Dame stell­te sich als Per­sön­lich­keit der Kulm­ba­cher Indu­stri­el­len Haute­vo­lee der 1920er Jah­re mit durch­aus erhöh­tem Bekannt­heits­grad her­aus. So hat­ten die merk­wür­di­gen Umstän­de um das Able­ben Mar­ga­re­te Meuß­doerf­fers damals Pro­zess­ak­ten wie auch die Zei­tun­gen gefüllt. Letz­te­res tun sie in regel­mä­ßi­gen Abstän­den bis heu­te, die „Mord-Vil­la“ am Schieß­gra­ben gru­selt vie­le Kulm­ba­cher nach wie vor.

Und wie soll­te es anders sein? Auch das Por­trait an sich gibt eben­falls Rät­sel auf. So wur­de es zwar bereits 1929 beauf­tragt aber erst 1930 fer­tig gestellt – da war Mar­ga­re­te Meuß­doerf­fer bereits tot. Im Bild las­sen sich Über­ma­lun­gen und Retu­schen erken­nen, die den Betrach­ter spe­ku­lie­ren las­sen, was dort ursprüng­lich dar­ge­stellt war. Eins zumin­dest ist klar, wie Muse­ums­lei­tung Nina Schip­kow­ski erklärt: „Das Bild­nis Mar­ga­re­te Meuß­doerf­fers befand sich schon ein­mal im Besitz des Land­schafts­mu­se­ums Ober­main. Ein Rück­ga­be­ver­merk in den Akten des Muse­ums belegt die­sen Umstand ein­deu­tig.“ In den 1990er Jah­ren hat­te der dama­li­ge Muse­ums­lei­ter Dr. Möss­ner begon­nen eine Samm­lung zur Indu­strie­ge­schich­te Kulm­bachs auf­zu­bau­en. Mög­li­cher­wei­se war das Por­trait der Unter­neh­mer­gat­tin für eine zukünf­ti­ge Dau­er­aus­stel­lung vor­ge­se­hen und wur­de zurück­ge­ge­ben, als die­se nicht rea­li­siert wur­de. Peter Weith von den Freun­den der Plas­sen­burg freut sich jeden­falls: „Schön, dass wir dafür sor­gen konn­ten, dass das Por­trait von Mar­ga­re­te Meuß­doerf­fer sei­nem Schick­sal schluss­end­lich doch nicht ent­gan­gen ist und nun sei­nen Platz in der Muse­ums­aus­stel­lung auf der Plas­sen­burg gefun­den hat.“

Ober­bür­ger­mei­ster Ingo Leh­mann Ingo Leh­mann ist den Freun­den der Plas­sen­burg dank­bar für ihren Ein­satz um das Kunst­werk: „Dass sich plötz­lich eine gan­ze Regi­on für ein Kunst­werk inter­es­siert und auf Spu­ren­su­che begibt, das ist schon etwas Bemer­kens­wer­tes. Umso grö­ßer war dann die Freu­de, als geklärt wer­den konn­te, wer die bis dahin unbe­kann­te Dame wirk­lich war. Und dass noch immer nicht alle Umstän­de und Ein­zel­hei­ten um die Per­sön­lich­keit der Mar­ga­re­te Meuß­doerf­fer, aber auch um das Por­trät an sich geklärt sind, macht die gan­ze Geschich­te doch immer noch ein biss­chen span­nen­der“, erklärt der OB.

Städ­ti­sche Muse­en auf der Plassenburg

Muse­ums­ver­wal­tung
Festungs­berg 27
95326 Kulmbach

Öff­nungs­zei­ten:

April bis Okto­ber: täg­lich 9:00 bis 18:00 Uhr
Novem­ber bis März: täg­lich 10:00 bis16:00 Uhr