Land­kreis und Stadt Bam­berg bil­den mit den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen eine Arbeits­ge­mein­schaft Psy­cho­so­zia­le Notfallversorgung

Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Birgid Friedrich, Patrick Büttner, Yvonne Wagner, stellvertretender Landrat Bruno Kellner, Florian Wendel. © LRA Bamberg / Förtsch
Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Birgid Friedrich, Patrick Büttner, Yvonne Wagner, stellvertretender Landrat Bruno Kellner, Florian Wendel. © LRA Bamberg / Förtsch

Geziel­te Hil­fe in Notsituationen

Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, Kir­chen, Kir­chen­seel­sor­ger und Schul­psy­cho­lo­gi­sche Dien­ste in Stadt und Land­kreis Bam­berg haben sich nun offi­zi­ell in einer Arbeits­ge­mein­schaft Psy­cho­so­zia­le Not­fall­ver­sor­gung (ARGE PSNV) zusam­men­ge­schlos­sen. „Wir müs­sen psy­chisch bela­ste­ten Men­schen in Not­si­tua­tio­nen gezielt hel­fen“, dank­te stell­ver­tre­ten­der Land­rat Bru­no Kell­ner bei der Auf­takt­ver­an­stal­tung mit Unter­zeich­nung einer ent­spre­chen­den Ver­ein­ba­rung den betei­lig­ten Orga­ni­sa­tio­nen. Jonas Glü­sen­kamp, Bür­ger­mei­ster der Stadt Bam­berg sag­te: „Wenn Men­schen aus hei­te­rem Him­mel von Unglücks­fäl­len getrof­fen wer­den, kom­men sie schnell an ihre Gren­zen und benö­ti­gen pro­fes­sio­nel­le psy­cho­lo­gi­sche Betreu­ung. Das haben wir zum Bei­spiel auch bei der Auf­nah­me der Geflüch­te­ten aus der Ukrai­ne im ver­gan­ge­nen Jahr erlebt. Mit die­ser neu­en ARGE stel­len wir sicher, dass die­se Hil­fe zuver­läs­sig und flä­chen­deckend in Stadt und Land­kreis gelei­stet wird, wobei wir auf vor­han­de­ne Struk­tu­ren auf­bau­en können.“

Geburts­hel­fer die­ser ARGE ist Chri­stoph Treu­bel vom Baye­ri­schen Roten Kreuz (BRK). Bereits 2017 bil­de­ten sich Struk­tu­ren der Ver­sor­gung und Prä­ven­ti­on im Kon­text von bela­sten­den Not­fäl­len bezie­hungs­wei­se Ein­satz­si­tua­tio­nen zwi­schen Mal­te­sern, Baye­ri­schem Roten Kreuz und der Not­fall­seel­sor­ge der Kir­chen, der sich 2021 auch die Johan­ni­ter Unfall­hil­fe (JUH) anschloss.

Die Kri­sen­in­ter­ven­ti­ons­teams beglei­ten seit­her Über­le­ben­de nach schwe­ren Brand­er­eig­nis­se oder einem Mas­sen­an­fall von Not­fall­pa­ti­en­ten, Ange­hö­ri­ge wäh­rend einer Reani­ma­ti­on, Hin­ter­blie­be bei einem Tod im häus­li­chen Bereich oder voll­ende­tem Sui­zid, Per­so­nen nach Gewalt­er­fah­rung (durch Amok, Über­fall, Gei­sel­nah­me, Ver­ge­wal­ti­gung), Zeu­gen von schwe­ren Arbeits- und Ver­kehrs­un­fäl­len sowie Vermissende.

Für die Betrof­fe­nen ist eine gute mensch­li­che und fach­li­che Beglei­tung unmit­tel­bar nach sol­chen Unglücks- und Not­fäl­len sehr hilf­reich und wert­voll, da sie ihnen in einer zunächst aus­weg­los erschei­nen­den Situa­ti­on Halt und Per­spek­ti­ven bie­tet“, so Patrick Bütt­ner, Kreis­fach­dienst­lei­ter PSNV des BRK.

Eine Ver­net­zung aller Ange­bots- und Bedarfs­trä­ger der Psy­cho­so­zia­len Not­fall­ver­sor­gung in Stadt und Land­kreis Bam­berg war daher das Ziel, um hier noch bes­ser ange­mes­se­ne und koor­di­nier­te Hil­fe lei­sten zu kön­nen. Im Rah­men der ARGE PSNV kann nun zwi­schen den Orga­ni­sa­tio­nen und Ein­rich­tun­gen zusam­men­ge­ar­bei­tet, ope­ra­tiv-tak­ti­sche Stan­dards wei­ter­ent­wickelt und Syn­er­gien durch gegen­sei­ti­gen Erfah­rungs­aus­tausch genutzt werden.

Die Ver­tre­ter der Trä­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen wähl­ten Patrick Bütt­ner (BRK) und Yvonne Wag­ner (JUH) als Spre­cher in das Spre­cher­gre­mi­um der Arbeits­ge­mein­schaft. Den Land­kreis und die Stadt Bam­berg ver­tre­ten dort Flo­ri­an Wen­del und Bir­gid Friedrich.


Ergän­zen­der Hin­weis­text für Men­schen in Krisen:

Sie wis­sen nicht, wohin Sie sich in einer see­li­schen Kri­se wen­den sol­len? Die Kri­sen­dien­ste Bay­ern sind hier­für eine ver­läss­li­che Anlauf­stel­le. Im per­sön­li­chen Gespräch klä­ren die Fach­kräf­te am Kri­sen­te­le­fon gemein­sam mit Ihnen die Situation.

Gemein­sam fin­den wir her­aus, wel­che Hil­fe Sie brau­chen: tele­fo­ni­sche Bera­tung, Ver­mitt­lung in ambu­lan­te Kri­sen­hil­fe, einen mobi­len Ein­satz am Ort der Kri­se oder Ver­mitt­lung in sta­tio­nä­re Kri­sen­be­hand­lung. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter am Kri­sen­te­le­fon hören Ihnen zu und fra­gen nach, sie bera­ten Sie und zei­gen Wege aus der Kri­se auf.

Wir sind für Sie da.

Der Kri­sen­dienst Ober­fran­ken bie­tet schnel­le und qua­li­fi­zier­te Hil­fe bei psy­chi­schen Kri­sen und psych­ia­tri­schen Notfällen.

Sie errei­chen uns kosten­los täg­lich von 0.00–24.00 Uhr unter 0800/655 3000