Stadt und Stadt­wer­ke sichern ÖPNV-Ange­bot in Bamberg

Bei einem Pressegespräch am Dienstag, 20. Juni, erklärten (v.l.) Ordnungsreferent Christian Hinterstein, Oberbürgermeister Andreas Starke, Pressesprecher Michael Memmel, Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Michael Fiedeldey und Peter Scheuenstuhl, Leiter der Verkehrsbetriebe bei den Stadtwerken, den 5-Punkte-Plan zur Stabilisierung des ÖPNV-Angebots in Bamberg. Fotonachweis: Pressestelle Stadt Bamberg, Sebastian Martin
Fotonachweis: Pressestelle Stadt Bamberg, Sebastian Martin

Coro­na, Ener­gie­kri­se, Infla­ti­on und die tarif­be­dingt gestie­ge­nen Per­so­nal­ko­sten bela­sten die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on von Stadt­wer­ken in ganz Deutsch­land. In Bam­berg haben Poli­tik, Stadt­ver­wal­tung und Stadt­wer­ke Bam­berg ein Kon­zept zur Sta­bi­li­sie­rung des ÖPNV-Ange­bots erarbeitet.

Stadt und Stadt­wer­ke Bam­berg haben sich auf ein 5‑Punk­te-Paket ver­stän­digt, um wei­ter­hin einen lei­stungs­fä­hi­gen Öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV) in Bam­berg anbie­ten zu kön­nen. Die Maß­nah­men sind nötig gewor­den, weil die Ener­gie­kri­se und der dadurch aus­ge­lö­ste bevor­ste­hen­de Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess alle Stadt­wer­ke in Deutsch­land vor gro­ße finan­zi­el­le Her­aus­for­de­run­gen stel­len – auch in Bam­berg. Ziel ist es, Kosten beim ÖPNV-Ange­bot ein­zu­spa­ren, ohne dass die Fahr­gä­ste maß­geb­lich beein­träch­tigt wer­den. Zum 1. Juli soll das Par­ken im öffent­li­chen Raum und in den Park­an­la­gen der Stadt­wer­ke teu­rer wer­den. „Die Ein­schnit­te sind unaus­weich­lich, aber aus­ge­wo­gen. Dank des Maß­nah­men­pa­kets wer­den wir unse­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern auch in Zukunft einen sta­bi­len, zuver­läs­si­gen und bezahl­ba­ren ÖPNV bie­ten kön­nen“, erklärt Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke am Dienstag.

Bun­des­weit haben die Stadt­wer­ke in Deutsch­land so düste­re Zukunfts­aus­sich­ten wie seit der Finanz­kri­se 2008/09 nicht mehr. Die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie, die Ener­gie­kri­se und die Infla­ti­on bela­sten die finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät der kom­mu­na­len Unter­neh­men. Die wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen wer­den durch die Ent­wick­lung der Per­so­nal­ko­sten ver­schärft, die allein bei den Stadt­wer­ken Bam­berg bis zum Jahr 2025 Mehr­aus­ga­ben von 8,6 Mil­lio­nen Euro verursachen.

Im Fokus steht beson­ders die künf­ti­ge Finan­zie­rung des Öffent­li­chen Per­so­nen-Nah­ver­kehrs, für den die Stadt­wer­ke 2023 ein Defi­zit von 7,2 Mil­lio­nen Euro erwar­ten – zwei Mil­lio­nen Euro mehr als noch im Jahr 2021. Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke: „Wir wol­len gegen­steu­ern, um wei­ter­hin die Lei­stungs­fä­hig­keit unse­rer Stadt­wer­ke sicher­zu­stel­len.“ Mit einem Maß­nah­men­plan wol­len Poli­tik und Ver­wal­tung das Ergeb­nis der Mobi­li­täts­spar­te sta­bi­li­sie­ren und gleich­zei­tig die hohe Attrak­ti­vi­tät des Umwelt­ver­bunds stär­ken. Der 5‑Punk­te-Plan wur­de seit ver­gan­ge­nen Win­ter in einer par­tei­über­grei­fen­den kom­mu­nal­po­li­ti­schen Arbeits­grup­pe erar­bei­tet und ent­hält die fol­gen­den Maßnahmenpakete:

• Wirt­schaft­li­che Opti­mie­rung des ÖPNV-Ange­bots ab Sommer

• Anpas­sung der Park­haus­ta­ri­fe der Stadt­wer­ke Bam­berg zum 1. Juli

• Anpas­sung der Park­ge­büh­ren im öffent­li­chen Raum zum 1. Juli

• Wider­ein­füh­rung des kosten­pflich­ti­gen P+R zum 1. August 2024

• kon­ti­nu­ier­li­che Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der ÖPNV-Attraktivität

Wirt­schaft­li­che Opti­mie­rung des ÖPNV-Angebots

Weil in den Feri­en die Fahr­gast­zah­len im ÖPNV sin­ken, wird es auch in die­sem Som­mer einen Feri­en­fahr­plan geben. Die Stadt­wer­ke stel­len sicher, dass Berufs­tä­ti­ge ihren Arbeits­platz wei­ter­hin mit den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln errei­chen kön­nen, aller­dings wer­den wäh­rend der Feri­en im Durch­schnitt nur vier von fünf Fahr­ten statt­fin­den. Der Feri­en­fahr­plan ori­en­tiert sich im Wesent­li­chen am Sams­tags­fahr­plan und wird durch zusätz­li­che Fahr­ten in den Mor­gen­stun­den und mehr Ser­vices des Anruf-Lini­en-Taxis (ALT) ergänzt.

Bei dau­er­haf­ten Fahr­plan­ein­schrän­kun­gen waren sich die Mit­glie­der der kom­mu­nal­po­li­ti­schen Arbeits­grup­pe einig: Das Bam­ber­ger Nacht­bus­an­ge­bot bleibt unein­ge­schränkt erhal­ten, und tags­über darf das Ange­bot nur dort ange­passt wer­den, wo die Fahr­gä­ste hier­durch nicht maß­geb­lich beein­träch­tigt wer­den. Des­halb soll das ÖPNV-Ange­bot zum Fahr­plan­wech­sel im Dezem­ber noch stär­ker an die Nach­fra­ge der Fahr­gä­ste ange­passt wer­den. So wer­den ein­zel­ne Fahr­ten dort gestri­chen, wo es beson­ders weni­ge Fahr­gä­ste gibt. Auf meh­re­ren Neben­li­ni­en wird der Takt aus­ge­wei­tet, red­un­dan­te Lini­en und Lini­en­ä­ste entfallen.

Nach­dem die Grund­satz­ent­schei­dung über die Fahr­pla­n­an­pas­sun­gen getrof­fen wur­den, erar­bei­ten die Stadt­wer­ke Bam­berg aktu­ell die detail­lier­te Fahr­pla­nung. Recht­zei­tig vor dem Start des neu­en Fahr­plans wer­den die Stadt­wer­ke die Fahr­gä­ste detail­liert über die Ände­run­gen informieren.

Anpas­sung der Park­haus­ta­ri­fe zum 1. Juli 2023

Ab dem 1. Juli kostet das Par­ken in den Tief­ga­ra­gen am Schön­leins­platz, an der Löwen­brücke, am Luit­pol­deck am Alten Hal­len­bad und an der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le künf­tig pro Stun­de 50 Cent mehr. Für Besu­cher des Bam­ba­dos bleibt das Par­ken wei­ter­hin kosten­los. Gleich­zei­tig erwei­tern die Stadt­wer­ke ihren Ser­vice für die Fah­rer von E‑Fahrzeugen: Mit dem „Quar­tier­s­ta­rif“ für 70 Euro im Monat kön­nen sie ihr Fahr­zeug nachts zwi­schen 18 und 8 Uhr par­ken und mit einer Flat­rate mit Öko­strom betan­ken, am Sams­tag und Sonn­tag ist das sogar ganz­tags möglich.

Anpas­sung der Parktari­fe im öffent­li­chen Raum

Zum 1. Juli sol­len auch die Park­ge­büh­ren im öffent­li­chen Raum ange­passt wer­den. Die par­tei­über­grei­fen­de Arbeits­grup­pe hat sich dar­auf ver­stän­digt, dass im 30-Minu­ten-Takt abge­rech­net wird, für den in der Park­zo­ne 1 künf­tig 1,30 Euro fäl­lig wer­den, in der Park­zo­ne 2 ein Euro. Mit den Mehr­erlö­sen aus der Fort­schrei­bung des Park­raum­be­wirt­schaf­tungs­kon­zepts soll die Attrak­ti­vi­tät des ÖPNV in Bam­berg gestärkt wer­den. Vor­aus­set­zung hier­für ist ein ent­spre­chen­der Beschluss des Mobi­li­täts­se­nats der Stadt Bam­berg, der am 20. Juni tagen wird.

Anpas­sung der Kosten für den P+R Service

Mit dem gemein­sa­men Bus­kon­zept von Stadt und Land­kreis Bam­berg wird die Bam­ber­ger Innen­stadt ab dem 1. August 2024 viel bes­ser für die Bewoh­ner des Land­krei­ses erreich­bar. Der Bus wird zur ech­ten Alter­na­ti­ve zum Pkw für Land­kreis­be­woh­ner, wenn sie zum Ein­kau­fen in die Bam­ber­ger Innen­stadt wol­len. Des­halb soll das P+R‑Angebot bis zum Start des Bun­des­kon­zepts wei­ter kosten­los blei­ben. Zu prü­fen und zu dis­ku­tie­ren ist, ob mit dem Start der bes­se­ren ÖPNV-Anbin­dung der Land­kreis­ge­mein­den die P+R‑Parkplätze am Hein­richs­damm und an der Kro­na­cher Stra­ße neu gere­gelt wer­den müssen.

Stär­kung des Umweltverbunds

Je mehr Fahr­gä­ste den Umwelt­ver­bund nut­zen, umso bes­ser. Des­halb set­zen die Stadt­wer­ke wei­ter auf eine Attrak­ti­vie­rung des Ange­bots – ins­be­son­de­re auf den stark fre­quen­tier­ten Lini­en. Gele­gen­heits­nut­zer wol­len sie mit dem VGN eTa­rif anspre­chen, mit dem Fahr­gä­ste Bus und Bahn fle­xi­bel nut­zen kön­nen, ohne vor­her am Auto­ma­ten ein Ticket kau­fen zu müs­sen. Auch die Suche nach Preis­stu­fen und dem gün­stig­sten Tarif ent­fällt, weil die Fahrt mit der Egon-App gestar­tet wird und sich der Ticket­preis nach den zurück­ge­leg­ten Kilo­me­tern berech­net. Auf Lag­ar­de testen die Stadt­wer­ke Mobi­li­täts­an­ge­bo­te, die über die Neben­ko­sten­ab­rech­nung der Woh­nung abge­rech­net wird. Hier kön­nen die Bewoh­ner dem­nächst zum Pau­schal­preis kosten­los Bus fah­ren, das Car­sha­ring nut­zen oder auf Elek­tro­s­coo­ter, Lasten­rä­der oder E‑Bikes steigen.

Aus­künf­te zum Thema:

STADT BAM­BERG Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffentlichkeitsarbeit

Micha­el Mem­mel, Rat­haus Max­platz, Maxi­mi­li­ans­platz 3, 96047 Bamberg

Tel.: 0951/87–1821, Han­dy 0170/2245700, E‑Mail: michael.​memmel@​stadt.​bamberg.​de

Stadt­wer­ke Bam­berg, Jan Giers­berg, Lei­ter Mar­ke und Kommunikation

Tel.: 0951777–2200, E‑Mail: presse@​stadtwerke-​bamberg.​de