Dis­kus­si­on in Forch­heim: „Die 4‑Ta­ge-Woche – Ein Arbeits­zeit­mo­dell mit Zukunft?“

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Die­ser Fra­ge ging das Netz­werk WiR. Unter­neh­men Fami­lie ver­gan­ge­nen Diens­tag nach. Die Ver­an­stal­tung war aus­ge­bucht, denn das The­ma ist prä­sen­ter denn je. Beson­de­re Auf­merk­sam­keit galt The­re­sa Kaul und Jörn Schu­bert – bei­de aus dem Hand­werk – wel­che von ihren Erfah­run­gen zur 4‑Ta­ge-Woche berichteten.

Referent_innen, Netzwerk Familie: Simone Ludwig-Konggann (Wirtschaftsförderung Stadt Bamberg), Dr. Andreas Rösch (Geschäftsführer der WiR.), Theresa Kaul (Schreinerei Kaul), Jörn Schubert (Elektro Schober), Nicole Hack (Coaching, Team- und Organisationsentwicklung), Patricia Leistner (Geschäftsführerin der WiR.), Sigrid Lohneis (Familienbeirat Stadt Bamberg), Julia Wagner (WiR.). Foto: Simone Ludwig-Konggann, Wirtschaftsförderung Stadt Bamberg

Referent_​innen, Netz­werk Fami­lie: Simo­ne Lud­wig-Konggann (Wirt­schafts­för­de­rung Stadt Bam­berg), Dr. Andre­as Rösch (Geschäfts­füh­rer der WiR.), The­re­sa Kaul (Schrei­ne­rei Kaul), Jörn Schu­bert (Elek­tro Scho­ber), Nico­le Hack (Coa­ching, Team- und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung), Patri­cia Leist­ner (Geschäfts­füh­re­rin der WiR.), Sig­rid Lohneis (Fami­li­en­bei­rat Stadt Bam­berg), Julia Wag­ner (WiR.). Foto: Simo­ne Lud­wig-Konggann, Wirt­schafts­för­de­rung Stadt Bamberg

Dis­kus­sio­nen um die 4‑Ta­ge-Woche gibt es zwar schon seit vie­len Jah­ren. Aber vor dem aku­ten Fach- und Arbeits­kräf­te­be­darf sind die­se gera­de sehr rele­vant. So machen sich auch Unter­neh­men aus der Regi­on Bam­berg und Forch­heim Gedan­ken zu die­sem Arbeits­zeit­mo­del und fan­gen an, die­ses umzu­set­zen. Auf gro­ßes Inter­es­ses stie­ßen daher die Bei­trä­ge zur „4‑Ta­ge-Woche – Ein Arbeits­zeit­mo­dell mit Zukunft?“ – ein Ange­bot des Netz­werks WiR. Unter­neh­men Fami­lie. Mit über 60 Per­so­nen war die Ver­an­stal­tung und die Digi­tal­werk­statt in Forch­heim sehr gut besucht.

Von der Theorie …

Nico­le Hack von Coa­ching, Team- und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung aus Wei­lers­bach erläu­tert in ihrer Key­note das Kon­zept der 4‑Ta­ge-Woche im Kon­text von New Work und betont die Wich­tig­keit einer Arbeit­ge­ber­mar­ke. Sie hebt her­vor, dass Unter­neh­men mit einer ent­spre­chen­den Posi­tio­nie­rung wesent­lich ihre inter­ne und exter­ne Wahr­neh­mung als Arbeitgeber:in beein­flus­sen können.

… in die Pra­xis – Zwei Hand­werks­be­trie­be berichten

Theresa Kaul, Firmeninhaberin der gleichnamigen Schreinerei, gibt Praxiseinblicke. Foto: Simone Ludwig-Konggann, Wirtschaftsförderung Stadt Bamberg

The­re­sa Kaul, Fir­men­in­ha­be­rin der gleich­na­mi­gen Schrei­ne­rei, gibt Pra­xis­ein­blicke. Foto: Simo­ne Lud­wig-Konggann, Wirt­schafts­för­de­rung Stadt Bamberg

Beson­ders wert­voll sind die Bei­trä­ge von Jörn Schu­bert, Geschäfts­füh­rer der Elek­tro Scho­ber GmbH aus Lit­zen­dorf und The­re­sa Kaul, Fir­men­in­ha­be­rin der Schrei­ne­rei Kaul aus Wein­garts. Bei­de tei­len ihre bis­he­ri­gen Erfah­run­gen zur 4‑Ta­ge-Woche und bewir­ken damit zahl­rei­che geziel­te Nach­fra­gen aus dem Publikum.

Der Betrieb Elek­tro Scho­ber prak­ti­ziert die 4‑Ta­ge-Woche seit Anfang des Monats. Folg­lich berich­tet Jörn Schu­bert von den Moti­va­ti­ons­grün­den und gibt wert­vol­le Tipps für die ersten Schrit­te mit auf den Weg. Als wesent­lich erach­tet der Geschäfts­füh­rer in 4. Gene­ra­ti­on, die Ange­stell­ten von Anfang an in den Ent­schei­dungs­pro­zess mit­ein­zu­be­zie­hen. Er betont: „Holen Sie ihr Team mit ins Boot und ent­wickeln Sie eine gemein­sa­me Strategie“.

Die Schrei­ne­rei Kaul führt das Model bereits seit vier Jah­ren durch. Hier arbei­ten die Mon­teu­re in einer Woche an vier Tagen und in der dar­auf­fol­gen­den an fünf Tagen, jeweils im wöchent­li­chen Wech­sel. Wie ihr Vor­red­ner sieht die Fir­men­in­ha­be­rin in 5. Gene­ra­ti­on die Ein­bin­dung der Mit­ar­bei­ten­den als erfor­der­lich an. „Anfangs stand das Team der Sache noch skep­tisch gegen­über“, erzählt die Schrei­ner­mei­ste­rin, „doch die Aus­sicht auf 23 ver­län­ger­te Wochen­en­den im Jahr und deren kon­se­quen­te Ein­hal­tung fand schnell posi­ti­ven Anklang“. Heu­te möch­te nie­mand im Team mehr das rol­lie­ren­de Model missen.

Da für bei­de Betrie­be die Erreich­bar­keit für Kund:innen und Partner:innen an vor­de­rer Stel­le steht und die­se die gesam­te Woche gewähr­lei­sten sein soll, haben sie ein ent­spre­chen­de System geschaffen.

Fazit

Die 4‑Ta­ge-Woche trägt sich für die Schrei­ne­rei Kaul, und auch Jörn Schu­bert hält eine Fort­füh­rung für sehr rea­li­stisch. Was nicht bedeu­tet, dass an der ein oder ande­ren Stel­le Anpas­sun­gen vor­zu­neh­men sind. Als posi­tiv zu betrach­ten sind u.a. eine deut­lich höhe­re Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ten­den, eine kaum vor­han­de­ne Fluk­tua­ti­ons­ra­te (schon vor Ein­füh­rung der 4‑Ta­ge-Woche) als auch als moder­ner und offe­ner Betrieb wahr­ge­nom­men zu werden.

Das Kon­zept ist sicher­lich nicht für jedes Unter­neh­men prak­ti­ka­bel oder gar umsetz­bar. Den­noch lohnt sich eine Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma und erste Schrit­te zu gehen – die so indi­vi­du­ell sind wie ein jeder Betrieb.