Mei­ster­krö­nung im Bam­ber­ger Fuchs-Park? Schrei­be Geschich­te mit dem FCE!

Kann Bamberg auch am Samstag im Fuchs-Park-Stadion so jubeln wie nach dem Tor von Johannes Gebhart gegen Ammerthal in der Nachspielzeit im letzten August? © FC Eintracht
Kann Bamberg auch am Samstag im Fuchs-Park-Stadion so jubeln wie nach dem Tor von Johannes Gebhart gegen Ammerthal in der Nachspielzeit im letzten August? © FC Eintracht

Nie stan­den die Zei­chen für die Fuß­ball­fans in der Regi­on Bam­berg in jün­ge­rer Zeit gün­sti­ger, Zeu­gen einer nahe­zu unglaub­li­chen Erfolgs­ge­schich­te zu wer­den: Schon mit einem Unent­schie­den kann der FC Ein­tracht Bam­berg an die­sem Sams­tag (Anstoß 14 Uhr) nach acht Jah­ren in die Regio­nal­li­ga Bay­ern zurück­keh­ren – und somit Bam­berg wie­der zum Schau­platz für viert­klas­si­gen Fuß­ball machen. Dank eines 2:1‑Auswärtssiegs am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de in Gees­dorf und dem Pat­zer des schärf­sten Ver­fol­gers DJK Geben­bach (0:3 in Neu­markt) reicht den jun­gen Dom­rei­tern gegen die Reser­ve des Zweit­li­gi­sten SSV Jahn Regens­burg schon ein Punkt für die Mei­ster­schaft in der Bay­ern­li­ga Nord. Und dies vor­aus­sicht­lich vor einer impo­san­ten Kulis­se: Im Vor­ver­kauf für die­ses Spiel wur­den bereits etli­che Tickets für die Haupt­tri­bü­ne abge­setzt, fast alle Jugend­teams des FCE haben ihr Kom­men zuge­sagt, genau­so wie Ver­tre­ter von Part­ner­ver­ei­nen, ehe­ma­li­ge Spie­ler des Ver­eins sowie Gäste aus Poli­tik, Sport und Wirtschaft.

„Wir machen das Sta­di­on voll“, lau­tet die Devi­se von FCE-Vor­stands­spre­cher Sascha Dorsch. „Das haben sich unse­re Jungs nach die­ser außer­or­dent­li­chen Lei­stung und Sai­son zum letz­ten Heim­spiel ver­dient.“ Wer also auf den Rän­gen des Fuchs-Park-Sta­di­ons die Dom­rei­ter beim Kampf um den ent­schei­den­den Schritt unter­stüt­zen will, soll­te sich schnell sein Ticket unter www​.diedom​rei​ter​.de sichern. Neben­bei: Die ersten 500 Besu­cher erhal­ten je eine Dose „Silberpfeil“-Energy-Drink des FCE-Part­ners „Sil­ber­pfeil“.

Falls der Schritt in die baye­ri­sche Eli­te­li­ga gelin­gen soll­te, darf sich ganz Fuß­ball-Bam­berg in der näch­sten Sai­son auf Par­tien gegen nam­haf­te Geg­ner wie SpVgg Bay­reuth, FC Schwein­furt 05, Kickers Würz­burg oder FC Bay­ern Mün­chen II freu­en. Schon zu Regio­nal­li­ga-Zei­ten von 2012 bis 2015 waren vie­le Spie­le des FC Ein­tracht ein Zuschau­er­ma­gnet: Gegen die „klei­nen Bay­ern“ etwa pil­ger­ten zwei­mal fast 5000 Zuschau­er in den Bam­ber­ger Volkspark.

So rich­tig hat­te die jun­ge Mann­schaft um Trai­ner Jan Gern­lein vor der Sai­son nie­mand auf dem Zet­tel, im Gegen­teil. Der FCE wer­de kei­nes­falls die Rol­le der Vor­sai­son spie­len, die er als Vier­ter abge­schlos­sen hat­te, hieß es vie­ler­orts. Doch die Dom­rei­ter belehr­ten recht schnell die Kri­ti­ker eines Bes­se­ren und star­te­ten nach der Auf­takt­nie­der­la­ge in Würz­burg eine unglaub­li­che Serie von 27 Spie­len ohne Nie­der­la­ge in Fol­ge. Und das, obwohl die Liste an unvor­her­seh­ba­ren Hür­den und Wid­rig­kei­ten lang war: Top-Stür­mer Björn Schön­wies­ner ver­letz­te sich schwer und fiel für den Rest der Sai­son aus. Spiel­ab­bruch wegen Nebels in der 75. Minu­te bei einer 1:0‑Führung und Über­zahl in Geben­bach. Aus­wärts­spie­le in Dörf­leins wegen Rasen­schä­den im Fuchs-Park – und zuletzt nur noch eng­li­sche Wochen, die enorm Kraft geko­stet haben. „Das muss man alles erst ein­mal weg­stecken und dann so daste­hen, wie wir es gera­de tun“, sagt Chef­coach Jan Gern­lein stolz. Aber jetzt fehlt zur Krö­nung eben noch die­ser ein­zi­ge win­zi­ge Schritt, der am Sams­tag gegan­gen wer­den soll und muss. „Ganz ehr­lich: Jeder klopft uns auf die Schul­ter und sagt, was für eine gei­le Sai­son wir gespielt haben – selbst wenn wir nicht auf­stei­gen soll­ten. Aber die­se Opti­on wäre für uns kein Trost. Wir Spie­ler wol­len Mei­ster wer­den“, fasst Kapi­tän Chri­sto­pher Kett­ler den Gemüts­zu­stand der Dom­rei­ter zusammen.

Für den FC Ein­tracht ist der Erfolg die Bestä­ti­gung sei­nes Gesamt­kon­zepts. Seit den wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten 2016 set­zen die Ver­ant­wort­li­chen kon­ti­nu­ier­lich auf die Aus­bil­dung jun­ger Talen­te aus der Regi­on im Dom­rei­ter-Lei­stungs­zen­trum. Jahr für Jahr schaf­fen Nach­wuchs­spie­ler den Sprung von der U19 in die Bay­ern­li­ga-Mann­schaft. Fast 70 Pro­zent aller Akteu­re, die am Sams­tag gegen Regens­burg auf­lau­fen wer­den, haben min­de­stens zwei Jah­re das Lei­stungs­zen­trum durch­lau­fen. Eine ein­ma­li­ge Quo­te in ganz Bay­ern und ver­mut­lich dar­über hin­aus. „Auf dem Platz ste­hen also fast aus­schließ­lich Bam­ber­ger Jungs, deren Stamm seit Jah­ren zusam­men­spielt“, betont Sascha Dorsch. Der Weg seit 2017 liest sich fol­ge­rich­tig wie eine Erfolgs­ge­schich­te: Bezirks­li­ga – Mei­ster 2018, Lan­des­li­ga – Mei­ster 2019, dann drei Spiel­zei­ten Bay­ern­li­ga (Plät­ze 8 und 4) – und jetzt Mei­ster 2023? Der Sams­tag wird also zu einem Tag, um Geschich­te zu schrei­ben – für den Ver­ein, aber auch für eine gan­ze Sport­re­gi­on. „Wir leben unse­ren Traum“, sagt Kapi­tän Kett­ler selbst­be­wusst. Und das gan­ze Fuchs-Park-Sta­di­on hof­fent­lich mit.