Erfolg­rei­ches Fach­fo­rum in Erlangen

Landrat Alexander Tritthart bei der Eröffnung des Fachforums „Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Biodiversität" Foto: Stefan Jessenberger
Landrat Alexander Tritthart bei der Eröffnung des Fachforums „Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Biodiversität" Foto: Stefan Jessenberger

Ein vol­ler Erfolg war das Fach­fo­rum „PV-Frei­flä­chen­an­la­gen und Bio­di­ver­si­tät“, das das forum1.5 Mit­tel­fran­ken e.V., der Ener­gie­wen­de ER(H)langen e.V. und der ENER­GIE­re­gi­on Nürn­berg e.V. am Don­ners­tag den 20. April veranstalteten.

Der Senats­saal des Kol­le­gi­en­hau­ses der Uni­ver­si­tät in Erlan­gen war fast bis auf den letz­ten Platz besetzt. Beson­ders erfreu­lich war dabei, dass sich unter den Zuhö­rern vie­le Ent­schei­dungs­trä­ger befan­den, die bei der Rea­li­sie­rung sol­cher Anla­gen betei­ligt sind, wie z.B. Land­wir­te, Ver­tre­ter von Kom­mu­nen und Energieversorgern.

In sei­ner Begrü­ßungs­re­de beton­te Land­rat Alex­an­der Tritt­hart, der Schirm­herr der Ver­an­stal­tung war, die Bedeu­tung des beschleu­nig­ten Aus­baus der Erneu­er­ba­ren Energien.

In den nach­fol­gen­den Fach­vor­trä­gen wur­de klar gemacht: Im Mix mit der Wind­kraft und Pho­to­vol­ta­ik-Dach­an­la­gen wer­den nur ca. 2 % der Land­flä­che für Pho­to­vol­ta­ik-Frei­flä­chen­an­la­gen (PV-FFA) benö­tigt, um eine kli­ma­neu­tra­le Ener­gie­selbst­ver­sor­gung für Bay­ern zu errei­chen. Die benö­tig­ten Flä­chen kön­nen u.a. durch Umwid­mung von Agrar­flä­chen, die der­zeit für die Anbau von Ener­gie­pflan­zen (z. B. für Bio­die­sel oder Bio­gas­an­la­gen) genutzt wer­den, gewon­nen wer­den. Dabei ist zu beden­ken, dass der Flä­chen­er­trag aus Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen um ca. 30-fach höher liegt als der von Ener­gie­pflan­zen. Auch durch eine Ver­rin­ge­rung unse­res Fleisch­kon­sums, für des­sen Fut­ter­mit­tel­an­bau der­zeit rund 60% der Acker­flä­chen genutzt wer­den und der nicht nur dem Kli­ma, son­dern auch für die Gesund­heit abträg­lich ist, wer­den Flä­chen frei. Klar ist, dass die­se ver­än­der­te Nut­zung der Flä­chen in Abstim­mung mit den Inter­es­sen der Land­wir­tin­nen und Land­wir­te erfol­gen muss.

Eine gute Pla­nung, Aus­füh­rung und Pfle­ge der Flä­chen für die PV-FFA bringt aber am Ende einen dop­pel­ten Nut­zen: rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­er­zeu­gung und eine Stei­ge­rung der Biodiversität!

Gute Bei­spie­le hier­für gibt es mitt­ler­wei­le in diver­ser Form. Alles ent­schei­dend ist der Wil­le die­sen Aspekt zu inte­grie­ren und die Bera­tungs­an­ge­bo­te ent­spre­chen­der Orga­ni­sa­tio­nen, wie dem Kom­pe­tenz­zen­trum Natur­schutz und Ener­gie­wen­de (KNE) oder von Fach­ver­bän­den zu nutzen.

Klar ist aber auch, dass nicht allei­nig die Gewinn­ma­xi­mie­rung bei der Pla­nung im Vor­der­grund ste­hen darf.

Unab­hän­gig davon muss aber den­noch für jedes Pro­jekt die nöti­ge loka­le Akzep­tanz geschaf­fen wer­den. Bau­stei­ne hier­für sind die umfas­sen­de Betei­li­gung von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern sowie eine früh­zei­ti­ge Ein­bin­dung von Land­wir­tin­nen und Land­wir­ten sowie der Flä­chen­ei­gen­tü­me­rin­nen und Eigentümer.

Zudem soll­ten Kom­mu­nen eine füh­ren­de Rol­le ein­neh­men, kla­re Zie­le defi­nie­ren und sich auch gemein­sam mit Ihren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern um die Umset­zung bemü­hen. Denn auch für Kom­mu­nen bie­tet der Betrieb der Anla­gen Vor­tei­le u.a. durch direk­te und indi­rek­te Ein­nah­men – und der Erhalt der Bio­di­ver­si­tät wird zu einer immer wich­ti­ger wer­den­den Aufgabe.

Abge­run­det wur­de die Ver­an­stal­tung durch eine Dis­kus­si­on mit und die Beant­wor­tung von Fra­gen aus dem Publikum.

Die Ver­an­stal­ter erhof­fen sich, dass durch die Dar­stel­lung der Chan­cen die­ser dop­pel­ten „Nut­zung“ von Flä­che mehr loka­le Akzep­tanz für Pho­to­vol­ta­ik-Frei­flä­chen­an­la­gen geschaf­fen wer­den kann.

Die Foli­en der Ver­an­stal­tung kön­nen in der Rubrik Rück­blick der Web­sei­te des forum1.5 Mit­tel­fran­ken her­un­ter­ge­la­den wer­den. www​.forum1​punk​t5​-mfr​.de