Sonn­tags­ge­dan­ken: Glau­ben und Überzeugung

Symbolbild Religion

Die ande­ren Jün­ger sag­ten zu ihm: „Wir haben den Herrn gese­hen.“ Er ent­geg­ne­te ihnen: „Wenn ich nicht die Male an sei­nen Hän­den sehe und mei­ne Hän­de nicht in sei­ne Sei­te lege, dann kann ich nicht glau­ben!“ Und wenn er nicht gestor­ben ist, dann kann er es wohl heu­te noch nicht!

Lie­be Freunde,

Pfarrer Klaus Weigand (rechts) mit Urmel ...

Pfar­rer Klaus Weig­and (rechts) mit Urmel …

mit tut der Tho­mas jedes Mal leid, weil er immer und immer wie­der als ungläu­big abge­stem­pelt wird. Aber sind wir doch ein­mal ehr­lich: „Wie hät­ten wir denn auf die Aus­sa­gen der ande­ren Jün­ger reagiert, wenn die­se uns erzählt hät­ten, dass Jesus leb­te?“ Schließ­lich haben wir es doch gehört, dass er starb, dass er am Kreuz qual­voll gestor­ben ist. Wer könn­te denn da glau­ben, dass er lebt?

Aber Jesus reagiert gar nicht so, wie man es viel­leicht ver­mu­ten wür­de: Er klagt Tho­mas nicht an, er redet nicht über ihn, er weist ihn nicht ab, son­dern lässt ihm die Zeit, die er braucht. Und damit er glau­ben kann, lässt er ihn ganz nahe an sich heran.

Jesus hat ihn nicht über­re­det, son­dern ein­fach über­zeugt; durch sein Handeln.

Und wir heu­te? Wenn wir Men­schen wie­der neu für den Glau­ben begeis­tern wol­len, dann müs­sen auch wir durch Taten, durch einen leben­di­gen Glau­ben Men­schen begeistern.

Men­schen, die ihren Glau­ben leben­dig wer­den las­sen, die las­sen Men­schen auf­hor­chen; und sie las­sen einen Tho­mas, der nicht glau­ben kann, spü­ren und ver­mu­ten, dass da an die­sem Jesus Chris­tus etwas dran sein könn­te! Wor­te und Sät­ze über­re­den höchs­tens – ein vom Glau­ben gepräg­tes Leben aber, das kann überzeugen.

Wir brau­chen also Men­schen, die durch Taten über­zeu­gen und nicht durch vie­le Wor­te. Wer ganz bewusst als Christ lebt und dies durch Taten auch zeigt, der kann Men­schen wie­der begeis­tern. Sol­che Men­schen bie­ten wie­der eine ech­te Chan­ce für alle, die nicht glau­ben kön­nen – und somit auch eine Chan­ce für unse­re Kirche.

Chris­tus geht heu­te nicht mehr leib­haf­tig durch ver­schlos­se­ne Türen, um Men­schen von sich zu über­zeu­gen. Damit ande­re an ihn glau­ben kön­nen, dazu benö­tigt er heu­te uns Men­schen, Men­schen, die mit ihrem Leben Zeug­nis geben für die­sen Jesus Chris­tus, die in ihrem Leben ganz prak­tisch ver­wirk­li­chen, was Christ­sein heißt; und zwar mit allen Kon­se­quen­zen: Men­schen, die ganz ein­fach als Chris­ten leben. Denn solch ein Leben, das überzeugt …

Klaus Weig­and


Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Infos zu Pfar­rer Klaus Weigand

  • Gebo­ren 1966 in Erlen­bach am Main (Unter­fran­ken)
  • Abitur am The­re­sia­num in Bam­berg 1989
  • Stu­di­um der Kath. Theo­lo­gie in Bam­berg und Wien
  • Pries­ter­wei­he 1998
  • Tätig­kei­ten:
  • Fürth, Christ­kö­nig von 1997 – 2010
  • Bucken­ho­fen als Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor 2010 – 2015
  • seit 2015 in Herolds­bach und Hausen