Bund Natur­schutz Forch­heim sieht Oster­ha­sen in Gefahr

Der Legen­de nach ver­steckt „Meis­ter Lam­pe“ an Ostern die bun­ten Eier – noch. Schwin­den­de Lebens­räu­me, Man­gel an Kräu­tern und zuneh­men­der Ver­kehr machen dem Feld­ha­sen zu schaf­fen. Beim Oster­ein­kauf kann jeder helfen.

Der Feld­ha­se fühl­te sich eigent­lich mal wohl in der Agrar­land­schaft. Heu­te ist er wie vie­le ande­re Arten der Feld­flur ein sel­te­ner Anblick gewor­den und steht auf der Roten Lis­te der gefähr­de­ten Arten. Er braucht arten­rei­che Kräu­ter-Nah­rung sowie Ver­ste­cke vor Fress­fein­den und für die Jun­gen­auf­zucht. In der inten­siv genutz­ten Agrar­land­schaft ist bei­des sel­ten gewor­den. Dazu kom­men noch die Gefah­ren durch Stra­ßen und zuneh­men­den Ver­kehr sowie gene­rell abneh­men­der Lebens­raum durch Sied­lun­gen und Gewerbegebiete.

„Der Feld­ha­se ist ein Kräu­ter­spe­zia­list. Doch die sind in der inten­si­ven Land­wirt­schaft sel­ten gewor­den“, unter­streicht Dr. Ulrich Buch­holz, Vor­sit­zen­der der BN-Kreis­grup­pe Forch­heim. „Um einen wei­te­ren Rück­gang der Hasen­be­stän­de zu ver­mei­den, brau­chen wir den Erhalt und die Auf­wer­tung der Land­schaft mit blü­ten­rei­chen Wie­sen, Rai­nen, Säu­men, Ver­steck­mög­lich­kei­ten wie alten Hecken­be­stän­den und Brach­flä­chen sowie einen Bio­top­ver­bund zur Ver­net­zung der Lebens­räu­me“, for­dert Buch­holz. Davon wür­den auch vie­le ande­re Arten der Agrar­land­schaft wie Gold­am­mer, Kie­bitz, Gras­frosch oder vie­le Insek­ten­ar­ten pro­fi­tie­ren. Der Bio­top­ver­bund auf 15 Pro­zent der Offen­land­flä­che ist seit dem erfolg­rei­chen Bie­nen-Volks­be­geh­ren im Baye­ri­schen Natur­schutz­ge­setz ver­an­kert und sei­ne Her­stel­lung bis 2030 gesetz­li­che Pflicht. „Lei­der hapert es bei der Umset­zung des Volks­be­geh­rens beson­ders im Bereich Bio­top­ver­bund – hier pas­siert noch viel zu wenig“, kri­ti­siert Buchholz.

Aber auch jeder Ein­zel­ne kann beim Oster­ein­kauf Gutes tun. „Wer sich jetzt über Scho­ko-Oster­ha­sen und bun­te Oster­ei­er freu­en will, soll­te Erzeug­nis­se aus öko­lo­gi­schem Land­bau oder loka­len Natur­schutz­pro­jek­ten nach­fra­gen. Bio Fair-Trade Scho­ko­la­de schützt vor Pes­ti­zid­ein­satz. Auch bei bun­ten Oster­ei­ern soll­te man nicht auf Käfi­gei­er her­ein­fal­len, denn bei den gefärb­ten Eiern muss die Hal­tungs­form nicht gekenn­zeich­net sein“, erklärt Buch­holz. Der BN emp­fiehlt, Eier aus öko­lo­gi­scher Hal­tung zu kau­fen (Stem­pel­kenn­zeich­nung 0 auf dem Ei) und selbst zu färben.

Der Feld­ha­se ist ein Tier mit beein­dru­cken­den Fähig­kei­ten: Er ist ein Meis­ter der Tar­nung mit her­vor­ra­gen­dem Gehör. Durch sei­ne lan­gen, kräf­ti­gen Hin­ter­bei­ne ist der Feld­ha­se sehr flink: Auf der Flucht erreicht er Geschwin­dig­kei­ten von etwa 50 km/​h, kurz­zei­tig sogar bis zu 70 km/​h – das ist schnel­ler als ein Renn­pferd im Galopp! Dabei schlägt er 90-Grad-Haken und kann bis zu drei Meter hoch und sie­ben Meter weit sprin­gen. Um die Damen zu beein­dru­cken, lie­fern sich die männ­li­chen Hasen in der Paa­rungs­zeit spek­ta­ku­lä­re Box­kämp­fe und Wett­ren­nen. Übri­gens: Vom Wild­ka­nin­chen kann man den Feld­ha­sen durch sei­ne deut­lich grö­ße­ren Ohren unterscheiden.