Neu­es Ein­wan­de­rungs­ge­setz soll Fach­kräf­te nach Ober­fran­ken holen

Das am Mitt­woch im Kabi­nett beschlos­se­ne Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz erleich­tert den Zuzug von Fach­kräf­ten nach Deutsch­land. „Auch Unter­neh­men in Ober­fran­ken wer­den unmit­tel­bar von der Geset­zes­än­de­rung pro­fi­tie­ren“, pro­phe­zeit der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Johan­nes Wagner.

MdB Johannes Wagner

MdB Johan­nes Wag­ner. Foto: Kris­toff­er Schwetjes

Im Bezirk Ober­fran­ken feh­len bereits heu­te ca. 17.000 Fach­kräf­te. Eine Zahl, die sich laut Fach­kräf­te­mo­ni­tor der IHK Ober­fran­ken bis 2045 auf 54.000 erhö­hen könn­te. Schon seit lan­gem mahn­ten die Arbeit­ge­ber der Regi­on daher eine Wei­ter­ent­wick­lung des Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­set­zes an.

Nur mit einer moder­nen Ein­wan­de­rungs­po­li­tik gelin­ge es, die Sozi­al­sys­te­me abzu­si­chern und den Wirt­schafts­stand­ort Ober­fran­ken zu stär­ken. Des­halb moder­ni­sie­re die Ampel nun das Ein­wan­de­rungs­recht, erklärt Wag­ner, Abge­ord­ne­ter der Grü­nen für Coburg und Kro­nach. „Unse­re hei­mi­schen Unter­neh­men suchen hän­de­rin­gend nach Fach­kräf­ten. Ihre Bemü­hun­gen, im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb als attrak­ti­ve Arbeit­ge­ber wahr­ge­nom­men zu wer­den, müs­sen wir als Gesetz­ge­ber unter­stüt­zen, wo wir kön­nen. Ohne gut aus­ge­bil­de­te Pro­duk­ti­ons­mit­ar­bei­ter ste­hen die Bän­der in den zahl­rei­chen ober­frän­ki­schen Fabri­ken still“, so Wagner.

Schon heu­te gilt: Der aku­te Man­gel an Fach- und Arbeits­kräf­ten ist eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für die loka­le Wirt­schaft in Ober­fran­ken. Nach den aktu­el­len Zah­len des Kom­pe­tenz­zen­trums Fach­kräf­te­si­che­rung gibt es für rund 70 Pro­zent aller offe­nen Stel­len kei­ne pas­send qua­li­fi­zier­ten Arbeits­su­chen­den. Nicht nur die klei­nen und mitt­le­ren Betrie­be in Ober­fran­ken spü­ren die­se Her­aus­for­de­rung und haben immer grö­ße­re Schwie­rig­kei­ten, Per­so­nal zu fin­den und ihre Aus­bil­dungs­plät­ze zu beset­zen. Selbst Glo­bal Play­er aus Ober­fran­ken lei­den unter dem Man­gel an qua­li­fi­zier­ten Mit­ar­bei­tern. Der Bedarf an Fach- und Arbeits­kräf­ten ist mitt­ler­wei­le so hoch, dass sich jedes Jahr 400.000 Men­schen aus dem Aus­land für ein Leben und Arbei­ten in Deutsch­land ent­schei­den müssten.

Der Abge­ord­ne­te Wag­ner berich­tet aus Gesprä­chen mit der Rehau AG: „Oft schei­tert das Anwer­ben aus­län­di­scher Arbeits­kräf­te nicht am Wil­len der Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­ber, son­dern häu­fig an büro­kra­ti­schen Hür­den.“ Mit dem neu­en Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz set­ze die Ampel nun den schlep­pen­den Ver­fah­ren und lan­gen War­te­zei­ten etwas ent­ge­gen. Mit der Reform des Geset­zes senkt die Regie­rung die büro­kra­ti­schen Hür­den bei der Arbeits­kräf­te­ein­wan­de­rung deut­lich und ermög­licht eine ein­fa­che­re sowie schnel­le­re Aner­ken­nung aus­län­di­scher Abschlüsse.

Zur Reform gehört auch eine neue Chan­cen-Kar­te, die auf einem leicht ver­ständ­li­chen Punk­te­sys­tem basiert. Damit setzt die Ampel ein Zei­chen in Rich­tung Welt: Mit einer Min­dest­an­zahl an Punk­ten dür­fen Men­schen aus dem Aus­land zur Arbeits­platz­su­che nach Deutsch­land kom­men. Dies hat sich bereits in Ein­wan­de­rungs­län­dern wie Kana­da oder Neu­see­land bewährt.

Um die Regi­on Ober­fran­ken für aus­län­di­sche Arbeits­kräf­te noch attrak­ti­ver zu machen, brau­che es außer­dem eine ech­te Will­kom­mens­kul­tur, erklärt Wag­ner. Dazu gehö­ren Inte­gra­ti­ons­kur­se für alle, gut aus­ge­stat­te­te Migra­ti­ons­be­ra­tungs­stel­len, gesell­schaft­li­che und demo­kra­ti­sche Teil­ha­be und ein kon­se­quen­tes Vor­ge­hen gegen Ras­sis­mus. Außer­dem wol­len die Grü­nen zukünf­tig die Ein­wan­de­rung mit Fami­lie erleich­tern, denn nie­mand sol­le vor die Wahl „Job oder Fami­lie“ gestellt wer­den. So ermög­li­che man den Men­schen, dass Deutsch­land für sie ein neu­es Zuhau­se wird und sie lang­fris­tig bleiben.